Wie sich die Energiepreise dieses Jahr entwickelt haben

Heidelberg - Im Jahr 2018 gingen die Preise in den Bereichen Strom, Gas und Heizöl deutlich nach oben. Im neuen Jahr wird der Trend voraussichtlich weiter anhalten. Die Energieexperten von Verivox ziehen Bilanz.

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Bild: Paar mit Tablet auf dem Sofa Bild: ©bernardbodo / Adobe Stock / Text: Verivox

Strompreise zeigen weiter nach oben

Der durchschnittliche Strompreis ist zwischen Juli und Dezember 2018 um rund 3 Prozent angestiegen. Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) bezahlte laut Verivox-Verbraucherpreisindex Strom im Juli 2018 noch durchschnittlich 27,58 Cent/kWh, im Dezember sind es 28,4 Cent/kWh.

„Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem die Steuern, Umlagen und Abgaben das Preisniveau beim Strom erhöht haben, wird sich ihr Anteil im kommenden Jahr kaum ändern. Auch bei den Netznutzungsgebühren ändert sich im bundesweiten Durchschnitt wenig. Preistreibend wirken die gestiegenen Beschaffungskosten der Stromversorger. Diese sind im Jahresverlauf um fast ein Drittel gestiegen“, so Mathias Köster-Niechziol, Marktexperte bei Verivox.

Strombörsenpreise im Aufwärtstrend

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Die für den Kraftwerksbetrieb wichtigen Preise für CO2-Zertifikate haben sich im Laufe des Jahres mehr als verdoppelt. Auch die Preise für Gas und Kohle, die als Brennstoff für Kraftwerke verwendet werden, sind deutlich in die Höhe gegangen. Dämpfend haben die Erneuerbaren Energien gewirkt – es wurde mehr Strom aus ihnen produziert als jemals zuvor in Deutschland.

Steigende Strompreise zum Jahresbeginn

„Da viele Stromversorger die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weitergeben, wird das Strompreisniveau im kommenden Jahr weiter anziehen“, sagt Mathias Köster-Niechziol. Für Januar und Februar haben 444 Strom-Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 5 Prozent angekündigt. Ein Haushalt bezahlt dann künftig rund 55 Euro mehr.

Talfahrt der Gaspreise beendet

Die Gaspreise sind zwischen Juli und Dezember 2018 im bundesdeutschen Durchschnitt um rund 5 Prozent gestiegen. Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) bezahlte im laut Verivox-Verbraucherpreisindex Gas im Juli 2018 noch durchschnittlich 5,57 Cent/kWh, im Dezember sind es 5,85 Cent/kWh.

„Fast fünf Jahre lang kannten die Gaspreise nur eine Richtung: nach unten. Seit Mitte des Jahres hat sich der Trend gedreht und die Preise für die Endkunden ziehen wieder an“, sagt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox.

„Die Steuern und Abgaben im Bereich Gas haben sich nicht geändert, die Netznutzungsgebühren sind im bundesweiten Durchschnitt leicht angestiegen. Noch schwerer wiegt, dass die Großhandelspreise für Gas im Jahr 2018 um rund 30 Prozent angezogen haben. Das hat Gaspreiserhöhungen im kommenden Jahr für die Verbraucher zur Folge.“

Großhandelspreise für Gas deutlich erhöht

„Die Gaspreise sind zwar in Lieferverträgen kaum noch direkt an die Ölpreise gekoppelt, dennoch folgen sie einem ähnlichen Trend wie die internationalen Rohölpreise. Seit Mitte 2016 gibt es hier einen ansteigenden Trend“, sagt Valerian Vogel.

Für Januar, Februar und März haben insgesamt 279 Gas-Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 9 Prozent angekündigt. Das führt zu höheren Jahreskosten von über 100 Euro.

Heizölpreise mit starker Herbst-Spitze

Die Preise für Heizöl sind im Jahresverlauf deutlich angestiegen. Im Januar 2018 kosteten 100 Liter Heizöl im bundesdeutschen Durchschnitt rund 63 Euro. Danach sanken die Preise für zwei Monate, ab April ging es jedoch stetig nach oben. Im Juli erreichten sie 68 Euro/Hektoliter. Ihren Höhepunkt erreichten sie im Oktober mit rund 80 Euro/Hektoliter. Seither sind sie wieder um rund 10 Euro gefallen.

„Die Heizölpreise folgen im Wesentlichen der Entwicklung der internationalen Rohölpreise. Daher lässt sich die saisonale Entwicklung kaum abschätzen. Verbraucher sollten sich daher in erster Linie nach dem Füllstand ihres Tanks richten und prüfen, ob Sammelbestellungen mit den Nachbarn möglich sind“, sagt Energieexperte Valerian Vogel.

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