Steckertypen Elektrofahrzeuge

Während sich auf dem Mobiltelefon-Markt bereits ein Steckersystem für fast alle Smartphones durchgesetzt hat, wird im Bereich der Steckertypen für Elektrofahrzeuge noch aus vielen Eigenentwicklungen nach dem Ei des Columbus gesucht. Es zeichnet sich jedoch ab, dass der Typ 2-Stecker in Europa, der CHAdeMO-Stecker für den japanischen Markt und der Elektroauto-Pionier Tesla mit seinem Supercharger momentan die Nase vorne haben.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Typ 1-Stecker
  3. Typ 2-Stecker
  4. CCS-Stecker
  5. CHAdeMO-Stecker
  6. Tesla Supercharger
  7. Schuko-Steckdose
  8. CEE-Stecker
  9. Verwandte Themen
  10. Weiterführende Links

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Typ 2-Stecker oder Mennekes-Stecker (Norm IEC 62196-2) ist der Standard-Ladestecker bei Elektroautos für den europäischen Markt.
  • Der Tesla Supercharger modifiziert den weitverbreiteten Typ 2-Stecker mit einer eigenen Pinbelegung. Dieser Supercharger erreicht eine Ladeleistung von 120 KW und lädt damit das Tesla Modell S in 30 Minuten auf.
  • CHAdeMO-Stecker sind für japanische Elektroautos seit 2010 das Standard-System und wurden für ein Wechselstrom-Schnellladesystem von bis zu 100 kW entwickelt.
  • Für das Laden von E-Bikes sind SchuKo-Steckdosen gut geeignet.

Typ 1-Stecker - in Europa von Typ 2 überholt

Bereits seit 2009 auf dem Markt, ist der Typ 1-Ladestecker mit fünf Steckkontakten für 120/240 V-Einphasen-Dreileiternetze ausgelegt, wie sie in Nordamerika und Asien verbreitet sind. Die maximale Ladeleistung des einphasigen Steckers vom Typ 1 ist wegen seiner Maximalwerte von 230 Volt Spannung und 32 Ampere Stromstärke daher auf höchstens 7,4 kW beschränkt, während im dreiphasigen Stromnetz in Deutschland höhere Ladeleistungen möglich wären. Ein weiteres Minus ist die fehlende Verriegelung des Typ 1-Steckers, die als Diebstahlschutz, aber auch zur elektrischen Sicherheit fehlt.

Bei E-Autos asiatischer Fahrzeugbauer ist der Ladestecker vom Typ 1 verbreitet, es wird von den Herstellern aber ein Ladekabel mitgeliefert, das auf der Fahrzeugseite einen Typ 1-Anschluss und zur Strom-Seite einen Stecker vom Typ 2 aufweist, so dass E-Autos mit Typ 1-Steckern auch in Deutschland ohne Problem geladen werden können.

Der Typ 1-Stecker ist für 10.000 Steckzyklen ausgerichtet. Das entspricht einer durchschnittlichen Einsatzzeit von 27 Jahren.

Typ 2-Stecker sind Standard-Ladestecker bei Elektroautos für den europäischen Markt

Der Typ 2-Stecker oder Mennekes-Stecker (Norm IEC 62196-2) ist der Standard-Ladestecker bei Elektroautos für den europäischen Markt. Er ist mit sieben Steckkontakten ausgerüstet. Große Fahrzeughersteller wie Audi, BMW, Mercedes, Renault, VW, Volvo oder Tesla verwenden Typ 2-Stecker standardmäßig. Zur Förderung einer weiteren Standardisierung ist eine finanzielle Förderung für Ladesäulen durch die öffentliche Hand meist an den Einbau von Typ 2-Steckern gebunden. Daher besitzt der Großteil der neugebauten europäischen AC-Ladestationen mindestens einen Anschluss für Elektroauto-Ladekabel Typ 2.

Stecker vom Typ 2 eignen sich für 1-phasige Stromsysteme ebenso wie für 3-phasige. Bei 3-Phasen-Anschlüssen an Schnellladesäulen erreichen Typ 2-Ladestecker dabei Ladeleistungen von bis zu 43 kW. Zusätzlich zur guten Verwendbarkeit in den Ladenetzen in Europa, ist der Stecker sehr robust und leicht zu stecken.

Typ 2-Stecker können sowohl an der Ladestation als auch am Fahrzeug verriegelt werden. Dadurch kann der Stecker weder unter Spannung gezogen noch mit dem Kabel gestohlen werden.

Die beiden kleineren der sieben Steckkontakte des Typ 2-Steckers sind keine Stromleiter, sondern dienen als Zusatz-Pins der Kommunikation zwischen Ladestation und E-Fahrzeug. Station und Fahrzeug informieren sich über sogenannte Mode 3-Ladekabel gegenseitig etwa über die maximale Ladeleistung des verwendeten Kabels, den Ladestatus und ähnliches.

Der Typ 2-Stecker ist auf viele tausend Steckvorgänge ausgerichtet. Das heißt, er ist in der Regel mindestens ein bis zwei Jahrzehnte verwendbar.

Typ 2 Stecker-Adapter - macht passend, was nicht passt

Um das Laden von Elektrofahrzeugen an Ladestationen mit Typ 2-Stecker auch für andere Steckersysteme möglich zu machen, gibt es Adapter wie Ladekabel Typ 2 auf CEE, SchuKo oder Typ-1-Stecker.

Mit Typ 2-Stecker-Adaptern können nicht nur das Elektroauto-Ladekabel Typ 2, sondern auch E-Autos anderer Systeme sowie Elektroroller, E-Bikes und andere Elektrofahrzeuge an Typ-2-Ladesäulen angeschlossen werden.

CCS-Stecker (Combined Charging System) für hohe Ladeleistung in der Zukunft

Der CCS-Stecker (oder Combined Charging System-Stecker, auch Combo-Stecker genannt) erweitert den Typ 2-Stecker mit zwei zusätzlichen Steckkontakten um die Funktion Schnellladen und die Möglichkeit, sowohl Gleich- als auch Wechselstrom zu laden. Seine mögliche Ladeleistung liegt bei bis zu 170 kW, im Praxistest ergeben sich aber eher Werte um 50 kW, weil dies der Höchstleistung vieler Ladestationen entspricht. An der nächsten Generation Schnellladestationen soll aber der volle Leistungsumfang erreichbar sein.

CCS-Stecker sind mit Anschlüsse für den weit verbreiteten Typ 2-Stecker ohne Adapter kompatibel, da der Combo 2 im Grunde eine Erweiterung des Typ 2-Steckers für Wechselstrom-Ladung ist.

BMW, Chrysler, Ford, General Motors, Mercedes sowie der Volkswagen-Konzern haben angekündigt, zukünftig CCS-Stecker in ihren Elektro-Autos zu verwenden.

CHAdeMO-Stecker - japanischer Standard

CHAdeMO-Stecker sind in Japan seit 2010 Standard und wurden dort für ein Wechselstrom-Schnellladesystem von bis zu 100 kW entwickelt. Auch hier ist die optimale Ladeleistung an öffentlichen Ladestationen mit einer Leistung von rund 50 kW meist noch nicht erreichbar.

Die E-Autos folgender verbreiteter Hersteller sind mit CHAdeMO-Steckern ausgestattet: Citroën, Honda, Kia, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Subaru und Toyota. Für Elektroautos von Tesla steht ein Adapter zur Verfügung, um CHAdeMO-Ladekabel und -stecker zu nutzen. BMW produziert den i3 für den japanischen Markt mit CHAdeMO-Anschluss.

Das System aus CHAdeMO-Steckern und CHAdeMO-Ladekabeln unterstützt bereits eine bidirektionale Lademöglichkeit, die über die Möglichkeiten von Mode 3-Ladekabeln hinausgeht. Dieses System nennt sich V2G (Vehicle-to-Grid)-Funktion. Mit ihm kann über einen zusätzlichen Wechselrichter Strom aus der Fahrzeugbatterie als Notstrom entnommen oder ins heimische Netz zurückgespeist werden.

Tesla Supercharger - hält der Pioniervorsprung?

Für seine Tesla Supercharger hat Tesla den weitverbreiteten Typ 2-Stecker mit einer eigenen Pinbelegung modifiziert. Dieses Gleichstrom-Ladesystem erreicht eine Ladeleistung von 120 KW und ermöglicht damit eine achtzigprozentige Aufladung für das Tesla Modell S in 30 Minuten. Für Elektroautos anderer Marken ist ein Aufladen an den Tesla Superchargern bisher nicht möglich.

E-Autos von Tesla können sowohl mit Gleich- als auch mit Wechselstrom geladen werden. Anders als beispielsweise beim CCS- oder CHAdeMO-System werden AC -und DC-Weg nämlich im E-Auto getrennt. Auf diese Weise können Tesla-Fahrzeuge mit ihrem Stecker am Tesla Supercharger Gleichstrom laden und an der Hausteckdose oder einer Typ-2-Ladestation Wechselstrom.

Schuko-Steckdose - die Haushaltssteckdose eignet sich nur als Notlösung

Der SchuKo- oder Schutz-Kontakt-Stecker passt in die normale Haushaltssteckdose. Dieser Steckertyp ist für das 1-phasige 230 Volt-Stromnetz, eine maximale Stromstärke von 16 Ampere (A) sowie eine maximale Ladeleistung von 3,7 Kilowatt ausgelegt. Für das Laden von E-Bikes sind SchuKo-Steckdosen gut geeignet, Maximalleistung, wie sie zum Laden eines Elektroautos gebraucht wird, sollte über sie allerdings nicht längerfristig abgerufen werden, sonst riskiert man Überhitzungen und im schlimmsten Fall Kabelbrände. Eine normale Dauerbelastung für SchuKo-Stecker liegt bei maximal 2,3 kW. Aus Sicherheits- wie Effizienzgründen ist eine solche "Notladung", wie sie der SchuKo-Stecker ermöglicht, keine gute Dauerlösung. Eine vernünftige Lösung für das Laden von Elektroautos zu Hause kann eine Ladestation oder Wallbox sein, so müssen Sie auch nicht für jeden Ladevorgang das Mode 2-Ladekabel für Not-Fälle aus dem Kofferraum nehmen.

CEE-Stecker - der zweite Hausanschluss

CEE-Stecker gibt es in blauer oder roter Ausführung, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Der blaue CEE-Stecker oder auch Campingstecker wird häufig genutzt, um auf Campingplätzen Wohnmobile mit Strom zu versorgen. Er ist wie SchuKo-Stecker für das übliche 230V-Haushaltsnetz ausgelegt, dabei aber auch für Dauerbelastungen von 16 A ohne Überhitzung verwendbar. Das ermöglicht eine höhere Ladeleistung als beim SchuKo-Stecker. Da es deutlich bessere Alternativen für Ladeanschlüsse von E-Autos gibt, wird diese Steckerform allerdings wenig dafür verwendet.

Beim Einbau einer Wallbox in die Garage etwa werden meist leistungsfähigere Stecker, allen voran Typ 2-Stecker eingesetzt.

Der rote CEE-Phasen-Stecker wird üblicherweise als Starkstromsteckdose bezeichnet und ist in Garage oder Keller von Häusern meist schon vorhanden. Die Ladeleistung variiert beim roten CEE-Stecker entsprechend der Auslegung und Absicherung zwischen 11 oder 22 kW. Wenn an die vorhandene Starkstromdose eine Wallbox angeschlossen werden soll, darf der Stromkreis nur dafür verwendet werden, eine Parallel-Schaltung etwa mit dem Herdanschluss ist nicht gestattet.

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