Verbraucher-atlas: Mobilfunk in Deutschland

Mobilfunknetz in Deutschland

Wie gut sind die Sprachverbindungen im deutschen Mobilfunknetz? Und in welchen Ortschaften sind Deutschlands größte Funklöcher? Das erfahren Sie im Verivox-Verbraucher-Atlas.

Wo sind Mobilfunk-Sprachverbindungen mangelhaft?

Funklöcher über alle Flächenländer verteilt

In jedem deutschen Bundesland finden sich Ortschaften mit mangelhafter Sprachqualität beim Mobilfunk – mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Insgesamt gibt es 240 Orte mit mangelhafter Netzqualität. Die Wahrscheinlichkeit, an diesen Orten mit dem Smartphone eine gute Signalstärke zu bekommen, liegt bei unter 20 Prozent.

Die meisten Orte mit mangelhafter Netzqualität liegen im bevölkerungsreichen Baden-Württemberg (63) und Bayern (52). In Sachsen-Anhalt schneiden nur zwei Ortschaften mangelhaft ab, in Thüringen vier. Im Vergleich zur Städtedichte eines Bundeslandes ergeben sich Prozentwerte zwischen 5,7 (Baden-Württemberg) und 0,5 (Schleswig-Holstein).

Nicht nur in kleinen Dörfern oder auf dem Land werden Telefonate häufig unterbrochen oder Datenverbindungen erst gar nicht aufgebaut. Auch Städte mit fünfstelligen Einwohnerzahlen zählen zu den mangelhaft versorgten Ortschaften.

So wurde beispielsweise den niedersächsischen Städten Osterholz-Scharmbek (Postleitzahl 27711) – Kreisstadt des Landkreises Osterholz – eine mangelhafte Sprachqualität attestiert, ebenso wie Bad Harzburg (PLZ 38667). Die Städte haben über 30.000 bzw. 22.000 Einwohner. Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen (PLZ 57319, knapp 20.000 Einwohner) findet sich ebenfalls in der Liste der 240 Städte, ebenso wie ein Ortsteil von Heidelberg (Ziegelhausen, PLZ 69118).

Mobilfunknetze in Deutschland

Die drei deutschen Mobilfunknetze werden von den großen Mobilfunkanbietern betrieben:

  • D1-Netz: Deutsche Telekom
  • D2-Netz: Vodafone
  • O2-Netz: Telefonica Deutschland

Das D1-Netz der Telekom schneidet in den meisten Tests knapp vor Vodafone als das beste Mobilfunknetz ab, das O2-Netz von Telefonica Deutschland ist dagegen weniger ausgebaut, besonders in ländlichen Regionen. Die Mobilfunk-Discounter in Deutschland nutzen die Netze der großen Anbieter mit – sie sind ebenfalls auf das D1-, D2- und O2-Netz verteilt.

Das Handynetz ist für Verbraucher ein wichtiges Kriterium bei der Tarifwahl. Wer einen neuen Handyvertrag abschließen möchte, sollte vorher die Netzqualität an seinen häufigsten Aufenthaltsorten prüfen.

Netzausbau schreitet voran

Der Netzausbau ist insgesamt vorangeschritten, aber noch immer gibt es weiße Flecken auf der Mobilfunk-Landkarte. „Während mit 5G bereits der nächste Mobilfunkstandard in den Startlöchern steht, ist die Netzversorgung über 4G vielerorts noch unzureichend“, sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox.

Im Juli 2018 hatten die drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica zugesagt, bis 2021 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland mit Mobilfunk versorgen zu wollen – nicht mit 5G, sondern mit dem jetzigen 4G-Standard. Die Versteigerung erster Lizenzen für den nächsten Mobilfunkstandard 5G findet im Frühjahr 2019 statt.

Gerade für die Datenübertragung ist ein verlässliches 4G-Netz (LTE) notwendig. Ist nur UMTS (3G) vorhanden, reduziert sich die Geschwindigkeit beim mobilen Surfen deutlich. Mit der Vorgänger-Technik GSM (2G) können moderne Smartphones kaum noch surfen – die Download-Rate liegt dann bei gerade einmal 256 kbit/s. Zum Vergleich: Mit dem nächsten Mobilfunkstandard der fünften Generation (5G) werden Datengeschwindigkeiten von bis zu 10.000 Mbit/s möglich sein.

Methodik der Auswertung

Die Daten zur Netzabdeckung wurden von der unabhängigen Unternehmensberatung P3 im Oktober 2018 auf Grundlage anonymer Daten von 150.000 Smartphone-Nutzern aus ganz Deutschland erhoben und von Verivox analysiert. Die Kategorien (ausgezeichnet, gut, ordentlich, mäßig, mangelhaft) geben die Wahrscheinlichkeit an, mit der auf dem Endgerät eine bestimme Signalstärke empfangen wird. Je besser die Kategorie, umso wahrscheinlicher wird eine für die verwendete Technologie (2G, 3G, 4G) gute Signalstärke empfangen. In der Kategorie „mangelhaft“ liegt die Wahrscheinlichkeit bei unter 20 Prozent.

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