Solar Warmwasser

Wer für die Erhitzung des Warmwassers solare Energie verwendet, schont damit nicht nur die Umwelt, sondern langfristig auch seinen Geldbeutel. Eine sogenannte Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung greift schließlich auf die unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung stehende Strahlungsenergie der Sonne zurück. Viele Hausbesitzer fragen sich, ob sich eine solche Anlage lohnt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Warmwasseraufbereitung durch Solaranlage
  3. Wie groß muss die Solaranlage sein?
  4. Kosten
  5. Rentabilität
  6. Fördermöglichkeiten
  7. Verwandte Themen

Das Wichtigste in Kürze

  • Mithilfe einer Solarthermieanlage ist es möglich, die Energie der Sonne zur Warmwasserbereitung zu nutzen.
  • Ein derartiges System umfasst im Wesentlichen Solarkollektoren, ein Leitungssystem mit Wärmeträger sowie Solarspeicher und eine Pumpe.
  • Die durchschnittlichen Kosten für eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung betragen zwischen 3.500 und 5.000 Euro.
  • Da eine Solar-Warmwasser-Versorgung als besonders umweltschonend gilt, stellt der Staat für die Errichtung und Erweiterung derartiger Systeme Fördermittel bereit.

Wie funktioniert die Warmwasseraufbereitung mit einer Solaranlage?

Eine Solarthermieanlage wandelt Sonnenenergie in nutzbare Wärme um. Die heute dafür verwendeten Systeme setzen sich für gewöhnlich aus Solarkollektoren, einem Solarkreis (Leitungsnetz), einer Pumpe und einem Pufferspeicher zusammen. Je nach Anlage kommen entweder Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren zum Einsatz. Letztgenannte gelten als effizienter und eignen sich daher vor allem für Einsatzorte und Einrichtungen, die nur wenig Platz bieten.

Die auf dem Dach oder an der Fassade angebrachten Kollektoren sind mit dem Solarkreis verbunden, in dem sich ein Wärmeträger befindet. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um ein Wasser-Frostschutz-Gemisch. Die Solarkollektoren erwärmen diese Flüssigkeit, woraufhin die Pumpe sie über ein Rohrsystem vom Dach zum Warmwasserspeicher weiterleitet. In diesem befindet sich das erhitzte Trinkwasser, das der Speicher bei Bedarf an die im Haus vorhandenen Entnahmestellen abgibt. Um sicherzustellen, dass auch bei einer länger anhaltenden Schlechtwetterperiode warmes Wasser bereitsteht, erhält das System gegebenenfalls Unterstützung von einer konventionellen Heizungsanlage.

Lassen sich Warmwasser und Heizung mit einer Solarthermieanlage kombinieren?

Eine entsprechende Anlage muss nicht darauf beschränkt sein, Warmwasser mithilfe solarer Energie bereitzustellen. Sie kann auch das reguläre Heizungssystem unterstützen. Hausbesitzer haben daher die Wahl: Es gibt Ausführungen, die lediglich der Warmwasserbereitstellung dienen, dann solche, die nur für die Raumerwärmung nutzbar sind, und schließlich Kombisysteme.

Wie groß muss die Solaranlage sein?

Welche Größe die Anlage haben sollte, lässt sich nicht pauschal sagen, da dies von mehreren Variablen abhängt. Neben den örtlichen Gegebenheiten ist vor allem der zu erwartende Warmwasserbedarf und damit die Haushaltsgröße entscheidend. Eine Einzelperson benötigt im Schnitt täglich rund 50 Liter warmes Wasser. Um eine solche Menge Warmwasser mit solarer Energie bereitstellen zu können, ist im Durchschnitt eine Kollektorfläche von etwa einem (Vakuumkollektoren) bis anderthalb Quadratmetern (Flachkollektoren) notwendig. Beim Speichervolumen empfiehlt es sich, pro Person mit 80 bis 100 Litern zu rechnen.

Leben in einem Haushalt vier Personen, ist somit normalerweise eine Kollektorfläche von vier bis sechs Quadratmetern notwendig. Der Wasserspeicher sollte dann zwischen 320 und 400 Liter fassen.

Was kostet die Solar-Warmwasseraufbereitung?

Es gibt mehrere Faktoren, die die Kosten der Warmwasseraufbereitung beeinflussen. Von entscheidender Bedeutung ist die Größe der Kollektorfläche und des Warmwasserspeichers. Zu den weiteren Kostenstellen zählen das Leitungsnetzwerk und natürlich die Montage der gesamten Anlage. Dient diese ausschließlich dem Zweck, Warmwasser solar zu erhitzen, fallen die Kosten etwas niedriger aus als bei einem kombinierten System. Das hängt damit zusammen, dass dann auch eine geringere Kollektorfläche notwendig ist. Für gewöhnlich belaufen sich die Kosten auf 3.500 bis 5.000 Euro. Wie sich die Kosten zusammensetzen, verdeutlicht die nachfolgende Auflistung:

  • Solarkollektoren: circa 1.500 bis 2.000 Euro
  • Solarspeicher: circa 800 bis 1.000 Euro
  • Leitungsnetzwerk und Montage: 1.200 bis 1.500 Euro

Wann lohnt es sich, Solar-Warmwasser zu nutzen?

Auch wenn die Anschaffung einer Solarthermieanlage mit einer vierstelligen Summe einhergeht, amortisiert sich ein solches System mit der Zeit. Für gewöhnlich haben diese Anlagen einen Deckungsgrad von 50 bis 60 Prozent. Somit lassen sich mit einer Solaranlage die für das Warmwasser anfallenden Kosten um die Hälfte senken. In einem durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt entspricht dies immerhin einer Einsparung von 2.000 Kilowatt pro Jahr.

Je nach Ausführung und Standort amortisiert sich das System also nach 10 bis 15 Jahren. Bei Kombianlagen sind es circa 15 bis 20 Jahre. Unter Berücksichtigung der steigenden Preise für Öl und Gas lässt sich davon ausgehen, dass die Solaranlage noch früher wirtschaftlich wird. Tendenziell ist das Einsparpotenzial umso größer, je mehr Wasser die in dem Haus wohnenden Personen verbrauchen. Daher lohnt sich eine Solarthermieanlage für Warmwasser in erster Linie für Haushalte ab mindestens drei Personen.

Welche Förderungen sind möglich?

Wer eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung installieren lässt, kann bei verschiedenen Stellen eine Förderung beantragen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt sowohl die Errichtung als auch die Erweiterung derartiger Anlagen – allerdings bis auf wenige Ausnahmen nur auf oder an Bestandsgebäuden.

Liegt die Kollektorfläche zwischen drei und zehn Quadratmetern, beträgt die Fördersumme 500 Euro. Bei einer Fläche zwischen 10 und 40 Quadratmetern zahlt die Behörde 50 Euro je Quadratmeter. Den zusätzlichen Austausch eines alten Heizkessels ohne Brennwerttechnik gegen einen neuen mit entsprechender Technik unterstützt der Staat mit weiteren 500 Euro. Für eine Kombianlage erhalten Hausbesitzer sogar noch höhere Summen. Allerdings gibt es einige Voraussetzungen für die Bewilligung von Fördermitteln:

  • Die verwendeten Solarkollektoren müssen sich auf der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erstellten Liste der förderfähigen Kollektoren befinden.
  • Die Bruttokollektorfläche muss mindestens drei Quadratmeter betragen.
  • Der Solarspeicher muss mindestens 200 Liter fassen.

Eine indirekte Förderung bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an. Die Förderbank gewährt Eigentümern, die eine Solarthermieanlage auf ihrem Dach errichten lassen, besonders günstige Kredite. Auch eine Kombination der Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mit dem KfW-Kredit ist möglich.