Gaspreise für deutsche Haushalte sinken

12.03.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Die durchschnittlichen Gaspreise für die deutschen Haushalte sind in den letzten 12 Monaten um rund vier Prozent gesunken. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen wird dieser Trend voraussichtlich weiter anhalten. Doch es wird nicht überall automatisch günstiger. Ob ein einzelner Haushalt wirklich weniger bezahlt, hängt vom aktuellen Gastarif ab.

Niedrigere Großhandelspreise senken Kosteniveau

Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) bezahlte im März 2019 im bundesdeutschen Durchschnitt rund 1.220 Euro pro Jahr. Im März 2020 sind es durchschnittlich 1.166 Euro, was einem Rückgang von 4,4 Prozent entspricht. „Diese Entwicklung spiegelt den Trend sinkender Erdgaspreise im Großhandel wider“, sagt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. „Der Grenzübergangspreis für Erdgas ist im Laufe des Jahres 2019 um rund 27 Prozent gefallen. An den Spotmärkten haben sich die Preise zeitweise mehr als halbiert. Viele Gasversorger können ihren Kunden nun bessere Angebote machen.“

Preise beim selben Versorger können sich unterschiedlich entwickeln

„Allerdings gestaltet sich die Preisgestaltung in den einzelnen Tarifgruppen sehr unterschiedlich. Die Grundversorgungstarife der örtlichen Versorger sind in den letzten 12 Monaten sogar angestiegen.“

Der örtliche Grundversorgungstarif, zu dessen Preisen laut Bundesnetzagentur rund ein Viertel der Haushalte beliefert wird, lag bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh im März 2019 bei 1.426 Euro und ist aktuell auf 1.462 Euro geklettert – ein Anstieg von rund 2,5 Prozent. Der jeweils günstigste Tarif des örtlichen Grundversorgers ist hingegen im gleichen Zeitraum von 1.195 Euro auf 1.183 Euro und damit um rund 1 Prozent gesunken.

Durch einen Wechsel des Gasanbieters lässt sich deutlich mehr sparen. Der günstigste verfügbare Gastarif mit empfehlenswerten Bedingungen liegt aktuell bei durchschnittlich 925 Euro im Jahr.

„Diese Preisunterschiede machen deutlich, dass niedrigere Gaspreise tatsächlich nur bei den Verbrauchern ankommen, die sich aktiv um einen günstigeren Tarif kümmern“, sagt Valerian Vogel.

Sinkender Preistrend bei Heizöl und Erdgas hält an

Die Preise für Heizöl sind in den letzten 12 Monaten um rund 15 Prozent gefallen. „Angesichts der stark gesunkenen Rohölpreise wird dieser Trend zumindest mittelfristig weiter anhalten“, sagt Valerian Vogel. „Aktuell dominieren die Corona-Krise und die schwächelnde Weltwirtschaft die Energiemärkte. Weder bei Erdgas noch bei Heizöl sehen wir derzeit Hinweise auf steigende Preise.“

Das Preisniveau beim Heizöl ist derzeit beinahe auf einem Drei-Jahres-Tief. Wer nun seinen Tank nachfüllen muss, erwischt nicht den schlechtesten Zeitpunkt.

Methodik

Der durchschnittliche Gaspreis wurden mit Hilfe des Verivox-Verbraucherpreisindex Gas erhoben. Er berücksichtigt jeweils die Preise der Grundversorger und der 30 wichtigsten überregionalen Gasanbieter für einen Jahresverbrauch von 20.000 kWh. Die Gewichtung der unterschiedlichen Preisstände wird über die Anzahl der Haushalte der belieferten Regionen vorgenommen. Die Gewichtung zwischen den verschiedenen Tariftypen erfolgt über die aktuell veröffentlichten Wechselquoten. Die aktuellen Heizölpreise stammen von esyoil.