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Diese Kennziffer ist bei der Rentenversicherung entscheidend

10.09.2021 | 08:14

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: dpa/tmn

Für viele ist heute schon klar: Ohne private Vorsorge kann das Geld im Alter knapp werden. Oft wird deshalb eine Rentenversicherung abgeschlossen. Ob sich das lohnt, verrät unter anderem eine bestimmte Kennzahl.

Im Jahr 2020 zählte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen Bestand von insgesamt etwas über 40 Millionen Verträgen in Deutschland. Das Prinzip der Rentenversicherungen ist einfach: Die Versicherten zahlen einen Beitrag und bekommen dafür von ihrem Versicherer eine Leistung im Alter, zum Beispiel in Form einer monatlichen Rente oder einer einmaligen Kapitalauszahlung. Das Versprechen der Anbieter: Die Rentenzahlung ist garantiert und wird lebenslang gezahlt.

Rentenfaktor verrät spätere Rente

Eine wichtige Kennziffer dabei ist der Rentenfaktor. Anhand dieses Wertes lässt sich erkennen, wie viel Versicherte monatlich von ihrem angesparten Kapital in der Auszahlphase erhalten.

Üblicherweise wird der Rentenfaktor pro 10.000 Euro angegeben. Wurden zum Beispiel bis zum Rentenbeginn 40.000 Euro angespart, liegt die monatliche Rente bei einem Rentenfaktor von 30 bei 120 Euro (40.000 geteilt durch 10.000 mal 30).

Ein hoher Rentenfaktor verrät profitable Rente

Eine aktuelle Untersuchung der Universität Ludwigshafen zeigt: Je höher der Rentenfaktor, desto eher zahlt sich die Rentenversicherung für Kundinnen und Kunden aus. Ein niedriger Rentenfaktor ist für die Versicherten hingegen ungünstig. Die Ausgangsfrage der Studie von Prof. Hartmut Walz lautete: Wie lange brauchen Versicherte, um ihr angespartes Geld zurückzuerhalten?

Bei einem angenommenen Rentenfaktor von 34 haben Versicherte ihre Einzahlungen nach etwa 25 Jahren wieder. Liegt der Rentenfaktor hingegen bei 24, brauchen Versicherte dafür schon fast 35 Jahre.

Bei einem niedrigen Rentenfaktor müssen Versicherte lange leben

Bei einem Rentenfaktor von 20 dauert es sogar 42 Jahre. Ein Versicherter, dessen Auszahlphase mit 67 Jahren beginnt, müsste im letzten Beispiel also 109 Jahre alt werden, um seine Einzahlungen zurückzubekommen. Zum Vergleich: Bei manchen Versicherern liegt der Rentenfaktor aktuell bei 13.

Berücksichtigt man bei dieser Berechnung noch die Inflation, dauert es laut Prof. Walz noch länger: Bei einem Rentenfaktor von 20 tritt der Rückerhalt des Kapitals bei 1 Prozent Inflation erst nach 54 Jahren ein. Bei 2 Prozent Inflation sind es sogar 86 Rentenjahre.