Trotz Energiewende: Steinkohleverbrauch 2012 gestiegen

18.07.2013 | 09:08

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Düsseldorf - Ungeachtet aller Bemühungen um eine ökologische Energiewende ist der Verbrauch von Steinkohle im vergangenen Jahr bundesweit gestiegen. Nach einer am Mittwoch in Düsseldorf vorgestellten Bilanz des Vereins der Kohlenimporteure wuchs der Steinkohleverbrauch um mehr als drei Prozent oder 1,7 Millionen Tonnen auf 57 Millionen Tonnen. Vor allem der Verbrauch von Kraftwerkskohle sei deutlich um mehr als 6,1 Prozent auf 40 Millionen Steinkohleeinheiten gestiegen.

Eine Tonne Steinkohleeinheiten bezeichnet die Energie, die beim Verbrennen einer Tonne Steinkohle frei wird. Die Einheit dient zur Messung und zum Vergleich von Primärenergieträgern.

Steinkohlekraftwerke ersetzten vielfach Gaskraftwerke, die wegen des Überangebots an erneuerbaren Energien kaum mehr liefen, sagte der Geschäftsführer des Vereins, Erich Schmitz. "Das eine schizophrene Folge der Energiewende." Der Koks- und Kokskohleverbrauch für die Stahlindustrie sei zugleich konjunkturbedingt um rund ein Zehntel zurückgegangen. Insgesamt werde für das laufende Jahr wieder ein Steinkohleimport auf Vorjahresniveau von 46 Millionen Tonnen erwartet.

Deutschland produziert noch rund ein Fünftel der Steinkohle selbst, 80 Prozent werden importiert. Russland, Kolumbien und die USA sind dabei die wichtigsten Lieferanten.