2017 wird wohl drittwärmstes Jahr

15.12.2017 | 09:58

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Washington. 2014, 2015, 2016 - in jedem Jahr wurde ein neuer weltweiter Temperaturrekord aufgestellt. 2017 wird sich aber wohl nicht einreihen. Eine Entwarnung im Kampf gegen den Klimawandel bedeutet das keineswegs, wie Wissenschaftler betonen.

Das Jahr 2017 wird wohl keinen neuen Temperaturrekord bringen - viel fehlt dazu allerdings nicht. Die durchschnittliche Temperatur über den Land- und Ozeanflächen unseres Planeten von Januar bis Oktober habe um 0,86 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 14,1 Grad Celsius gelegen, teilte die US-Klimabehörde NOAA mit. Damit war dieser Zeitraum der drittheißeste bislang gemessene hinter 2015 und 2016. 2017 ist damit also auf dem Weg, das mindestens drittheißeste bislang gemessene Jahr zu werden. Die Spanne zwischen 2013 bis 2017 dürfte zudem die heißeste Fünfjahresperiode seit Beginn der Messungen werden.

Der leicht abgeschwächte Aufwärtstrend bei den Temperaturen ist nach Angaben der NOAA-Forscher vor allem auf den Einfluss des Klimaphänomens La Niña zurückzuführen, das den vorausgegangenen El Niño abgelöst hat und das Oberflächenwasser im Ostpazifik kühlt.

Von Rekord-Temperaturen war man in Deutschland 2017 weit entfernt. "Das Jahr war sehr, sehr unauffällig", bilanziert Florian Imbery vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Voraussichtlich werde 2017 eine Durchschnittstemperatur zwischen 9,5 und 9,4 Grad bringen, schätzt der Wissenschaftler - damit liege man "noch nicht einmal unter den wärmsten zehn Jahren".

"Wir haben außerordentliches Wetter gesehen"

2014 war laut DWD in Deutschland mit durchschnittlich 10,3 Grad das mit Abstand wärmste Jahr seit 1881. In den Jahren 2000, 2007 und 2015 lag das Mittel bei 9,9 Grad. Im vergangenen Jahr wurden 9,5 Grad gemessen. Das kälteste Jahr war 1940 mit lediglich 6,6 Grad.

Global sieht die zu den Vereinten Nationen gehörende Weltwetterorganisation WMO 2017 genau wie die US-Organisation NOAA auf dem Weg unter die drei heißesten bislang gemessenen Jahre. "Wir haben außerordentliches Wetter gesehen", sagt WMO-Chef Petteri Taalas, "inklusive Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius in Asien, Rekord-Hurrikanen in rasanter Abfolge in der Karibik und im Atlantik, die bis nach Irland gekommen sind, verheerende Monsun-Überflutungen, die Millionen Menschen betroffen haben, und einer langen Dürre im Osten Afrikas". Viele dieser Wetterereignisse hätten die "verräterischen Zeichen des Klimawandels" an sich.

Auch die geringere Ausbreitung der Eisdecke in Arktis und Antarktis bereitet Klimawissenschaftlern weiter Sorgen, wie Patricia Espinosa, Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, betont. "All diese Forschungsergebnisse unterstreichen das Risiko für Menschen, Wirtschaft und die gesamte Struktur des Lebens auf der Erde, wenn wir es nicht schaffen, auf die Ziele und Ambitionen des Pariser Klimaabkommens hinzuarbeiten."