Die Folgen von Elementarereignissen, auch als Elementarschäden bekannt, können durch besondere Vereinbarungen in der Wohngebäudeversicherung und der Hausratversicherung abgesichert werden. Elementarereignisse umschreiben Schäden, die durch Naturgewalten hervorgerufen werden. Dazu zählen Lawinen, Schlammlawinen, Erdrutsche oder Überschwemmungen. Wer noch die Bilder der beiden letzten Hochwasser der Elbe vor Augen hat, kann sich ausmalen, wofür eine Elementarschadenversicherung gut ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Hausbesitzer, der eine Elementarschadenversicherung im Rahmen der verbundenen Wohngebäudeversicherung abschließt, sollte dies auch in der Hausratversicherung tun.
  • Versicherungsnehmer sollten vor dem Abschluss einer Elementarschadenversicherung gut überlegen, wie groß die Notwendigkeit eines solchen Vertrages tatsächlich ist.
  • Für den Einschluss von Schäden durch Elementarereignisse gilt bei der Wohngebäudeversicherung, dass nicht nur das Haus selbst versichert ist.

Elementarversicherung: Prämie regional unterschiedlich

Die Problematik liegt jedoch in der Prämienkalkulation. So wie die Prämien für Hausratversicherungen und Wohngebäudeversicherungen postleitzahlenabhängig berechnet werden, so schlägt die Region, in der das zu versichernde Objekt steht, ebenfalls bei der Prämienberechnung zugrunde. Der Beitrag für eine Elementarschadenversicherung im Oderbruch beträgt ein Vielfaches wie für den gleichen Versicherungsschutz in Frankfurt am Main. Gleiches gilt beispielsweise für den Vergleich von Lüneburg und Rosenheim. Während im Oderbruch das Hochwasserrisiko enorm ausfällt, greift es in Frankfurt am Main kaum. Die Gefahr einer Lawine besteht in Lüneburg nicht, in Rosenheim kann sie nicht ausgeschlossen werden.

Unterschied bei Hausrat- und Wohngebäudeversicherung

Ein Hausbesitzer, der eine Elementarschadenversicherung im Rahmen der verbundenen Wohngebäudeversicherung abschließt, sollte dies auch in der Hausratversicherung tun. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Versicherungsgegenständen. Bei überfluteten Gebäuden wird zum einen die Bausubstanz der Objekte in Mitleidenschaft gezogen, zum anderen der Hausrat der Bewohner. Um beide Schäden ersetzt zu bekommen, müssen zwei Verträge bestehen, alles andere wäre unlogisch. Prämien mindernd wirken sich Rückstauventile im Keller aus. Diese verhindern, dass Wasser durch die Kanalisation in den Keller gedrängt wird. Gleiches gilt im Übrigen für alle Wasserzu- und -abläufe auf dem Grundstück.

Die Elementarschadenversicherung greift nicht bei Sturmschäden. Diese sind sowohl über die reine Sturmabsicherung in der Wohngebäudeversicherung als auch in der Hausratversicherung bereits mitversichert.

Abschluss gut überlegen

Versicherungsnehmer sollten vor dem Abschluss einer Elementarschadenversicherung gut überlegen, wie groß die Notwendigkeit eines solchen Vertrages tatsächlich ist. In den meisten Regionen Deutschlands besteht lediglich das Risiko, dass es einmal im Untergeschoss zu einer Überschwemmung durch Starkregen kommt. Lawinen, auch Schlammlawinen, setzen eine Hanglage voraus, Hochwasser eine mehr oder weniger nahe Lage an einem Fluss. Die Beispiele Frankfurt am Main oder Lüneburg zeigen, dass Elementarrisiken eher selten der Fall sind. In Frankfurt beispielsweise sind es lediglich die Gebäude, die in der Nähe des Mains oder der Nidda stehen, die möglicherweise gefährdet sind. Anders verhielt es sich vor einigen Jahren in Köln, als weite Teile der Stadt durch den Rhein überflutet wurden. Für eine Wohnung im zweiten Stock in Frankfurt Innenstadt wäre der Einschluss einer Elementarschadenversicherung überflüssig.

In der Wohngebäudeversicherung ist nicht nur das Haus abgesichert

Für den Einschluss von Schäden durch Elementarereignisse gilt bei der Wohngebäudeversicherung, dass nicht nur das Haus selbst versichert ist. Vielmehr gilt die Deckung für alle Gebäude auf dem Grundstück, fest mit dem Objekt verankerte Gegenstände, beispielsweise Markisen oder Sat-Schüsseln und für Garagen, die sich nicht auf dem Versicherungsgrundstück befinden. Die Wohngebäudeversicherung umfasst inzwischen auch Solarzellen. Für diese ist jedoch der Abschluss einer speziellen Solarversicherung empfehlenswert, da diese weiter reichende Deckung bietet.

Objektwert generell sorgfältig ermitteln

Gleich, ob in der Wohngebäudeversicherung eine Absicherung für Schäden durch Elementarereignisse eingebunden ist oder nicht – bei der Ermittlung der Deckungssumme ist größte Sorgfalt geboten. Immerhin geht es darum, dass das Gebäude bei einem Totalverlust durch Brand oder Hochwasser ohne finanziellen Schaden für den Eigentümer wieder errichtet wird. Bei der Wertermittlung gilt es also, auch die Bestandteile korrekt einzuordnen, welche eventuell zu einer Wertsteigerung des Hauses führen. Dazu zählen teure Fenster ebenso wie Marmorfußböden oder eine hochwertige Isolierung. Vor den Summen, die im Raum stehen, sollten die Eigentümer nicht am falschen Ende sparen.