Welche Beiträge ein Versicherter in der Kfz-Versicherung – genauer: in der Kfz-Haftpflicht und in der Vollkasko – zahlen muss, hängt maßgeblich von seiner Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ab. Die Einstufung in eine Schadenfreiheitsklasse erfolgt anhand der Anzahl der Jahre, die der Versicherte ununterbrochen schadenfrei in einem bestehenden Versicherungsverhältnis gefahren ist. Die SF-Klasse ist somit Ausdruck des Fahrverhaltens.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Schadenfreiheitsklasse Definition
  3. Auswirkungen der SF auf den Versicherungsbeitrag
  4. Für welche Versicherungsbestandteile gilt die SF-Klasse?
  5. Wo Sie Informationen zu Ihrer SF-Klasse finden
  6. Versicherungsvergleich und Versicherungswechsel
  7. Die Rückstufung im Schadensfall
  8. Rabattschutz gegen Aufpreis
  9. Besondere Regelungen für Fahranfänger
  10. Was Sie beim Zweitwagen beachten sollten
  11. Geld sparen mit der Rabatt-Übertragung
  12. Verwandte Themen
  13. Weiterführende Links
  14. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer beispielsweise zehn schadenfreie Jahre vorweisen kann, wird also in die Schadenfreiheitsklasse 10 eingestuft.
  • Wer einen Schaden verursacht, für den die Autoversicherung aufkommt, wird im darauf folgenden Kalenderjahr in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft.
  • Fahranfänger werden in der Regel in die Schadenfreiheitsklasse 0 eingestuft und müssen somit die höchsten Prämiensätze zahlen.

Was versteht man unter der Schadenfreiheitsklasse?

Die Schadenfreiheitsklasse hat großen Einfluss auf die Kosten der Kfz-Versicherung. Je länger der Fahrer unfallfrei unterwegs ist, umso günstiger wird für ihn die Versicherung. Dabei gilt es jedoch einige Besonderheiten zu beachten.

Bei der Kfz-Versicherung gilt: Wer vorsichtig fährt und lange Zeit keinen Schaden verursacht, wird mit günstigeren Versicherungsbeiträgen belohnt. Wie sich die schadenfreie Zeit auf die Prämie auswirkt, ermitteln die Versicherungsunternehmen mithilfe der so genannten Schadensfreiheitsklasse, die man auch abgekürzt als SF-Klasse bezeichnet.

Das System funktioniert recht einfach. Für jedes Jahr, das Sie ohne Schaden fahren, steigen Sie eine SF-Klasse höher. Damit sind Sie beispielsweise nach zehn schadenfreien Jahren in der Schadenfreiheitsklasse 10 eingestuft. Die höchste erreichbare Stufe ist SF35 nach 35 unfallfreien Jahren.

Wie sich die SF-Klasse auf den Versicherungsbeitrag auswirkt

Anhand der erreichten SF-Klasse errechnet die Versicherung, welchen Nachlass Sie auf den regulären Versicherungsbeitrag erhalten. Je höher die Schadenfreiheitsklasse, umso höher ist der Rabatt. Diesen Nachlass bezeichnet man als Schadenfreiheitsrabatt.

Während jedoch die Versicherungen beim Errechnen der SF-Klassen einheitlich vorgehen, kann jeder Anbieter die Zuordnung der SF-Klassen zu einzelnen Rabattstufen unterschiedlich handhaben. So kann es vorkommen, dass Sie bei der einen Versicherung schon im nächsten Jahr in die günstigere Rabattstufe rutschen und bei einem anderen Versicherer noch zwei oder drei Jahre auf den nächsten Nachlass warten müssten.

Für welche Versicherungsbestandteile gilt die SF-Klasse?

Die Autoversicherung besteht häufig aus unterschiedlichen Bestandteilen – beispielsweise der obligatorischen Haftpflichtversicherung, der Vollkaskoversicherung für die komplette Versicherung von Schäden am eigenen Fahrzeug, die Teilkaskoversicherung für bestimmte Fahrzeugschäden wie Wild- oder Glasschäden, einer Insassenunfallversicherung oder einem Schutzbrief für die Pannenhilfe.

Anhand der folgenden Auflistung sehen Sie im Überblick, für welche Bestandteile der Kfz-Versicherung Schadenfreiheitsklassen gelten.

SF-Klassen kommen zur Anwendung:

  • Haftpflicht
  • Vollkasko

SF-Klassen kommen nicht zur Anwendung:

  • Teilkasko
  • Insassenunfallversicherungen
  • Schutzbrief

Das bedeutet konkret: Während sich im Lauf der Jahre die Beiträge für die Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung verbilligen, wenn Sie der Versicherung keine Schäden melden, gibt es für die anderen Bestandteile Ihres Versicherungspaketes keinen Schadenfreiheitsrabatt.

Wo Sie Informationen zu Ihrer SF-Klasse finden

In der jährlichen Abrechnung des Versicherungsbeitrags informiert Sie Ihre Versicherung über die Anzahl Ihrer schadenfreien Jahre (SF-Klasse) und über den daraus resultierenden Beitragssatz (Schadenfreiheitsrabatt). Im Rahmen der allgemeinen Informationen veröffentlichen viele Versicherer ihre Schadenfreiheitsrabatte auf ihren Internetseiten. So können Sie ermitteln, wie hoch bei einzelnen Anbietern Ihr persönlicher Beitragssatz wäre.

Versicherungsvergleich und Versicherungswechsel

Jedes Jahr haben Sie die Möglichkeit, bis zum 30. November Ihre Kfz-Versicherung zu kündigen und einen neuen Versicherer zu suchen. Beim Vergleich der Kosten und Leistungen sollten Sie darauf achten, wie es mit Ihrem Schadenfreiheitsrabatt weitergeht.

Weil nämlich einzelne Anbieter die Anpassung der Beiträge an die SF-Klasse auf unterschiedliche Weise vornehmen, kann es vorkommen, dass ein vermeintlich günstigeres Angebot auf längere Sicht doch teurer wird. Dies kann der Fall sein, wenn Sie bei einem etwas teureren Versicherer in den nächsten Jahren schneller an niedrigere Beitragssätze kommen als beim kurzfristig günstigeren Wettbewerber.

Wenn Sie die Kfz-Versicherung wechseln, übernimmt der neue Versicherer die SF-Klasse Ihrer bisherigen Versicherung. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Sie auch denselben Schadenfreiheitsrabatt bekommen. So kann es vorkommen, dass Ihr bisheriger Versicherer bei 20 schadenfreien Jahren einen Beitragssatz von 29 Prozent berechnet, während der neue Versicherer 27 Prozent ansetzt.

Die Rückstufung im Schadensfall

Wenn Sie einen Schaden verursachen und die Versicherung diesen begleicht, stuft sie Ihre SF-Klasse zurück. Damit steigt dann automatisch auch der jährliche Beitrag, den Sie zu bezahlen haben. Häufig verlieren Sie schon mit einer Schadensmeldung mehrere Jahre in Ihrer SF-Klasse. Bei der Meldung von mehreren Schäden hintereinander nimmt der Versicherer auch mehrere Rückstufungen vor.

Beispiel: Sie haben 20 schadensfreie Jahre erreicht und melden Ihrer Versicherung einen Unfallschaden. Daraufhin stuft Sie Ihr Versicherer von SF20 auf SF9 zurück. Nun müssen Sie einen höheren Beitrag zahlen und erhalten erst in 11 Jahren wieder den Beitragssatz der SF-Klasse 20.

Wichtig: Die Rückstufung gilt immer für den Versicherungsbereich, in dem Sie den Schaden melden. Passiert Ihnen etwa beim Einfahren in die eigene Garage ein Missgeschick, bei dem nur Ihr eigenes Auto Schaden nimmt, dann betrifft die Versicherungsleistung nur Ihre Vollkaskoversicherung. Mit einer Rückstufung bei der Kfz-Haftpflichtversicherung müssen Sie in diesem Fall nicht rechnen.

Soll ich einen Schaden melden oder nicht?

Die Versicherung stuft Ihre SF-Klasse nur zurück, wenn sie auch tatsächlich für einen Schaden aufkommen muss. Bezahlen Sie die Reparatur aus eigener Tasche, dann bleibt Ihr Schadenfreiheitsrabatt unangetastet.

Daher sollten Sie vor allem bei Bagatellschäden mit Blick auf die künftigen Mehrkosten bei einer Schadensmeldung überlegen, ob es nicht günstiger ist, auf die Leistung der Versicherung zu verzichten und die Rechnung der Autowerkstatt selbst zu bezahlen. Vergessen Sie bei dieser Überlegung nicht, dass bei der Vollkaskoversicherung meist ein Selbstverhalt vereinbart wird, der je nach Vertrag häufig zwischen 150 und 500 Euro beträgt. Diesen Anteil müssen Sie bezahlen, wenn Sie den Schaden von der Versicherung regulieren lassen.

Beispiel: Sie haben beim Einparken eine Mauer gestreift und müssen Ihr Auto nun zum Preis von 600 Euro reparieren lassen. In der Vollkaskoversicherung ist ein Selbstbehalt von 300 Euro vorgesehen. Die nachfolgende Auflistung zeigt exemplarisch, wie dann eine Vergleichsrechnung aussehen könnte.

1. Regulierung durch Versicherung:

  • Reparaturkosten gesamt: 600 Euro
  • davon Versicherungsleistung: 300 Euro
  • langfristige Mehrkosten durch Rückstufung der SF-Klasse in der Vollkaskoversicherung: 550 Euro
  • Gesamtkosten: 850 Euro

2. Zahlung des Schadens aus eigener Tasche:

  • Reparaturkosten gesamt: 600 Euro
  • davon Versicherungsleistung: 0 Euro
  • langfristige Mehrkosten durch Rückstufung der SF-Klasse in der Vollkaskoversicherung: 0 Euro
  • Gesamtkosten: 600 Euro

In diesem Fall wäre die Faktenlage eindeutig: Es wäre günstiger, auf die Versicherungsleistung zu verzichten und die Rechnung der Werkstatt selbst zu begleichen.

Rabattschutz gegen Aufpreis

Etliche Versicherungsgesellschaften bieten ihren Kunden als Extraleistung einen so genannten Rabattschutz an. Je nach Vertragsbedingung verzichtet der Versicherer dann bei einem oder auch mehreren gemeldeten Schäden auf die Rückstufung der SF-Klasse. Im Gegenzug zahlen Sie einen jährlichen Zusatzbeitrag an die Versicherung.

Oft knüpfen die Versicherer die Gewährung eines Rabattschutzes an bestimmte Voraussetzungen. So können Sie bei vielen Anbietern den Rabattschutz nur erhalten, wenn Sie mehrere schadenfreie Jahre vorweisen können und ein Mindestalter – beispielsweise 23 Jahre – erreicht haben.

Ob sich diese Klausel für Sie lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. So lange Sie keinen Unfall verursachen, zahlen Sie einen höheren Preis als der „normale“ Versicherungsnehmer. Doch wenn Ihnen tatsächlich ein Missgeschick passiert, können Sie den Schaden von der Versicherung regulieren lassen, ohne mit Mehrkosten durch eine Rückstufung der SF-Klasse rechnen zu müssen.

Besondere Regelungen für Fahranfänger

Wer gleich nach dem Erwerb des Führerscheins ein eigenes Auto anmeldet und versichert, beginnt in der teuern SF-Klasse 0. Etwas günstiger wird es für diejenigen, die in den ersten Jahren ein anderes Auto – etwa das der Eltern – mitnutzen und erst mehr als drei Jahre nach der erfolgreichen Führerscheinprüfung zum eigenen Auto wecheln. Für diese Gruppe gibt es die Schadenfreiheitsklasse ½, die mit günstigeren Beiträgen als SF0 verbunden ist.

Richtig teuer wird es für Fahranfänger, die einen Unfall verursachen und den Schaden von der Versicherung regulieren lassen. Dann nämlich erfolgt eine Rückstufung in die so genannte Malusklasse M, die mit noch höheren Versicherungskosten verbunden ist als SF0.

Was Sie beim Zweitwagen beachten sollten

Wenn Sie einen Zweitwagen erwerben, können Sie nicht die bestehende Schadenfreiheitsklasse Ihres Erstfahrzeugs übernehmen. Standard ist bei den meisten Versicherungen die Aufnahme des Zweitwagens in die SF ½ – unter der Voraussetzung, dass Sie schon regulär mindestens in dieser Klasse eingestuft sind. Manche Anbieter gewähren auch eine günstigere Einstufung, etwa wenn auch das Erstfahrzeug dort versichert ist oder der Versicherungsnehmer schon viele schadenfreie Jahre vorweisen kann.

Erhalt der SF-Klasse nach dem Verkauf des Zweitwagens

Nach dem Verkauf des Zweitwagens bleibt Ihnen im Regelfall die erreichte Schadenfreiheitsklasse noch einige Zeit erhalten. Marktüblich ist, dass Sie bis zu sieben Jahre nach Beendigung des letzten Versicherungsverhältnisses wieder in die alte SF-Klasse einsteigen können. Auf diese Weise bleiben Ihnen die Vergünstigungen erhalten, wenn Sie eine gewisse Zeit auf den Zweitwagen verzichten und dann wieder ein Fahrzeug erwerben.

Geld sparen mit der Rabatt-Übertragung

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie Ihre SF-Klasse sprunghaft verbessern, indem Sie die Einstufung eines nahen Verwandten übernehmen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der abgebende Fahrer seine eigene SF-Klasse unwiderruflich verliert. Wer als nahestehende Person gilt, hängt von den einzelnen Versicherern ab. Während manche nur Ehepartner, Eltern und Kinder anerkennen, erweitern andere den Kreis auch auf Enkel.

Generell gilt: Übertragen lassen sich nur so viele Jahre, wie der Empfänger hätte maximal selbst „erfahren“ können. Wer beispielsweise seit zehn Jahren einen Führerschein besitzt, kann höchstens SF10 erhalten.

Dieses Modell lohnt sich vor allem dann, wenn die abgebende Person aus Alters- oder Gesundheitsgründen das Fahren aufgibt und der Empfänger schon einmal in der SF-Klasse zurückgestuft worden ist.

Beispiel: Ein 85-jähriger Rentner hat die Maximalstufe SF35 erreicht und gibt aus gesundheitlichen Gründen das Autofahren auf. Die Versicherung ermöglicht ihm die Übertragung seiner SF-Klasse auf seinen 55-jährigen Sohn, der aufgrund früherer Unfälle derzeit in SF25 eingestuft ist. Damit „gewinnt“ der Sohn in seiner Einstufung auf einen Schlag zehn schadenfreie Jahre hinzu.

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