Steckdosen anschließen – Welche Steckdosen eignen sich wofür?

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Im Allgemeinen fungieren Steckdosen als Verbindungsstücke zwischen zwei elektrischen Leitungen und sie dienen der Stromversorgung. Allerdings können Steckdosen ebenso für die Telefonie oder die Datenübertragung verwendet werden. In Deutschland und Österreich gilt der sogenannte Schuko-Stecker als Standard. Wollen Verbraucher eine Steckdose installieren oder wechseln, müssen sie dabei einiges beachten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) dürfen lediglich Fachleute Arbeiten an Elektroanlagen – also auch an Steckdosen – vornehmen.
  • Entsteht durch die fehlerhafte Installation eines Laien ein Schaden, lehnen Versicherer eine Kostenübernahme im Normalfall wegen Fahrlässigkeit ab.
  • In Wohnungen sind vor allem Unterputz-Steckdosen installiert, wohingegen im Außenbereich öfter Aufputz-Steckdosen Verwendung finden.
  • Die in einem Raum benötigte Anzahl an Steckdosen hängt im Wesentlichen von der Einrichtung ab.

Steckdose anschließen: Was ist erlaubt?

Die rechtlichen Bestimmungen für elektrische Anlagen hat der Gesetzgeber in der sogenannten Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) festgelegt. Nach Paragraph 13, Satz 1 der Verordnung steht der Anschlussnehmer gegenüber dem Netzbetreiber für die ordnungsgemäße Installation, Erweiterung, Änderung und Wartung von Elektroanlagen hinter der Hausanschlusssicherung in der Verantwortung.

Nach Satz 2 gilt es, unzulässige Rückwirkungen auszuschließen. Daher besteht die Notwendigkeit, bei der Errichtung, Erweiterung, Abänderung oder Instandhaltung der Anlage verschiedene Rechtsvorschriften und behördliche Bestimmungen zu beachten. Aus diesem Grund gestattet es der Gesetzgeber lediglich dem Netzbetreiber sowie den im Installateur-Verzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenen Unternehmen, entsprechende Arbeiten vorzunehmen.

Montage von Steckdosen für Laien verboten

Auch wenn versierte Heimwerker es durchaus bewerkstelligen können, Steckdosen anzuschließen, dürfen sie Arbeiten an der Elektroinstallation gemäß der Niederspannungsanschlussverordnung nicht in Eigenregie vornehmen. Dieses Verbot erstreckt sich auf die gesamte Hauselektronik, beispielsweise auch auf den Anschluss eines Elektroherdes oder einer Lampe. Demzufolge muss hier eigentlich ein Elektriker tätig werden.

Allerdings besteht nur ein sehr geringes Risiko, dass Sie jemand zur Rechenschaft zieht, wenn Sie solche Arbeiten selbst vornehmen. Falls jedoch aufgrund einer fehlerhaften Installation Schäden entstehen (beispielsweise durch einen Brand), verweigert die Versicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit die Kostenübernahme. In einem solchen Fall liegt nämlich Fahrlässigkeit vor. Daher empfiehlt es sich, lieber einen Fachmann zu beauftragen.

Wie funktioniert die Montage einer Steckdose?

Wer Steckdosen nicht von einem Elektriker anschließen lassen möchte, muss unbedingt einige Sicherheitsregeln beachten. Vom Hausanschluss, verplombten Zählern und von der Hauptsicherung sollten Sie prinzipiell die Finger lassen. Bevor Sie mit den Arbeiten beginnen können, ist es notwendig, den Strom abzustellen. Legen Sie dazu die jeweilige Sicherung um beziehungsweise betätigen Sie den Hauptschalter. Darüber hinaus empfiehlt es sich, am Sicherungskasten einen Zettel mit einem Vermerk anzubringen, damit niemand die Sicherung wieder einschaltet. Anschließend prüfen Sie mit einem Messgerät, ob die entsprechende Leitung spannungsfrei ist.

Ein Stromkabel besitzt drei Drähte, die über unterschiedliche Farbcodierungen verfügen. Schwarz steht im Regelfall für den stromführenden Leiter, Blau kennzeichnet den Neutralleiter und Grün-Gelb den Schutzleiter. Falls es notwendig sein sollte, entfernen Sie mit einem Kabelmesser etwa fünf bis zehn Zentimeter der Umhüllung. Danach müssen Sie die Isolierung der Drähte abziehen, wofür sich eine sogenannte Abisolierzange anbietet. Achten Sie dabei darauf, die feinen Kupferdrähte nicht zu beschädigen. Im nächsten Schritt schrauben Sie die Abdeckung der Steckdose ab, um die Adern an den dafür vorgesehenen Klemmen zu befestigen.

Die richtige Zuordnung lässt sich an den Kurzzeichen erkennen. Die Klemme für den Schutzleiter (Grün-Gelb) befindet sich mittig. Sie können sie an der Bezeichnung „PE“ erkennen. Der Draht mit der schwarzen Ummantelung gehört in die rechte Klemme mit dem Kürzel „L“. Den Neutralleiter (Blau) verbinden Sie mit der linken Klemme, die die Kurzbezeichnung „N“ aufweist. Zuletzt schieben Sie die Steckdose in den Schalterschacht, schrauben sie an und ziehen die Krallen fest. Abschließend sollten Sie mit einem speziellen Testgerät prüfen, ob die Steckdose funktioniert.

Wer bei Elektroarbeiten unsicher oder unerfahren ist, sollte allein seiner Gesundheit wegen die Montage von Steckdosen dem Fachmann überlassen.

Welche Steckdosen eignen sich wofür?

Schuko-Steckdosen unterscheiden sich je nach Hersteller sowohl hinsichtlich ihres Designs als auch hinsichtlich ihres Funktionsumfangs. So lassen sich im Handel beispielsweise Modelle mit Kindersicherung, Klappdeckelverschluss oder Nachtlicht finden. Fachleute unterscheiden im Wesentlichen zwischen folgenden Steckdosenarten:

  • Unterputz-Steckdosen sind der Standard in Wohnungen, wobei ihre Anzahl von Raum zu Raum variiert. Sie setzen sich aus einem Rahmen und einem Einsatz zusammen. Da sich die Steckdose größtenteils in der Unterputz-Dose befindet, sind derartige Modelle verhältnismäßig flach. Unterputz-Steckdosen stellen daher die ästhetischste Lösung dar.
  • Aufputz-Steckdosen finden vor allem in Feuchträumen, im Außenbereich und allgemein überall dort Verwendung, wo eine Unterputz-Montage nicht möglich ist. Hier erfolgt die Installation direkt auf den Putz, wodurch die Steckdosen etwas weiter aus der Wand ragen. Aufputz-Steckdosen verfügen häufig über einen Klappdeckel, der das Innenleben vor Wasser und Schmutz schützt.
  • Außensteckdosen lassen sich sowohl als Unterputz- als auch als Aufputz-Steckdose realisieren. Unabhängig davon, welche Ausführung Sie wählen, muss die Steckdose in diesem Fall eine Abdeckung besitzen.

Elektroinstallation planen: Wie viele Steckdosen sind pro Zimmer nötig?

Die Anzahl der benötigten Steckdosen hängt vor allem von der Einrichtung des entsprechenden Raumes ab. Tendenziell empfiehlt es sich jedoch, lieber mit zu vielen als mit zu wenigen Steckdosen zu planen. Ein nachträglicher Einbau gestaltet sich nämlich relativ aufwendig. Überlegen Sie sich daher im Vorhinein, welche elektrischen Geräte Sie in den Zimmern nutzen möchten. Welche Mindestausstattung an Steckdosen in einem Wohngebäude vorhanden sein muss, legt die DIN 18015-2 fest. Bestimmungen zur Mindestanforderung an Steckdosen lassen sich wiederum in der DIN 18015-4 finden.

Die vom Deutschen Institut für Gütesicherung aufgestellte Richtlinie RAL-RG 678 definiert, welche Ausstattung eine Elektroinstallation beinhaltet. Was die unterschiedlichen Ausstattungswerte bedeuten, zeigt die nachfolgende Tabelle:

Ausstattungswert Qualität der Elektroinstallation
1 Mindestausstattung nach DIN 18015-2
2 Standardausstattung
3 Komfortausstattung
1 plus Mindestausstattung und Vorbereitung für Anwendung der Gebäudesystemtechnik nach DIN 18015-4
2 plus Standardausstattung und zumindest ein Funktionsbereich nach DIN 18015-4
3 plus Standardausstattung und zumindest zwei Funktionsbereiche nach DIN 18015-4

Für welche Option sich Verbraucher entscheiden, hängt von den persönlichen Komfortansprüchen ab. Bei der für einen Haushalt üblichen Standardausstattung an elektrischen Geräten ist es jedoch ratsam, für ein Einfamilienhaus zumindest wie folgt zu planen:

Räumlichkeit Anzahl der Steckdosen
Wohnzimmer 20
Küche 10
Kinderzimmer 8
Bad 2
Flur 3
Arbeitszimmer/Hauswirtschaftsraum 8
Außenbereich 8