Bild: Wechselkennzeichen ©marog-pixcells/fotolia.com

Wechselkennzeichen

Seit 1. Juli 2012 dürfen Autofahrer auch in Deutschland mit nur einem Nummernschild mit zwei Fahrzeugen am Straßenverkehr teilnehmen. Voraussetzung ist jedoch, dass nur jeweils eines der beiden Autos gefahren wird und die Fahrzeuge in die gleiche Fahrzeugklasse fallen.

Klasse M1 - Kfz zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz

Klasse L - Krafträder, vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge und vierrädrige Kraftfahrzeuge bis 550 kg Leermasse, ohne Masse der Batterien bei Elektrofahrzeugen und maximaler Nutzleistung bis 15 kW

Klasse O1 - Anhänger bis 750 kg zulässiger Gesamtmasse

Wechselkennzeichen: Was alles möglich ist

Darüber hinaus müssen Kennzeichen gleicher Maße verwendet werden. Ein Wechselkennzeichen für einen Pkw und ein Motorrad kann nicht ausgestellt werden. Ausgeschlossen sind zudem Saisonkennzeichen, rote Kennzeichen, Kurzzeitkennzeichen und Ausfuhrkennzeichen. Fahrzeuge mit „H-Kennzeichen“ sind aber für das Wechselkennzeichen zugelassen.

Zulassung und Kosten

Das Wechselkennzeichen besteht aus zwei Teilen: einem Hauptnummernschild, das nach Bedarf hin- und hergewechselt werden kann und einem Nebenkennzeichen, das jeweils am Fahrzeug bleibt. Beantragt werden kann das Wechselkennzeichen bei der örtlichen Zulassungsstelle. Je Zulassungsantrag entstehen nach Angaben des ADAC einmalige Verwaltungsgebühren  in Höhe von rund 65 Euro. Die Gebühren für zwei vollständige Nummernschildsätze liegen bei rund 40 Euro.

Regeln beachten, sonst drohen Bußgelder

Wechselkennzeichen-Nutzer sollten eines unbedingt beachten: Das ungenutzte Fahrzeug muss auf einem Privatgrundstück oder in einer Garage abgestellt sein. Wer dagegen verstößt – also im öffentlichen Verkehrsraum parkt – riskiert einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei und ein Bußgeld in Höhe von 40 Euro. Für das Fahren mit einem unvollständigen Wechselkennzeichen werden eine Strafe von 50 Euro und ein Punkt fällig.

Steuern und Versicherung: Wo bleiben die Vorteile?

Was von der Bundesregierung als bürgernahe Maßnahme geplant war, ist inzwischen im deutschen Bürokratiewahn versandet. Die geplante Befreiung eines Fahrzeuges von der Kfz-Steuer? Vom Tisch. Rabatte in der Kfz-Versicherung? Die Hoffnung darauf schwindet zusehends. Eine Pflicht, entsprechende Tarife anzubieten, besteht nämlich nicht. Diese Entscheidung obliegt allein der Versicherungswirtschaft.

Was bleibt also von einer einstmals guten Idee? Verbraucher zahlen für zwei Fahrzeuge Steuern und Versicherung, können jedoch nur jeweils eines im öffentlichen Raum bewegen. Vorteile lassen sich da auch mit viel gutem Willen nicht erkennen. Dabei funktioniert das Konzept des Wechselkennzeichens in unseren Nachbarländern Schweiz und Österreich sehr gut. Dort zahlt man jeweils nur für das größere und teurere Auto Kfz-Steuer und Versicherung. Den zweiten Wagen fährt man quasi umsonst – nur eben ist auch dort der Parallelbetrieb verboten.

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Text: Verivox, dpa/tmn
Bild: marog-pixcells
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