Heizung entlüften: So einfach funktioniert’s

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Wenn es in einem Raum nicht warm wird, obwohl das Heizkörperthermostat voll aufgedreht ist, muss nicht zwangsläufig ein Defekt vorliegen. In vielen Fällen ist es lediglich erforderlich, die Heizung zu entlüften. Wann Sie die Heizkörper entlüften sollten und wie Sie dabei vorgehen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sie sollten einen Heizkörper entlüften, wenn dieser nicht mehr richtig warm wird oder gluckernde Geräusche von sich gibt.
  • Für eine Heizungsentlüftung benötigen Sie einen Entlüftungsschlüssel, ein Gefäß und einen Lappen.
  • Falls Sie nicht über einen Heizungsentlüftungsschlüssel verfügen, können Sie das Ventil auch mit einer Zange, einem Schlitzschraubenzieher oder einem Maulschlüssel öffnen.
  • Grundsätzlich ist der Vermieter für die Instandsetzung von Heizungsanlagen verantwortlich, doch Mieter können diese auch problemlos selbst durchführen.

Wann müssen Sie die Heizung entlüften?

Prinzipiell empfiehlt es sich, einen Heizkörper zu entlüften, wenn dieser trotz eines voll aufgedrehten Thermostats kalt bleibt oder nicht vollständig warm wird. In diesem Fall ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Luft in der Heizung. Sie führt dazu, dass sich das heiße Wasser nicht optimal im Heizkörper verteilt. Meist lässt sich dies an einem Gluckern erkennen.

Wenn Sie die Heizung entlüften, stellen Sie damit sicher, dass sie einwandfrei funktioniert, und Sie sparen Energie. Da eine Entlüftung die Effizienz der Heizung steigert, ist es zudem ratsam, sie standardmäßig vor dem Beginn der Heizsaison durchzuführen.

Die Heizung mit Schlüssel entlüften: So geht’s

Das Entlüften ist in der Regel innerhalb weniger Minuten erledigt. Sie benötigen dafür drei Hilfsmittel:

  • Heizungsentlüftungsschlüssel: Dabei handelt es sich um einen standardisierten Vierkantschlüssel, den Sie preisgünstig in jedem Baumarkt sowie in Sanitärfachgeschäften erhalten.
  • Glas oder Becher: Mit einem Gefäß können Sie das eventuell aus dem Ventil austretendes Wasser auffangen.
  • Lappen: Trotz aller Vorsicht kann immer etwas Heizungswasser auf den Boden tropfen. Aus diesem Grund sollten Sie einen Putzlappen bereithalten.

Haben Sie alles zur Hand, können Sie beginnen. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Umwälzpumpe abschalten
  2. Heizkörper auf die höchste Stufe stellen
  3. Gefäß unter das Entlüftungsventil halten
  4. Mit dem Heizungsentlüftungsschlüssel das Ventil öffnen
  5. Sämtliche Luft entweichen lassen
  6. Entlüftungsventil wieder schließen und Umwälzpumpe anschalten

Einen Heizkörper entlüften: Tipps

Im Folgenden erhalten Sie noch einige Tipps zum Entlüften der Heizung. Da die Pumpe die in den Rohren vorhandenen Luftbläschen umherwirbelt, müssen Sie sie abstellen. Sollten Sie keinen Zugang zur Umwälzpumpe haben, können Sie alternativ den Heizkreislauf Ihrer Wohnung schließen. Warten Sie 30 bis 60 Minuten, damit die Luft in die Heizkörper wandern kann. Danach bereiten Sie den Entlüftungsvorgang vor, indem Sie die Thermostate auf die höchste Stufe stellen.

Bevor Sie damit beginnen, den Heizkörper zu entlüften, halten Sie das Gefäß so dicht wie möglich unter das Entlüftungsventil. Dieses befindet sich für gewöhnlich auf der dem Thermostat gegenüberliegenden Seite. Nutzen Sie nun den Entlüftungsschlüssel, um das Ventil zu öffnen – aber nicht komplett. Im Regelfall genügt bereits eine halbe Drehung. Am Zischen merken Sie, dass Luft entweicht. Sobald konstant Wasser aus der Öffnung läuft, sollten Sie das Ventil wieder schließen. Im Anschluss wiederholen Sie den Vorgang am nächsten Heizkörper. Zum Schluss stellen Sie die Umwälzpumpe wieder an.

Nach der Heizungsentlüftung empfiehlt es sich, den Druck der Anlage zu kontrollieren. Fällt er zu niedrig aus, müssen Sie etwas Wasser nachfüllen oder eine Fachkraft damit beauftragen. Der Druck lässt sich mithilfe des Manometers der Heizungsanlage in Erfahrung bringen. Dieses zeigt Ihnen zumeist durch eine farbige Markierung an, in welchem Bereich der Idealdruck liegt.

Heizkörper entlüften: Auch ohne Entlüftungsschlüssel möglich?

Nicht in jedem Haushalt gibt es einen Heizungsentlüftungsschlüssel. In diesem Fall können Sie zum Entlüften eine Zange oder einen Maulschlüssel verwenden. Dies erweist sich insbesondere bei älteren Heizungen als praktisch, da der Entlüftungsschlüssel bei diesen manchmal nicht passt. Darüber hinaus gibt es auch Ablassventile, die sich mit einem handelsüblichen Schlitzschraubenzieher öffnen lassen. Der grundsätzliche Ablauf bleibt jedoch gleich. Wer seine Heizung nicht manuell entlüften möchte, sollte automatische Ventile installieren. Diese öffnen sich, sobald es im Heizkörper eine Luftansammlung gibt.

Wer ist in einer Mietwohnung für die Heizungsentlüftung verantwortlich?

Das Entlüften einer Heizung ist eine kleine Instandsetzungsmaßnahme, die Mieter bei Bedarf in Eigenregie durchführen können. Im Allgemeinen ist zwar der Vermieter für die Instandsetzung verantwortlich, er kann den finanziellen Aufwand jedoch bis zu einem gewissen Betrag auf die Nebenkostenabrechnung umlegen.

Prinzipiell ist es nicht notwendig, den Eigentümer oder Hausverwalter zu informieren, wenn Sie Ihre Heizkörper entlüften wollen. Allerdings empfiehlt es sich trotzdem, dem Hausmeister oder der Verwaltung Bescheid zu sagen. Denn möglicherweise muss das Heizsystem im Anschluss mit Wasser aufgefüllt werden.