Verbraucher-atlas: Mobilfunk in Deutschland

Mobilfunknetz in Deutschland

Wie gut sind die Sprachverbindungen im deutschen Mobilfunknetz? In welchen Ortschaften sind Deutschlands größte Funklöcher? Und an welchen beliebten Touristenzielen oder ICE-Bahnhöfen surfen Kunden mit dem Smartphone bereits im neuen 5G-Mobilfunknetz? Das und mehr erfahren Sie im Verivox-Verbraucher-Atlas.

Mobiles Surfen an beliebten Ausflugszielen

16 von 22 der beliebtesten Städte-Highlights, Schlösser und Burgen in Deutschland sind bereits mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G versorgt, darunter beliebte Touristenziele wie das Heidelberger Schloss, die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber oder das Brandenburger Tor in Berlin.

Doch an vielen Orten ist 5G-Mobilfunk genauso schnell wie der Vorgängerstandard 4G und liegt bei etwa 375 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). "Die Bandbreite ist abhängig von der Netzauslastung und vom genutzten Frequenzbereich, das betrifft sowohl das Netz als auch die Hardware. Sie sinkt außerdem, wenn 4G und 5G an einem Mobilfunkmast parallel genutzt werden", erklärt Jens-Uwe Theumer, Telekommunikationsexperte bei Verivox. Erfahren Sie in unserer interaktiven Karte, wie schnell Mobilfunkkunden an Deutschlands beliebten Ausflugszielen surfen.

An welchen Touristenzielen gibt es die schnellste Datenverbindung?

ICE-Bahnhöfe: Wo Reisende am schnellsten surfen

Die Mehrheit der Bahnhöfe an ICE-Schnellstrecken und Sprinterverbindungen ist schon ans Mobilfunknetz der 5. Generation angeschlossen, die meisten im Netz der Deutschen Telekom, aber auch bei Vodafone. Deutschlands schnellste Bahnhöfe auf diesen Verbindungen sind jeweils einer in Berlin, Darmstadt, Frankfurt am Main, Hamburg und Leipzig sowie zwei in Köln – hier ist bereits ein Gigabit pro Sekunde möglich. Um 5G-Mobilfunk nutzen zu können, benötigen Verbraucher allerdings ein 5G-fähiges Smartphone und einen passenden Mobilfunktarif.

Doch 5G bedeutet nicht automatisch Gigabit-Geschwindigkeit. An 40 Prozent der untersuchten 5G-Bahnhöfe sind aktuell maximale Geschwindigkeiten zwischen 150 und 375 Mbit/s erreichbar – abhängig von den vor Ort verwendeten Frequenzen. Auch zwischen den beiden D-Netzen herrschen teils große Geschwindigkeitsunterschiede: Am Berliner Hauptbahnhof liegen zum Beispiel ganze 900 Mbit/s zwischen dem Maximal-Speed beider Netzbetreiber. Entdecken Sie auf unseren interaktiven Karten, wie schnell Mobilfunkkunden an Deutschlands ICE-Haltestationen surfen.

ICE-Stationen: Mobiles Surfen im D1-Netz

ICE-Stationen: Mobiles Surfen im D2-Netz

Egal wie gut das Netz am Bahnhof ist – im Zug kommt oft nur ein Bruchteil der Bandbreite an. Denn die ICE-Scheiben lassen durch ihre spezielle Beschichtung kaum Funkstrahlung durch. Das Netz kommt daher über Repeater ins Zuginnere. "Die WLAN-Versorgung im Zug ist immer abhängig von der Qualität der Mobilfunkversorgung entlang der Strecke," sagt Jens-Uwe Theumer, Telekommunikationsexperte bei Verivox. Fährt der Zug durch Gebiete ohne Mobilfunkversorgung, brechen Gespräche mit dem Smartphone ab und Reisende kommen nicht mehr ins Internet. "Bis 2024 sind die Netzbetreiber dazu verpflichtet, sämtliche Schienenwege vollständig mit mobilem Breitbandinternet zu versorgen," erklärt Theumer weiter. Langfristig werden also auch Mobilfunkverbindungen für Zugreisende zuverlässiger und leistungsfähiger.

Methodik der Auswertung

Es wurden insgesamt 32 Start- und Endbahnhöfe sowie Zwischenhalte auf den deutschen ICE-Schnellstrecken und Sprinterverbindungen untersucht. Die vor Ort verfügbare maximale Surfgeschwindigkeit entstammt den Netzabdeckungskarten der Netzbetreiber Telekom (D1) und Vodafone (D2). Diese kann je nach Standort, Endgerät und aktueller Netzauslastung variieren.

Außerdem wurde die Netzversorgung mit den Mobilfunkstandards 4G und 5G an den 22 beliebtesten Reisezielen in Deutschland untersucht (Ranking für „Highlights in den Städten“ sowie für „Schlösser und Burgen“ laut Deutscher Zentrale für Tourismus, im Auftrag der Bundesregierung, https://www.germany.travel/de/microsite/top-100/germany-travel-attractions.html). Stand der Recherche: 24.09.2020. Die Angaben entstammen ebenfalls den Netzabdeckungskarten der Netzbetreiber Telekom und Vodafone.

Wo sind Mobilfunk-Sprachverbindungen mangelhaft?

Funklöcher über alle Flächenländer verteilt

In jedem deutschen Bundesland finden sich Ortschaften mit mangelhafter Sprachqualität beim Mobilfunk – mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Insgesamt gibt es 240 Orte mit mangelhafter Netzqualität. Die Wahrscheinlichkeit, an diesen Orten mit dem Smartphone eine gute Signalstärke zu bekommen, liegt bei unter 20 Prozent.

Die meisten Orte mit mangelhafter Netzqualität liegen im bevölkerungsreichen Baden-Württemberg (63) und Bayern (52). In Sachsen-Anhalt schneiden nur zwei Ortschaften mangelhaft ab, in Thüringen vier. Im Vergleich zur Städtedichte eines Bundeslandes ergeben sich Prozentwerte zwischen 5,7 (Baden-Württemberg) und 0,5 (Schleswig-Holstein).

Nicht nur in kleinen Dörfern oder auf dem Land werden Telefonate häufig unterbrochen oder Datenverbindungen erst gar nicht aufgebaut. Auch Städte mit fünfstelligen Einwohnerzahlen zählen zu den mangelhaft versorgten Ortschaften.

So wurde beispielsweise den niedersächsischen Städten Osterholz-Scharmbek (Postleitzahl 27711) – Kreisstadt des Landkreises Osterholz – eine mangelhafte Sprachqualität attestiert, ebenso wie Bad Harzburg (PLZ 38667). Die Städte haben über 30.000 bzw. 22.000 Einwohner. Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen (PLZ 57319, knapp 20.000 Einwohner) findet sich ebenfalls in der Liste der 240 Städte, ebenso wie ein Ortsteil von Heidelberg (Ziegelhausen, PLZ 69118).

Mobilfunknetze in Deutschland

Die drei deutschen Mobilfunknetze werden von den großen Mobilfunkanbietern betrieben:

  • D1-Netz: Deutsche Telekom
  • D2-Netz: Vodafone
  • O2-Netz: Telefonica Deutschland

Das D1-Netz der Telekom schneidet in den meisten Tests knapp vor Vodafone als das beste Mobilfunknetz ab, das O2-Netz von Telefonica Deutschland ist dagegen weniger ausgebaut, besonders in ländlichen Regionen. Die Mobilfunk-Discounter in Deutschland nutzen die Netze der großen Anbieter mit – sie sind ebenfalls auf das D1-, D2- und O2-Netz verteilt.

Das Handynetz ist für Verbraucher ein wichtiges Kriterium bei der Tarifwahl. Wer einen neuen Handyvertrag abschließen möchte, sollte vorher die Netzqualität an seinen häufigsten Aufenthaltsorten prüfen.

Netzausbau schreitet voran

Der Netzausbau ist insgesamt vorangeschritten, aber noch immer gibt es weiße Flecken auf der Mobilfunk-Landkarte. „Während mit 5G bereits der nächste Mobilfunkstandard in den Startlöchern steht, ist die Netzversorgung über 4G vielerorts noch unzureichend“, sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox.

Im Juli 2018 hatten die drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica zugesagt, bis 2021 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland mit Mobilfunk versorgen zu wollen – nicht mit 5G, sondern mit dem jetzigen 4G-Standard. Die Versteigerung erster Lizenzen für den nächsten Mobilfunkstandard 5G findet im Frühjahr 2019 statt.

Gerade für die Datenübertragung ist ein verlässliches 4G-Netz (LTE) notwendig. Ist nur UMTS (3G) vorhanden, reduziert sich die Geschwindigkeit beim mobilen Surfen deutlich. Mit der Vorgänger-Technik GSM (2G) können moderne Smartphones kaum noch surfen – die Download-Rate liegt dann bei gerade einmal 256 kbit/s. Zum Vergleich: Mit dem nächsten Mobilfunkstandard der fünften Generation (5G) werden Datengeschwindigkeiten von bis zu 10.000 Mbit/s möglich sein.

Methodik der Auswertung

Die Daten zur Netzabdeckung wurden von der unabhängigen Unternehmensberatung P3 im Oktober 2018 auf Grundlage anonymer Daten von 150.000 Smartphone-Nutzern aus ganz Deutschland erhoben und von Verivox analysiert. Die Kategorien (ausgezeichnet, gut, ordentlich, mäßig, mangelhaft) geben die Wahrscheinlichkeit an, mit der auf dem Endgerät eine bestimme Signalstärke empfangen wird. Je besser die Kategorie, umso wahrscheinlicher wird eine für die verwendete Technologie (2G, 3G, 4G) gute Signalstärke empfangen. In der Kategorie „mangelhaft“ liegt die Wahrscheinlichkeit bei unter 20 Prozent.

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