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Jeder Pkw-Halter kennt den Brief, der einmal pro Jahr von der Versicherungsgesellschaft kommt: Der Kilometerstand wird abgefragt, um die gefahrenen Kilometer mit den im Vorfeld vereinbarten Beiträgen abzugleichen. Für einige Fahrzeughalter eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken, weshalb die Kilometerstandsmeldung für die Versicherungsgesellschaften so wichtig ist.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Sinn der Meldung
  3. Was macht die Versicherung damit?
  4. Nichtbeantwortung kann teuer werden
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Abfrage des Kilometerstandes erfolgt einmal im Kalenderjahr.
  • Die Angabe des Kilometerstandes wird zur fairen Beitragsermittlung benötigt.
  • Der Kilometerstand kann je Versicherungsgesellschaft schriftlich oder online gemeldet werden.
  • Bei fehlender Meldung darf die Versicherungsgesellschaft den Beitrag rückwirkend erhöhen.

Warum muss der Kilometerstand regelmäßig an die Versicherung gemeldet werden?

Wer sich für ein Auto entscheidet, der entscheidet sich gleichzeitig auch für eine Kfz-Versicherung. Ohne diese geht es in der Regel nicht. Beim Abschluss der Versicherung wird der Kilometerstand des Fahrzeuges notiert. Zudem wird geschätzt, wie viele Kilometer pro Jahr gefahren werden. Hier geht es nicht darum, den exakten Wert zu schätzen und diesen dann auch einzuhalten. Es geht vielmehr darum, anhand der verschiedenen und sehr großzügig bemessenen Spannen festzulegen, ob das Fahrzeug wenig oder viel genutzt wird.

Die daraus resultierende Jahresfahrleistung ist wichtig, um den Versicherungsbeitrag für das Fahrzeug exakt und vor allen Dingen fair zu berechnen. Denn wer wenig fährt, der möchte auch weniger Versicherungsbeitrag bezahlen als ein Vielfahrer.

Gleichzeitig erhöht sich mit den gefahrenen Kilometern für die Versicherungsgesellschaft auch das Risiko. Wird ein Fahrzeug viel bewegt, kann es schneller zu einem versicherungspflichtigen Schaden kommen als bei einem Fahrzeug, dass nur wenig Laufleistung pro Jahr hat. Auch das wird von den Versicherungsgesellschaften bei der Berechnung der Beiträge berücksichtigt.

Wenn einmal pro Jahr eine Kilometerstandsmeldung gewünscht wird, kann geschaut werden, ob die im Vorfeld vereinbarte Jahresfahrleistung eingehalten wurde oder nicht.

Was macht die Versicherung mit der Kilometerstandsmeldung?

Nach Abfrage des Kilometerstandes gleicht die Versicherung die erhobenen Daten mit den Einträgen im Versicherungsvertrag ab. Wird eine Übereinstimmung erreicht, ist alles in Ordnung und es wird aufgrund des Kilometerstandes keine Änderungen im Vertrag geben. Hat der Fahrzeughalter eine höhere Jahreslaufleistung erzielt, wird der Vertrag entsprechend angepasst. Es besteht sonst eine Unterversicherung, was im Falle eines Schadens immer zu Lasten des Versicherungsnehmers geht. Die Regulierung des Schadens findet dann nicht in vollem Umfang statt und der Versicherungsnehmer bleibt unter Umständen auf bereits entstandenen Kosten sitzen.

Ferner kann die Versicherungsgesellschaft dem Versicherungsunternehmer unterstellen, dass er absichtlich eine zu niedrige Jahreslaufleistung angegeben hat, um beim Versicherungsbeitrag zu sparen. Eine Korrektur des Versicherungsvertrages ist daher immer im Interesse des Versicherungsnehmers.

Unser Hinweis: Zeigt sich, dass die Jahreslaufleistung im Versicherungsvertrag als zu hoch angegeben ist, ist ebenfalls eine Korrektur sinnvoll. Der Versicherungsnehmer zahlt in diesem Fall einen zu hohen Beitrag, erhält im Schadensfall aber nur den vorliegenden Schaden reguliert und keine Bonuszahlungen oder einen anderweitigen Ausgleich. In diesem Fall ist ein Gespräch mit der Versicherung oder dem Vertreter vor Ort immer eine gute Wahl.

Was passiert bei Nichtbeantwortung?

Beim Abschluss der Kfz-Versicherung erklärt sich jeder Versicherungsnehmer dazu bereit, der Versicherungsgesellschaft auf Nachfrage den aktuellen Kilometerstand mitzuteilen. Der Versicherungsnehmer ist damit verpflichtet, das Schreiben beziehungsweise die fernmündliche oder persönliche Nachfrage wahrheitsgemäß und zeitnah zu beantworten.

Geschieht dies nicht, ist die Versicherungsgesellschaft dazu berechtigt, den Versicherungsbeitrag zu korrigieren. Sie geht dann von einer deutlich höheren Jahresfahrleistung aus und stuft den Versicherten im Beitrag in die höchste Kategorie ein. Auch rückwirkend, sodass Nachzahlungen fällig werden.

Im eigenen Interesse muss der Aufforderung zur Meldung des Kilometerstandes daher nachgekommen werden, um unnötige Kosten und auch Ärger mit der Versicherungsgesellschaft zu vermeiden.

Bei den meisten Versicherungsgesellschaften werden unterschiedliche Wege für die Meldung des Kilometerstandes angeboten. Vom Ausfüllen eines Formulars bis hin zur Online-Meldung ist alles möglich. Ist ein Versicherungsvertreter vor Ort anzutreffen, kann auch dieser die Meldung entgegennehmen und weiterleiten. Die Versicherungen sind sehr bemüht, die jährliche Kilometerstandsmeldung so einfach wie nur möglich zu gestalten, um diese nicht zu einem Hindernis im Vertrag zwischen der Versicherung und dem Versicherungsnehmer werden zu lassen.

Unser Hinweis: Beachten Sie bitte, dass auch Ihre Werkstatt – sofern Sie einen festen Vertragspartner für Ihr Auto haben – in regelmäßigen Abständen den Kilometerstand notiert. Die Versicherungsgesellschaften neigen dazu, die dort hinterlegten Daten bei einer Schadensregulierung abzufragen, um sie mit den eigenen Daten abzugleichen. Der bei der Versicherung hinterlegte Kilometerstand darf daher nicht deutlich vom Kilometerstand abweichen, den die Werkstatt hat und auf Nachfrage der Versicherung mitteilt.

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