Schadensfall durch das eigene Haustier: Wie verhält man sich?

Ratgeber / Versicherungen

Bild: Hund auf dem Wohnzimmerteppich Bild: ©shironosov/iStock/thinkstock.de / Text: Verivox

Hat Ihr Hund oder Pferd einen Unfall verursacht, bei dem bereits ersichtlich ist, dass daraus ein großer finanzieller Schaden oder sogar ein Personenschaden resultieren wird? Um sicherzugehen, dass Ihre Tierhaftpflichtversicherung den aufkommenden Schaden auch übernimmt und Ihnen finanziell unter die Arme greift, ist richtiges Verhalten im Schadensfall unerlässlich.

Was zählt als Schadensfall und wann greift die Tierhaftpflicht?

Per Definition ist ein Schadensfall ein Ereignis, welches die Leistungspflicht der Versicherungsgesellschaft auslöst. Alle Ereignisse, die als Schadensfall in Frage kommen, sind im Versicherungsvertrag aufgelistet. Je nach Konditionen des Vertrages fallen die Leistungen der Versicherungen unterschiedlich aus. Tierhalter haften laut Gesetz für alle Schäden, die ihr Tier an dritten  Personen, deren Vermögen oder deren Gegenständen verursacht hat. Ob zu diesen dritten Personen auch Familie und Freunde zählen, hängt von der jeweiligen Versicherung ab und sollte vor Vertragsschluss überprüft werden.  

Ein Verschulden des Besitzers muss im Versicherungsfall nicht bestehen, bereits impulsives und typisch tierisches Verhalten genügt als Grund zur Leistungserbringung. Dies begründet sich in der sogenannten Gefährdungshaftung, laut welcher schon allein das Halten eines Hundes oder Pferdes eine potenzielle Gefahr darstellt. Wie bei der Kfz-Haftpflichtversicherung wird mit der Gefährdungshaftung dieses generelle Risiko miteinkalkuliert.

Pflichten des Versicherungsnehmers im Schadensfall

Im Schadensfall hat der Unfallverursacher seiner Versicherung gegenüber Pflichten, die sogenannten Obliegenheiten. Zu diesen gehören laut § 28 und § 30-31 VVG mitunter:

  • die Rettungspflicht
  • die Anzeigepflicht
  • die Auskunftspflicht
  • die Belegpflicht

Sobald also ein Versicherungsfall eintritt, muss der Versicherte diesen Obliegenheiten umgehend nachkommen. Zunächst ist er zur bestmöglichen Rettung der Geschädigten verpflichtet. Dazu zählen erste Hilfe, die Sicherung der Unfallstelle (wenn Fahrzeuge involviert sind) und gegebenenfalls das Rufen eines Krankenwagens. Dies wird auch Schadensminderungspflicht genannt, da der Versicherungsnehmer dazu verpflichtet ist, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Die Anzeigepflicht besagt, dass zur Inanspruchnahme des Versicherungsschutzes der Unfall der Haftpflichtversicherung umgehend gemeldet werden muss – dies gilt übrigens auch für den Geschädigten. Als Nächstes muss der Auskunftspflicht  nachgekommen werden. Auf Wunsch müssen dabei den Sachbearbeitern alle Informationen geliefert werden, die sie benötigen.

Zu guter Letzt besagt die Belegpflicht, dass der Versicherungsnehmer der Versicherungsgesellschaft Beweise in Form von Fotos oder Zeugenaussagen für den Unfallhergang vorlegen muss. Allerdings muss der Auskunfts- und Belegpflicht nur nach Aufforderung seitens des Versicherers nachgekommen werden. Rettungs- und Anzeigepflicht sind dagegen bei jedem Unfall vorgeschrieben.

Die richtige Versicherung wählen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl der richtigen Versicherung für den richtigen Schadensfall. Dies erscheint logisch, soll hier aber trotzdem nochmals betont werden, damit im Durcheinander eines Unfalls richtig gehandelt werden kann. Es muss immer zuerst die Versicherung verständigt werden, die in einem solchen Fall greifen muss. Das heißt im Klartext: Verursacht ein Pferd einen Schaden an einem Auto, so muss als Erstes die eigene Pferdehaftpflichtversicherung und nicht etwa die Privathaftpflichtversicherung informiert werden.

Auf keinen Fall darf der Versicherte Schadenersatzansprüche akzeptieren, ohne diese zuvor mit seiner Tierhaftpflichtversicherung abzusprechen, oder gar ein Schuldgeständnis unterschreiben. Diese Handlungen sowie das Vernachlässigen der oben genannten Obliegenheiten können schlimmstenfalls dazu führen, dass der Unfallverursacher sich eine neue, gegebenenfalls teurere Versicherung suchen muss – denn Versicherer haben das Recht, nach Schadensfällen unprofitablen Kunden ohne Wenn und Aber zu kündigen.

Schadensprüfung

Hat die Versicherungsgesellschaft schließlich alle Informationen zusammengetragen, so wird sie prüfen, ob der Versicherungsnehmer rechtlich überhaupt zum Schadenersatz verpflichtet ist oder nicht. Ist der Versicherte zum Schadenersatz verpflichtet, so zahlt die Versicherung den Schaden entsprechend der zuvor vereinbarten Deckungssumme. Sollte der Fall eintreten, dass der Versicherte gar nicht für das Schadensereignis haften muss, so werden unberechtigte Forderungen notfalls auch vor Gericht abgewehrt. Für die Kosten dieser gerichtlichen Abwehr kommt ebenfalls die Versicherung auf. Mit Verivox können Sie das Angebot an Tierhaftpflichtversicherungen direkt vergleichen und die richtige Police für Sie und Ihren vierbeinigen Freund auswählen.

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