Glasfaserausbau auf dem Land: Ehemalige Unitymedia-Mutter wird aktiv

11.11.2021 | 12:19

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Mit Liberty Global will ein neuer Player auf dem deutschen Glasfasermarkt mitmischen. Der ehemalige Unitymedia-Eigner hat dazu die Tochterfirma Liberty Networks Germany gegründet, die bundesweit FTTH-Anschlüsse errichten soll. Ein erstes Ausbauprojekt ist in einer Gemeinde in Brandenburg geplant.

Neuer Glasfaserausbauer Liberty Networks startet in Deutschland

In etlichen ländlichen Regionen in Deutschland bauen inzwischen verschiedene Unternehmen Glasfasernetze. Einer der bundesweit führenden Anbieter ist Deutsche Glasfaser, aber es gibt auch regionale Glasfaserausbauer wie beispielsweise DNS:NET, M-net, EWE, NetCologne und weitere mehr. Und auch die Deutsche Telekom intensiviert hierzulande den Ausbau von Glasfasernetzen.

Seit kurzem mischt aber auch der ehemalige Unitymedia-Eigner Liberty Global, ein internationaler Kabelnetzbetreiber, auf dem deutschen Glasfasermarkt mit. Liberty Global hatte den Kabelnetzbetreiber Unitymedia 2019 an Vodafone verkauft. Die 2021 von Liberty Global gegründete Tochtergesellschaft Liberty Networks Germany mit Sitz in Köln will nun unter der Marke "helloFiber" Glasfasernetze vor allem auf dem Land errichten und anbieten. Geplant seien bundesweit FTTH-Anschlüsse für Kommunen, private Haushalte und Gewerbe. Der Ausbau soll eigenwirtschaftlich erfolgen.

Erstes Glasfasernetz in Brandenburg geplant

Die Vorvermarktung für ein erstes Ausbauprojekt ist in der brandenburgischen Gemeinde Petershagen/Eggersdorf im Landkreis Märkisch-Oderland gestartet. Wird eine Zustimmung von 35 Prozent der dortigen Haushalte für den Glasfaserausbau erreicht, sollen die Bagger rollen. Der flächendeckende Netzausbau in der Gemeinde für über 7.000 Haushalte und Gewerbetreibende soll bis Herbst 2023 abgeschlossen sein. Die verfügbaren Glasfasertarife von "helloFiber" bieten Surfgeschwindigkeiten von 300 Mbit/s bis hin zu 1 Gbit/s. Die regulären monatlichen Kosten liegen je nach Tarif zwischen 45 Euro und 90 Euro pro Monat.

Verbände: Hohe Milliardenbeträge für eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau verfügbar

Der Branchenverband VATM begrüßt den geplanten Ausbau von Liberty Networks Germany in Brandenburg als gutes Signal. "Da staatliche Förderung die Bauvorhaben um Jahre verzögert, setzt Liberty Networks auf eine flächendeckende Versorgung auch ohne komplexe Markterkundungs- und Förderverfahren", kommentiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

In Deutschland sollte der Glasfaserausbau nicht mehr am Geld scheitern. Laut VATM seien für den Ausbau private Investitionsmittel von mehr als 30 Milliarden Euro verfügbar. Nach Angaben des Glasfaserverbandes BREKO würden in den nächsten Jahren zusammen mit den Investitionen der Telekom sogar mehr als 40 Milliarden Euro für den eigenwirtschaftlichen Ausbau der Glasfasernetze bereitstehen. Der Fördertopf des Bundes für den geförderten Netzausbau umfasst zwölf Milliarden Euro.