Verbraucher-atlas: Mobilfunk in Deutschland

Mobilfunknetz in Deutschland

An welchen beliebten Wanderwegen hat das Netz schon zum Streckenstart Lücken? Und an welchen Touristenzielen oder ICE-Bahnhöfen surfen Smartphone-Nutzer mit schnellem LTE oder sogar im neuen 5G-Mobilfunknetz? Das und mehr erfahren Sie im Verivox-Verbraucher-Atlas.

Handyempfang an Deutschlands schönsten Wanderwegen

Schnell noch die Karte der Wanderroute aufs Smartphone laden oder den aktuellen Wetterbericht checken – das ist an so gut wie jedem zweiten prämierten Wanderweg in Deutschland schon zu Beginn nicht möglich. Knapp die Hälfte der schönsten Tagestouren hat bereits zum Streckenstart kein LTE bzw. keinen Handyempfang. An vielen LTE-Lücken fallen Handynutzer ins alte 2G-Netz zurück – das reicht zum Telefonieren oder zum Verschicken einer Textnachricht aus. Eine reguläre Internetnutzung nach heutigen Maßstäben ist mit dem alten Netzstandard nicht möglich. Im Streckenverlauf kann sich der Empfang noch weiter verschlechtern, besonders in abgelegenen Regionen. Unser Tipp für Wander-Fans: Bereiten Sie Ihr Smartphone vor der Wanderung auf eine mögliche Offline-Nutzung vor, indem Sie Kartendaten und alle wichtigen Informationen zur Strecke vorher herunterladen.

Klicken Sie sich durch unsere interaktive Deutschland-Karte und erfahren Sie, welche Tagestouren mit Empfangslücken starten – und in welchem Netz Sie den besten Empfang haben.

Welche Wanderwege starten mit Netzlücken?

Methodik der Auswertung

Untersucht wurden 28 Wanderwege in 11 von 13 deutschen Flächenländern; die Tagestouren haben zwischen 5 und 22 Kilometern Länge. Basis für die „Schönsten Wanderwege Deutschlands“ ist die jährlich durchgeführte Leserwahl des „Wandermagazins“ (prämierte Wege für 2020 sowie Nominierungen für 2021). Es wurde die Netzverfügbarkeit an den Startpunkten der Wanderrouten ermittelt. Quelle sind die Netzabdeckungskarten der Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica sowie das Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur (1&1 Drillisch betreibt noch kein eigenes Mobilfunknetz). Die Karten ermöglichen das Auslesen der Empfangsdaten per Adresseingabe, jedoch nicht für Geo-Koordinaten in freier Natur.

Mobiles Surfen an beliebten Ausflugszielen

16 von 22 der beliebtesten Städte-Highlights, Schlösser und Burgen in Deutschland sind bereits mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G versorgt, darunter beliebte Touristenziele wie das Heidelberger Schloss, die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber oder das Brandenburger Tor in Berlin.

Doch an vielen Orten ist 5G-Mobilfunk genauso schnell wie der Vorgängerstandard 4G und liegt bei etwa 375 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). "Die Bandbreite ist abhängig von der Netzauslastung und vom genutzten Frequenzbereich, das betrifft sowohl das Netz als auch die Hardware. Sie sinkt außerdem, wenn 4G und 5G an einem Mobilfunkmast parallel genutzt werden", erklärt Jens-Uwe Theumer, Telekommunikationsexperte bei Verivox. Erfahren Sie in unserer interaktiven Karte, wie schnell Mobilfunkkunden an Deutschlands beliebten Ausflugszielen surfen.

An welchen Touristenzielen gibt es die schnellste Datenverbindung?

ICE-Bahnhöfe: Wo Reisende am schnellsten surfen

Die Mehrheit der Bahnhöfe an ICE-Schnellstrecken und Sprinterverbindungen ist schon ans Mobilfunknetz der 5. Generation angeschlossen, die meisten im Netz der Deutschen Telekom, aber auch bei Vodafone. Deutschlands schnellste Bahnhöfe auf diesen Verbindungen sind jeweils einer in Berlin, Darmstadt, Frankfurt am Main, Hamburg und Leipzig sowie zwei in Köln – hier ist bereits ein Gigabit pro Sekunde möglich. Um 5G-Mobilfunk nutzen zu können, benötigen Verbraucher allerdings ein 5G-fähiges Smartphone und einen passenden Mobilfunktarif.

Doch 5G bedeutet nicht automatisch Gigabit-Geschwindigkeit. An 40 Prozent der untersuchten 5G-Bahnhöfe sind aktuell maximale Geschwindigkeiten zwischen 150 und 375 Mbit/s erreichbar – abhängig von den vor Ort verwendeten Frequenzen. Auch zwischen den beiden D-Netzen herrschen teils große Geschwindigkeitsunterschiede: Am Berliner Hauptbahnhof liegen zum Beispiel ganze 900 Mbit/s zwischen dem Maximal-Speed beider Netzbetreiber. Entdecken Sie auf unseren interaktiven Karten, wie schnell Mobilfunkkunden an Deutschlands ICE-Haltestationen surfen.

ICE-Stationen: Mobiles Surfen im D1-Netz

ICE-Stationen: Mobiles Surfen im D2-Netz

Egal wie gut das Netz am Bahnhof ist – im Zug kommt oft nur ein Bruchteil der Bandbreite an. Denn die ICE-Scheiben lassen durch ihre spezielle Beschichtung kaum Funkstrahlung durch. Das Netz kommt daher über Repeater ins Zuginnere. "Die WLAN-Versorgung im Zug ist immer abhängig von der Qualität der Mobilfunkversorgung entlang der Strecke," sagt Jens-Uwe Theumer, Telekommunikationsexperte bei Verivox. Fährt der Zug durch Gebiete ohne Mobilfunkversorgung, brechen Gespräche mit dem Smartphone ab und Reisende kommen nicht mehr ins Internet. "Bis 2024 sind die Netzbetreiber dazu verpflichtet, sämtliche Schienenwege vollständig mit mobilem Breitbandinternet zu versorgen," erklärt Theumer weiter. Langfristig werden also auch Mobilfunkverbindungen für Zugreisende zuverlässiger und leistungsfähiger.

Methodik der Auswertung

Es wurden insgesamt 32 Start- und Endbahnhöfe sowie Zwischenhalte auf den deutschen ICE-Schnellstrecken und Sprinterverbindungen untersucht. Die vor Ort verfügbare maximale Surfgeschwindigkeit entstammt den Netzabdeckungskarten der Netzbetreiber Telekom (D1) und Vodafone (D2). Diese kann je nach Standort, Endgerät und aktueller Netzauslastung variieren.

Außerdem wurde die Netzversorgung mit den Mobilfunkstandards 4G und 5G an den 22 beliebtesten Reisezielen in Deutschland untersucht (Ranking für „Highlights in den Städten“ sowie für „Schlösser und Burgen“ laut Deutscher Zentrale für Tourismus, im Auftrag der Bundesregierung, https://www.germany.travel/de/microsite/top-100/germany-travel-attractions.html). Stand der Recherche: 24.09.2020. Die Angaben entstammen ebenfalls den Netzabdeckungskarten der Netzbetreiber Telekom und Vodafone.

Mobilfunknetze in Deutschland

Die drei deutschen Mobilfunknetze werden von den großen Mobilfunkanbietern betrieben:

  • D1-Netz: Deutsche Telekom
  • D2-Netz: Vodafone
  • O2-Netz: Telefonica Deutschland

Das D1-Netz der Telekom schneidet in den meisten Tests knapp vor Vodafone als das beste Mobilfunknetz ab, das O2-Netz von Telefonica Deutschland ist dagegen weniger ausgebaut, besonders in ländlichen Regionen. 1&1 Drillisch, der Neueinsteiger unter den Netzbetreibern, hat noch kein eigenes Mobilfunknetz in Betrieb. Die Mobilfunk-Discounter in Deutschland nutzen die Netze der großen Anbieter mit – sie sind ebenfalls auf das D1-, D2- und O2-Netz verteilt.

Das Handynetz ist für Verbraucher ein wichtiges Kriterium bei der Tarifwahl. Wer einen neuen Handyvertrag abschließen möchte, sollte vorher die Netzqualität an seinen häufigsten Aufenthaltsorten prüfen.

Netzausbau schreitet voran

Der Netzausbau ist insgesamt vorangeschritten, aber noch immer gibt es weiße Flecken auf der Mobilfunklandkarte. Im Juli 2018 hatten die drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica zugesagt, bis 2021 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland mit Mobilfunk versorgen zu wollen – nicht mit 5G, sondern mit dem jetzigen 4G-Standard. Um die Netzabdeckung zu verbessern, setzen die Provider künftig auch auf Kooperationen zur Standortmitbenutzung. Die Versteigerung der Lizenzen für den nächsten Mobilfunkstandard 5G fand im Frühjahr 2019 statt. Der Netzausbau wird aktuell von den Providern deutschlandweit vorangetrieben.

Gerade für die Datenübertragung ist ein verlässliches 4G-Netz (LTE) notwendig. Das alte UMTS-Netz (3G) wird 2021 endgültig abgeschaltet. Mit der Vorgänger-Technik GSM (2G) können moderne Smartphones kaum noch surfen – die Download-Rate liegt dann bei gerade einmal 256 kbit/s oder weniger. Zum Vergleich: Mit dem neuen Mobilfunkstandard der fünften Generation (5G) werden Datengeschwindigkeiten von bis zu 10.000 Mbit/s möglich sein.

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