Die grüne Karte ist eine Versicherungskarte, die als Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung dient. Diese Versicherungskarte ist bei Reisen in manche Länder sehr wichtig. Im EU-Ausland handelt es sich um kein Pflichtdokument, sodass diese Versicherungskarte nicht unbedingt mitgeführt werden muss. Dennoch wird immer noch häufig empfohlen, die Karte bei Urlaubsreisen mitzuführen, damit im Schadensfall der Versicherungsschutz nachgewiesen werden kann. Zudem gibt es Länder, bei denen die Mitnahme der Versicherungskarte nicht nur angeraten, sondern durchaus auch Pflicht ist: beispielsweise die Ukraine, Weißrussland und die Türkei.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der grünen Karte kann ein Versicherter die bestehende Haftpflichtversicherung nachweisen, wodurch im Schadensfall die Abwicklung erleichtert wird.
  • Über das Kennzeichen kann der Versicherungsschutz nur innerhalb der EU erfragt werden.
  • Anhand der grünen Karte ist es allerdings nicht möglich, festzustellen, wie hoch die vereinbarte Deckungssumme ist.

Die grüne Karte dient als Versicherungsnachweis

Mit der grünen Karte kann ein Versicherter die bestehende Haftpflichtversicherung nachweisen, wodurch im Schadensfall die Abwicklung erleichtert wird. Anhand der Karten können nämlich alle Beteiligten feststellen, welche Versicherung den Schaden regulieren wird.

Dies ist grundsätzlich auch im EU-Ausland möglich, jedoch nicht immer erforderlich. Denn innerhalb der EU kann die Versicherung auch über das Kfz-Kennzeichen festgestellt werden. Dazu wurde der Zentralruf der Versicherer eingerichtet, der unter der Telefonnummer +49 40 300 33 03 00 erreicht werden kann. Unter dieser Nummer kann ein Geschädigter im Schadensfall über das Kennzeichen den Versicherungsschutz des Unfallgegners feststellen lassen.

Grüne Karte insbesondere im Urlaub wichtig

Über das Kennzeichen kann der Versicherungsschutz jedoch nur innerhalb der EU erfragt werden. In allen anderen Ländern kann die Identität über die grüne Karte festgestellt werden.

Zusätzlich kann es hilfreich sein, einen europäischen Unfallbericht in mehreren Sprachen mitzuführen. Dieser standardisierte Bericht kann die Abwicklung im Schadensfall und die anschließende Regulierung erleichtern.

Ausgestellt wird die grüne Karte direkt vom Versicherungsunternehmen. Dort kann der Versicherte diese auf Nachfrage kostenfrei erhalten. Die Ausstellung ist vor Reiseantritt in der Regel auch kurzfristig möglich. Dabei muss für das EU-Ausland keine zusätzliche Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Denn innerhalb der EU ist die in Deutschland geschlossene Versicherung immer gültig. Lediglich bei Reisen in Ländern außerhalb der EU sollte der bestehende Versicherungsschutz kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden.

Deckungssumme kann mit der grünen Karte nicht festgestellt werden

Anhand der grünen Karte ist es allerdings nicht möglich, festzustellen, wie hoch die vereinbarte Deckungssumme ist. Dieser Umstand spielt im Inland keine große Rolle, jedoch beim Aufenthalt in einem anderen Land. Denn selbst in anderen europäischen Ländern unterscheiden sich die Deckungssummen deutlich voneinander. Die gesetzliche Mindest-Deckungssumme der Haftpflichtversicherung liegt in Deutschland für Personenschäden bei 7,5 Millionen Euro, während diese zum Beispiel in Griechenland 1 Million por Person und in der Türkei lediglich 100.000 Euro pro Person beträgt (Stand: 2017).

Darüber hinaus können mit der Versicherung deutlich höhere Summen vereinbart werden. Bei Absicherung mit einer niedrigen Mindest-Deckungssumme kann es Geschädigten passieren, dass sie trotz des Versicherungsschutzes einen Teil der Kosten selbst tragen müssen. Deshalb kann der Abschluss einer Auslandsschadenschutz-Police vor Reiseantritt sinnvoll sein. Mit dieser lässt sich der Versicherungsschutz erhöhen, denn der Versicherte wird so gestellt, als ob der Unfall in Deutschland geschehen wäre.