Was ist eigentlich aus dem Ozonloch geworden?

Potsdam - Bevor der Klimawandel zum beherrschenden Umweltthema avancierte, beschäftigte jahrelang das Ozonloch Politik und Medien. Statt um das Treibhausgas Kohlendioxid ging es damals um die sogenannten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die das Ozon in der Atmosphäre vernichteten. Die UV-Strahlung der Sonne würde bei einem Verlust dieser Schutzschicht das gesamte Leben auf unserem Planeten bedrohen. Doch mittlerweile ist dieses Thema fast ganz aus der öffentlichen Diskussion verschwunden. Ist das nun ein gutes Zeichen? Hat sich die Lage so verbessert, dass dieses Problem seine Brisanz verloren hat? "Seit dem Höhepunkt der Medienaufmerksamkeit in den 1990er Jahren hat sich das Ozonloch zwar kaum verändert, die Prognosen sind aber gut", erklärt Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut in Potsdam. "Das Ozonloch ist immer noch da, es wird sich aber bis zum Ende des Jahrhunderts voraussichtlich wieder schließen."

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Bild: Tropische Insel mit Thermometer Bild: ©Laurent/fotolia.com / Text: ddp

Im Fall der Ozonschicht haben die internationalen Bemühungen tatsächlich zum Erfolg geführt: Die FCKW in Sprühdosen und Kühlschränken wurden auf der ganzen Welt geächtet und durch unbedenkliche Stoffe ersetzt. Die globalen Umweltbemühungen haben den negativen Trend gebrochen - die Gefahr einer Ausbreitung des Ozonloches über die Antarktis hinaus ist gebannt. Durch spezielle Bedingungen in der Erdatmosphäre über dem Südpol hat sich das Ozonloch glücklicherweise fast ausschließlich über der Antarktis gebildet und nicht über dicht besiedeltem Gebiet. "Da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Rex.

Die UV-Strahlung der Sonne hätte ohne die schützende Funktion der Ozonschicht nicht nur zu erhöhten Hautkrebsraten beim Menschen geführt, sondern vor allem auch die Pflanzen geschädigt: Durch den Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge wäre somit auch die Ernährung der Weltbevölkerung gefährdet gewesen. Die internationalen Vereinbarungen zum Schutz der Ozonschicht im Rahmen des Montrealer Protokolls von 1989 haben dieses Szenario verhindert. "Für die internationale Umweltpolitik war das ein großer Erfolg, der hoffen lässt", sagt Rex.

"Im Fall des Ozonabbaus ging es allerdings nur um die FCKW in Kühlschränken und Spraydosen." Andere globale Umweltprobleme sind dagegen wesentlich schwieriger zu lösen: "Beim Klimawandel geht es letztendlich um Energieverbrauch und da tun Zugeständnisse eben richtig weh."

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