Inflation wohl auch im Juni unter 1 Prozent

29.06.2020

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Im Juni dürften sich die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr erneut um weniger als 1 Prozent verteuert haben. Das teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf der Basis bislang vorliegender Berechnungen mit. Gegenüber dem Vormonat Mai stiegen die Verbraucherpreise demnach voraussichtlich um 0,6 Prozent.

Inflationsziel in weiter Ferne

Insgesamt liege die Inflationsrate bei 0,9 Prozent. Sollten sich die vorläufigen Berechnungen bestätigen, wäre der Juni der dritte Monat in Folge mit einer Teuerungsrate unter 1 Prozent.

Die Inflation ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Langfristig streben die Währungshüter für den gesamten Euroraum eine Teuerung knapp unter 2 Prozent an.

Mit historisch niedrigen Zinsen und einem milliardenschweren Ankaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen versucht die Notenbank, die Inflation anzuheizen. Trotzdem hat sie ihren selbstgesteckten Zielwert schon lange nicht mehr erreicht.

Billige Energie drückt auf die Preise

Der wichtigste Grund für die aktuell schwache Inflation sind die niedrigen Preise für Energie. Haushaltenergie wie Strom und Heizöl und Kraftstoffe waren im ablaufenden Monat um 6,2 Prozent billiger als im Juni 2019. Deutlich verteuert haben sich hingegen Nahrungsmittel (+4,4 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr moderat verteuert haben sich die Wohnungsmieten mit einem Plus von 1,4 Prozent. Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen ebenfalls um 1,4 Prozent.