So stärken Sie Ihr Zahnfleisch und die Zähne

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Gesundes Zahnfleisch liegt eng an den Zähnen an, wodurch es diesen den nötigen Halt gibt. Treten dagegen Probleme mit der Gingiva – so der medizinische Fachbegriff für Zahnfleisch – auf, besteht auf längere Sicht das Risiko des Zahnverlusts. Daher ist es wichtig, auch diesen Teil der Mundschleimhaut zu pflegen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Zahnfleisch zu stärken und gesund zu halten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am einfachsten lässt sich das Zahnfleisch mit einer guten Mundhygiene stärken.
  • Als Ergänzung zur Mundpflege bieten sich Hausmittel wie Mundspülungen, Schwarzkümmelölsalbe oder frischer Salbei an, aber ebenso Praktiken wie das Ölziehen.
  • Wer sich ausgewogen ernährt und nur selten stark zucker- beziehungsweise säurehaltige Speisen und Getränke konsumiert, trägt damit ebenfalls zur Stärkung des Zahnfleisches bei.
  • Auf das Rauchen sollten Sie möglichst verzichten, da es das Risiko von Zahnfleischproblemen erheblich steigert.

Zahnfleisch stärken: Eine gründliche Mundhygiene ist das A und O

Das effizienteste Mittel, für gesundes und starkes Zahnfleisch zu sorgen, ist eine ausgiebige sowie regelmäßige Mundhygiene. Prinzipiell sollte sich jeder mindestens zwei Mal täglich für zwei bis drei Minuten die Zähne putzen, um Beläge zu entfernen. Legen Sie Ihre Zahnbürste möglichst in einem 45-Grad-Winkel an den Rand des Zahnfleischs an und putzen Sie mit sanften, kreisenden Bewegungen. Zu viel Druck auszuüben, ist an dieser Stelle eher kontraproduktiv und kann Zahnfleisch und -schmelz sogar verletzen. Für die Zahnzwischenräume verwenden Sie wahlweise Zahnseide oder sogenannte Interdentalbürsten.

Um die Durchblutung anzuregen, empfiehlt es sich zudem, das Zahnfleisch regelmäßig zu massieren. Dies funktioniert sowohl mit herkömmlichen Handzahnbürsten als auch mit elektrischen Zahnbürsten, einer Munddusche oder den Fingern (Achtung: Hände vorher reinigen!).

Die Wahl der passenden Zahnbürste

Zunächst müssen sich Verbraucher entscheiden, ob sie eine gewöhnliche oder eine elektrische Zahnbürste bevorzugen. Dies ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer Probleme mit der richtigen Putztechnik hat, sollte eher zu einer elektrischen Zahnbürste greifen. Ein wichtiges Kriterium ist die Borstenstärke. Für die meisten Personen eignen sich weiche oder mittelharte Borsten. Diese ermöglichen es, auch am Zahnfleischrand zu putzen, ohne dass Verletzungen entstehen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt

Vereinbaren Sie in regelmäßigen Abständen (ein bis zwei Mal jährlich) einen Kontrolltermin beim Zahnarzt. Dieser erkennt Zahnfleischprobleme und andere Zahnerkrankungen bereits im Anfangsstadium. So besteht die Möglichkeit, geeignete Gegenmaßnahmen zu treffen. Außerdem ist es sinnvoll, ein bis zwei Mal pro Jahr eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen zu lassen, die Zahnfleischerkrankungen vorbeugt.

Diese Hausmittel helfen bei der Stärkung des Zahnfleisches

Um das Zahnfleisch zu stärken, stehen Ihnen auch verschiedene Hausmittel zur Verfügung. Sie sind jedoch lediglich als Ergänzung geeignet. Eine gute Mundhygiene können diese Mittel nicht ersetzen. Bei länger anhaltenden Zahnfleischproblemen empfiehlt es sich zudem, einen Fachmediziner aufzusuchen. Auf welche Hausmittel und Praktiken Sie zur Stärkung des Zahnfleisches unter anderem zurückgreifen können, veranschaulicht die nachfolgende Liste:

  • Mundspülungen: Hierzu steht eine breite Auswahl an Heilpflanzen zur Verfügung. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden und antibakteriellen Wirkung eignen sich gegen Zahnfleischrückgang beispielsweise Mundspülungen mit Salbei-, Kamillen-, Ringelblüten- oder Pfefferminztee. Ebenso besteht die Möglichkeit, lauwarmes Wasser mit wenigen Tropfen eines ätherischen Öls zu verwenden oder mit Salzwasser zu gurgeln.
  • Ölziehen: Hierbei handelt es sich um ein ayurvedisches Verfahren, das eine ähnliche Wirkung wie eine Mundspülung hat und in Indien seit Hunderten Jahren angewandt wird. Um das Zahnfleisch zu stärken, ist es notwendig, ein bis zwei Teelöffel Öl für etwa fünf bis zehn Minuten im Mund hin und her zu bewegen. Im Anschluss spucken Sie das Öl aus. Beliebt sind Sesam-, Sonnenblumen- und Kokosöl.
  • Salbei: Eine weitere Möglichkeit zur Stärkung des Zahnfleisches besteht darin, frischen Salbei zu kauen. Auch dieses Heilkraut enthält entzündungshemmende ätherische Öle.
  • Schwarzkümmelölsalbe: Aus dem in Asien bekannten Hahnenfußgewächs hergestellte Salben beugen nicht nur Entzündungen vor. Sie sollen ebenso die Rückbildung von Zahnfleischtaschen unterstützen.

Gesunde Ernährung für stärkeres Zahnfleisch

Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung stärken Sie Ihr Zahnfleisch. Auf den häufigen Konsum von Speisen und Getränken, die viel Zucker oder Säure enthalten, sollten Sie nach Möglichkeit verzichten. Diese Substanzen greifen den Zahn an und können letztlich Karies sowie Zahnfleischentzündungen verursachen. Stattdessen empfehlen sich kauintensive Lebensmittel wie Vollkornbrot, Nüsse oder Karotten. Diese fördern nicht nur den Speichelfluss, sondern reinigen und massieren gleichzeitig das Zahnfleisch. Außerdem trägt eine abwechslungsreiche Ernährung zur Stärkung des Immunsystems bei.

Weitere Einflussmöglichkeiten

Es gibt etliche weitere Faktoren, die Einfluss auf die Gesundheit des Zahnfleisches nehmen können. So haben Raucher beispielsweise wesentlich öfter mit Zahnfleischproblemen zu kämpfen als Nichtraucher. Zigarettenrauch enthält eine Vielzahl von chemischen Verbindungen, die die Durchblutung des Zahnfleisches stören und unter Umständen zu einem Zahnfleischrückgang führen. Daher gilt es, nach Möglichkeit auf Zigaretten zu verzichten.

Auch häufiger Stress kann zu Veränderungen in der Mundflora führen, wodurch sich Bakterien leichter ausbreiten. Es empfiehlt sich also, Stressfaktoren zu reduzieren. Wer ausgeglichen lebt, fördert damit gleichzeitig die Gesundheit seiner Zähne und seines Zahnfleisches.