Zahnzusatzversicherung für Privatversicherte

Der Markt für Zahnzusatzversicherungen boomt. Durch die massiven Einschnitte der gesetzlichen Krankenkassen bei Zahnersatzleistungen ist Zahnersatz für viele Menschen kaum mehr bezahlbar. Vierstellige Rechnungen sind an der Tagesordnung. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach einer Zahnzusatzversicherung steigt. Eines gibt es allerdings nicht: Die Zahnzusatzversicherung für privat Versicherte. Warum das so ist, erläutern wir in diesem Beitrag.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Privatversicherte erhalten mehr Leistungen
  3. Warum gibt es keine Zahnzusatzversicherung für Privatpatienten?
  4. Darum lohnt sich die Zahnzusatzversicherung
  5. Alternativen für Privatpatienten
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Vergleich der Zahnversicherungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Für privat Krankenversicherte gibt es keine Zahnzusatzversicherung.
  • Die private Vollkrankenversicherung sieht bereits bessere Leistungen bei Zahnbehandlung vor.
  • Die Zahnzusatzversicherung bietet Mitgliedern von gesetzlichen Krankenkassen einen besseren Versicherungsschutz bei Zahnersatz.
  • Privat Versicherte, die bessere Leistungen wünschen, können innerhalb der Versicherung den Tarif wechseln.

Unterschiedliche Leistungen zwischen gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen

Die Personen, die sich privat krankenversichern können und möchten, haben eine ganz bestimmte Zielsetzung. Sie möchten besser abgesichert sein, als dies in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich ist. Während die Krankenkassen nur das medizinisch Notwendige erstatten, leisten die privaten Krankenversicherungen auch das medizinisch mögliche.

Im Falle von Zahnersatz sind die Erstattungen der Ersatzkassen sehr restriktiv. Die Privaten dagegen bieten unterschiedliche Tarife im Rahmen der Krankenvollversicherung an. Erstattet werden bis zu 90 Prozent, bei einigen wenigen Tarifkombinationen bis zu 100 Prozent.

Warum gibt es keine Zahnzusatzversicherung für Privatpatienten?

Zahnbehandlung und Zahnersatz sind Bestandteil der privaten Krankenvollversicherung. Vor diesem Hintergrund ist eine Zahnzusatzversicherung für privat Krankenversicherte nicht möglich und auch nicht nötig. Dieser Personenkreis kann sich im Rahmen der Absicherung aussuchen, bis zu welchem Prozentsatz er Zahnersatzleistungen abdecken möchte.

Die Zahnzusatzversicherung hebt jedoch Kassenpatienten in den Status eines Privatpatienten beim Zahnarzt.

Wofür eine Zahnzusatzversicherung?

Die gesetzlichen Versicherungen erstatten bei Zahnersatz nur noch Festbeträge. Wie hoch die Diskrepanz zwischen Festzuschuss und tatsächlichen Kosten ausfällt, wird am Beispiel eines fehlenden Backenzahns deutlich:

Regelversorgung (Metallbrücke)
Vollkeramikbrücke
Implantat
Gesamtkosten 673 € 1.400 € 2.000 €
Festzuschuss der Krankenkasse (50%) 336,50 € 336,50 € 336,50 €
Selbstbeteiligung 336,50 € 1.063 € 1.663 €

Die Zahnzusatzversicherung deckt zumindest Teile der Differenz zwischen den tatsächlichen Kosten und der Erstattung durch die Krankenkasse. Die Tatsache, dass der Festzuschuss der Krankenkasse bei einem über viele Jahre lückenlos geführten Bonusheft bis auf 60 Prozent der Kosten für die Regelversorgung ansteigt, macht am Ende keinen großen Unterschied.

Zahnzusatzversicherungen dämpfen die Kosten für den Patienten erheblich ab. Der Beitrag für eine Zahnzusatzversicherung orientiert sich zum einen am Eintrittsalter der versicherten Person, zum anderen an den versicherten Leistungen. Ein Tarif, der maximal 60 Prozent Erstattung der Differenz zwischen Rechnungsbetrag und Ersatzkassenanteil leistet, ist recht preiswert. Der Beitrag für einen Tarif mit 90 Prozent Erstattung und einem Kostenzuschuss von 200 Euro im Jahr für eine professionelle Zahnreinigung fällt natürlich höher aus. Die sogenannte Zahnstaffel wirkt sich ebenfalls auf den Beitrag aus. Die Zahnstaffel gibt vor, welche Höchstbeträge in den ersten Jahren für Zahnersatz erstattet werden. Hinsichtlich der Zahnstaffeln bestehen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherern.

Grundsätzlich gilt: Die Zahnzusatzversicherung sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden, sprich mit dem Wegfall der Milchzähne. So sichert man sich von Beginn an einen günstigen Beitrag.

Was können Privatpatienten machen, die mehr Extras in ihrer Versicherung haben möchten?

Der einfachste Weg ist ein Wechsel des Tarifs. Neben den Kompakttarifen, die ambulante, stationäre und zahnärztliche Behandlung starr kombinieren, gibt es auch noch die klassischen Modulartarife. Bei dieser Konstellation kann der Versicherungsnehmer für jeden Baustein die Leistung auswählen, die ihm am besten zusagt. Beispielsweise kann ein Mehrbetttarif im Krankenhaus ohne Chefarztbehandlung mit dem Toptarifbaustein für Zahnbehandlung kombiniert werden.

Allerdings kann es bei einem Tarifwechsel im Zahnbereich dazu kommen, dass der Versicherer darauf besteht, die Zahnstaffel wieder von vorne beginnen zu lassen. Andererseits besagt Paragraf 204 Versicherungsvertragsgesetz, dass ein Versicherer einen Versicherungsnehmer ohne Benachteiligung in einen Tarif wechseln lassen muss, wenn der Gesundheitszustand unverändert ist.

Nachteilig ist allerdings ein Wechsel der Versicherungsgesellschaft. In diesem Fall gehen alle Rückstellungen, die der Versicherungsnehmer im Laufe der Jahre gebildet hat, verloren. Dazu kommt, dass er mit einem deutlich höheren Eintrittsalter wechselt, also höhere Beiträge entrichten muss.

Zahnzusatzversicherung - Vergleich der Zahnversicherungen

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