Brasilianische Regierung gibt grünes Licht für drittgrößten Staudamm der Welt

02.02.2010

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: AFP

Brasilia - Die brasilianische Regierung hat trotz der Proteste von Umweltschützern und Ureinwohnern grünes Licht für den Bau des drittgrößten Staudamms der Welt gegeben. Das Umweltministerium in Brasilia genehmigte am Montag (Ortszeit) den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte im Amazonas-Gebiet. Das Kraftwerk soll ab 2015 11.000 Megawatt Strom erzeugen. Aktivisten warnten, wegen des Bauprojekts müssten 20.000 Menschen umgesiedelt werden.

Die Baugenehmigung für den Staudamm Belo Monte sei mit zahlreichen Auflagen verbunden, hob der brasilianische Umweltminister Carlos Minc hervor. Der Bauherr müsse 1,5 Milliarden Real (570 Millionen Euro) als Entschädigung für Ureinwohner bereitstellen, die umgesiedelt werden müssten. Der Stausee wird rund 500 Quadratkilometer Land überfluten. Die Ausschreibung der Arbeiten am Xingu, einem Zufluss des Amazonas im nördlichen Bundesstaat Pará, soll im April beginnen, die Stromproduktion im Jahr 2015.

Mit einer Leistung von 11.000 Megawatt soll der Belo Monte der drittgrößte Staudamm der Welt werden. Noch höhere Leistungen erbringen bislang lediglich der ebenfalls brasilianische Itaipu-Stausee mit 14.000 Megawatt und der Drei-Schluchten-Stausee in China mit 18.000 Megawatt. Die Baukosten für das neue Kraftwerk in Brasilien werden mit elf Milliarden Dollar (knapp acht Milliarden Euro) veranschlagt. An der brasilianischen Energieproduktion soll der Belo Monte einen Anteil von elf Prozent haben. Wasserkraft deckt schon jetzt 80 Prozent des brasilianischen Strombedarfs.

Das Staudammprojekt hat zahlreiche Gegner. Die örtlichen Behörden kritisierten, der Bau werde "Evakuierungen vom Umfang beim Bau des Panama-Kanals" nötig machen. Außerdem drohe der Stausee den Xingu auf einer Strecke von 100 Kilometern auszutrocknen, darunter würden tausende Ureinwohner und Kleinbauern leiden. Nach Angaben der Bewegung Xingu Vivo müssen wegen des Baus 20.000 Anwohner ihre Heimat verlassen. Außerdem würden 100.000 Menschen in die Region kommen in der Hoffnung, bei dem Bauprojekt Arbeit zu finden. "Ich bedauere es sehr, dass diese Lizenz vergeben wurde, dieses Kraftwerk wird das Chaos sein", sagte der Bischof von Xingu, Erwin Kräutler, der Nachrichtenagentur AFP. Er warnte zudem vor Umweltschäden.

Das brasilianische Bergbauministerium verteidigte das Projekt. Es solle dazu beitragen, die für das Wachstum des aufstrebenden Schwellenlands notwendige Energie bereitzustellen.