E-Scooter – Das müssen Sie über Elektroscooter wissen

E-Scooter werden immer beliebter. Die Kleinstfahrzeuge sind kompakt und damit leicht zu transportieren. Sie eignen sich vor allem für kurze Strecken, womit sich Elektroroller insbesondere in Städten zur Fortbewegung anbieten. Hierzu steht der Fahrer auf dem Roller, schiebt das Gefährt kurz mit den Füßen an und bringt den Elektromotor so in Schwung.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Das E-Scooter-Gesetz
  3. E-Scooter versichern
  4. Häufige Fragen zum E-Scooter
  5. E-Scooter: Lieber kaufen oder mieten?
  6. Übersicht: Aktuelle Hersteller und Modelle
  7. Übersicht: Sharing und Leihdienste für E-Scooter

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 17.05.2019 hat der Bundesrat dem Gesetz für E-Tretroller zugestimmt.
  • E-Scooter gehören zu den Elektrokleinstfahrzeugen und unterliegen der Straßenverkehrsordnung.
  • Die Roller dürfen nicht auf Gehwegen und in Fußgängerzonen fahren.
  • Auf deutschen Straßen dürfen Elektro-Tretroller bis zu 20 km/h fahren und es gilt ein Mindestalter von 14 Jahren.
  • Im öffentlichen Straßenverkehr dürfen E-Scooter nur fahren, wenn eine Kfz-Haftpflichtversicherung vorhanden ist.

Das E-Scooter-Gesetz

Aktuell ist das Fahren von Elektrokleinstfahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr illegal. Wer mit einem Fahrzeug erwischt wird, kann mit einer Geldstrafe rechnen. Im Falle eines Unfalls haftet der Fahrer für alle Schäden. Die Elektro-Tretroller hingegen sollen nun zugelassen werden. Zwar wurde dem Gesetz für E-Scooter am 17.05.2019 im Bundesrat zugestimmt, jedoch müssen die erforderlichen Gesetzesänderungen nun von der Bundesregierung umgesetzt werden.

Lange Zeit waren im öffentlichen Straßenverkehr lediglich E-Scooter mit einer Höchstgeschwindigkeit von 6 Kilometern pro Stunde erlaubt. Mit der 2019 vom Bundeskabinett abgesegneten Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung wird die Regierung eine neue Fahrzeugklasse einführen. Die umgangssprachlich E-Scooter-Gesetz genannte Regelung betrifft im Wesentlichen stehend gefahrene Vehikel mit einer Lenk- oder Haltstange, die Geschwindigkeiten zwischen 6 und 20 Kilometern pro Stunde erreichen. Beim Fahren eines elektrischen Rollers muss kein Helm getragen werden.

Um als elektrisches Kleinstfahrzeug zu gelten, darf ein E-Scooter maximal 70 Zentimeter breit, 1,4 Meter hoch und 2 Meter lang sein. Das zulässige Maximalgewicht ohne Fahrer liegt bei 55 Kilogramm. Darüber hinaus darf der Elektroroller höchstens eine Leistung von 500 Watt besitzen. Für selbstbalancierende Fahrzeuge gelten dagegen 1.200 Watt.

Für E-Scooter gilt eine Versicherungspflicht

E-Scooter benötigen eine Versicherungsplakette in Form eines Aufklebers, der eine bestehende Kfz-Haftpflichtversicherung nachweist. Dieser Versicherungsschutz kostet pro Jahr etwa 30 bis 60 Euro. Fahrer, die jünger als 23 Jahre sind, müssen mit etwas höheren Beiträgen rechnen. Der Grund dafür ist, dass junge Menschen statistisch betrachtet häufiger Unfälle verursachen.

Die Versicherung wird für ein Jahr abgeschlossen und muss nach Ablauf erneuert werden. Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflicht, empfehlen wir den Abschluss einer Teilkasko-Versicherung. So sind Sie z. B. im Falle eines Diebstahls oder Kurzschlussschäden abgesichert. Bei einigen Anbietern werden die schadenfreien Jahre mit dem E-Roller für eine spätere Kfz-Versicherung (Auto oder Motorrad) angerechnet. Damit sparen die Fahranfänger viel Geld.

Häufige Fragen zum E-Scooter

Der Begriff E-Scooter sorgt teilweise für Verwirrung. E-Mopeds werden nämlich ebenso als E-Scooter bezeichnet.

E-Scooter fallen offiziell in die Kategorie der Elektroroller und damit in die gleiche Klasse wie E-Mopeds. Allerdings unterscheiden sie sich in vielen Merkmalen von diesen. So besitzen E-Scooter beispielsweise keine steife Chassis-Konstruktion mit einer Sitzbank für bis zu zwei Personen. Als Inspiration für den E-Scooter diente vielmehr der klassische Tretroller, weshalb die Fahrzeuge auch als Elektro-Tretroller bezeichnet werden.

Die praktischen Scooter besitzen eine Halte- oder Lenkstange und lassen sich in der Regel zusammenklappen. Manche Ausführungen verfügen über einen rohrgestützten Sitzsattel. Häufiger handelt es sich jedoch um Stehroller. E-Scooter schließen die Lücke zu größer ausfallenden Elektrofahrzeugen wie Elektromopeds und unterliegen der Straßenverkehrsordnung. Je nach Modell erreicht der fahrbare Untersatz Geschwindigkeiten von bis zu 20 Kilometern pro Stunde.

Grundsätzlich entscheidet die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit darüber, welche E-Scooter im Straßenverkehr zugelassen sind. In Abhängigkeit vom Tempo gelten die folgenden Altersbeschränkungen:

  • Geschwindigkeit von von 6 bis zu 20 Kilometer pro Stunde: 14 Jahre
  • Geschwindigkeit von mehr als 20 Kilometer pro Stunde: Im Straßenverkehr nicht zulässig

Diese Regeln gelten lediglich im öffentlichen Straßenverkehr. Auf Privat- und Betriebsgelände greift die Straßenverkehrsverordnung hingegen nicht. Daher ist hier beispielsweise auch die Verwendung eines schnelleren Elektro-Tretrollers erlaubt.

Nein, laut dem E-Scooter-Gesetz ist keine Fahrerlaubnis notwendig, um Elektroroller verwenden zu dürfen. Die ursprünglichen Pläne sahen zwar eine Mofa-Prüfbescheinigung vor, sie wurden jedoch verworfen. Die Erklärung dafür ist denkbar einfach: Da E-Scooter lediglich eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde besitzen dürfen, sind diese sogar langsamer als die meisten Fahrräder.

Auch der nutzbare Verkehrsraum hängt von der Höchstgeschwindigkeit ab. Modelle, die mehr als 12 Kilometer pro Stunde fahren, dürfen Radwege und Radfahrstreifen verwenden. Sind diese nicht vorhanden, erlaubt der Gesetzgeber ein Ausweichen auf die Straße. Langsamere E-Scooter müssen dagegen die gemeinsamen Geh- und Radwege nutzen. Fehlt ein solcher Weg, darf der Scooter lediglich innerorts auf der Fahrbahn rollen.

Damit Fahrer eines E-Scooters sicher im Straßenverkehr unterwegs sind, gibt es einige Vorschriften. Eine Helmpflicht besteht nicht. Allerdings stellt der Gesetzgeber gewisse Mindestanforderungen an die Sicherheitsausstattung eines Elektro-Tretrollers. Dazu gehören insbesondere:

  • zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen
  • Vorder- und Rücklicht (auch abnehmbar)
  • seitliche Reflektoren
  • Klingel
  • Steuerelemente, die beim Loslassen innerhalb von einer Sekunde in ihre Ausgangsstellung zurückspringen

Für gewöhnlich ist lediglich eine haushaltsübliche Steckdose erforderlich, um das Elektrofahrzeug aufzuladen. Die Ladezeit hängt größtenteils vom Modell ab und variiert zwischen zwei und fünf Stunden. Einige Ausführungen verfügen zusätzlich über einen USB-Port. Dieser ermöglicht es, den Elektroroller ebenso mittels einer Powerbank zu laden, was die Reichweite des Scooters erhöht.

E-Scooter: Lieber kaufen oder mieten?

Ob sich der der Kauf eines Elektro-Tretrollers lohnt, hängt hauptsächlich von der Art der Nutzung ab. Soll das Fahrzeug regelmäßig verwendet werden, ist ein Kauf oftmals die bessere Option. Damit bietet sich die Anschaffung sowohl für Pendler als auch aktive Stadtmenschen an. Einen E-Scooter zu mieten, empfiehlt sich dagegen für Personen, die lediglich von Zeit zu Zeit auf den Tretroller umsteigen wollen. Ein typisches Beispiel stellen Touristen dar, die mit dem Elektroroller eine fremde Stadt erkunden.

Übersicht: Aktuelle Hersteller und Modelle

Hersteller Modell OVP
BMW X2City Scooter 2399 Euro
VW Streetmate -
Metz Metz Moover 1998 Euro
Segway / Ninebot ES2 (noch nicht zugelassen) 599 Euro
Moovi Scooter Moovi E-Scooter (noch nicht zugelassen) 599 Euro
Egret Scooter / Urban Electrics Egret -Ten V3 (noch nicht zugelassen) 1599 Euro
Egret Scooter / Urban Electrics Egret -Eight V2 (noch nicht zugelassen) 1190 Euro
Evectro Evectro E-Kick Scooter (verfügbar, sobald eKFV beschlossen; PreSale 799 Euro) 999 Euro
SXT Scooter diverse Modelle (noch nicht zugelassen) ab 499 Euro
IO Hawk IO Hawk Sparrow (+ 175 Euro Upgradekit für Straßenzulassung) 549 Euro
IO Hawk IO Hawk Exit-Cross (ab 10.6.19 verfügbar; PreSale 999 Euro) 1099 Euro
Urban Electrics Noch keine Modelle zugelassen 399-1099 Euro
Micro Scooter drei nicht zugelassene Modelle 399-999 Euro
Yorks Scooters S1-elite (Prototyp; Erscheinungsprognose Q4) -

Übersicht: Sharing und Leihdienste für E-Scooter

Anbieter Anmerkung
Voi Der skandinavische Sharing-Anbieter bietet seine Dienste bisher u.a. in Schweden, Dänemark, Frankreich und Spanien an, weitere Städte sollen folgen.
Lime Das US-Startup ist seit 2018 mit E-Scootern auf dem Markt, in Europa bisher nur in Paris und Zürich. Leihfahrräder gibt es aber schon in Berlin und Frankfurt.
Bird Auch ein US-Startup, welches seit dem Frühjahr in Europa expandiert. Ein Testbetrieb fand vor kurzem in Bamberg statt. Weiterhin sollen künftig auch Modelle zum Verkauf angeboten werden.
wind.co Das Berliner Startup bietet Bikesharing in Deutschland, Scootersharing in Paris und Madrid an.
Grover Ein Berliner Verleihdienst, der u.a. Scooter monatsweise leiht. Hierzu wird nach der Registrierung der Scooter nach Hause geliefert und kann ohne Limit genutzt werden. Die Kosten belaufen sich auf 49,90 Euro im Monat. Ist der Scooter bspw. nach 11 Monaten "abbezahlt", kann dieser für 1 Euro abgekauft werden.
MyTaxi Hive Startet Pilotprojekt in München, welches für Anwohner und Gewerbetreibende kostenlos Scoter zur Verfügung stellen.
Go Flash noch nicht am Markt
Tier Mobility noch nicht am Markt