Spekulationsbesteuerung

Eine Besteuerung von Spekulationsgewinnen durch eine spezielle Spekulationssteuer existiert in Deutschland nicht. Eine Spekulationsbesteuerung erfolgt durch die Einkommenssteuer. Zunächst einmal gilt es zu klären, ab wann ein Spekulationsgewinn entsteht. Die meisten Verbraucher denken bei einem Spekulationsgewinn an Wertpapiergeschäfte. Aber gerade diese sind von einer Spekulationsbesteuerung im klassischen Sinn ausgenommen. Die Abgeltungssteuer greift grundsätzlich. Jeder Gewinn aus einer Wertpapiertransaktion, gleich, ob er innerhalb von vier Wochen oder drei Jahren nach Einführung der Abgeltungssteuer anfällt, wird einheitlich mit 25 Prozent Steuer belegt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Spekulation: Definition
  3. Die Veräußerungsfristen
  4. Die Besteuerung von Spekulationsgeschäften
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Jetzt Depots vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Spekulationsgewinnen handelt es sich um Gewinne aus einem privaten Veräußerungsgeschäft.
  • Bei Immobilien hat der Gesetzgeber die Fristen für eine Spekulationsbesteuerung massiv ausgedehnt.
  • Erträge aus Veräußerungsgeschäften sind nichts anderes als Einkommen. Einkommen wird mit der Einkommensteuer belegt.

Spekulation: Definition

Bei Spekulationsgewinnen handelt es sich um Gewinne aus einem privaten Veräußerungsgeschäft, die mehrere Merkmale aufweisen:

  • Grundlage dafür bilden Güter, die keiner Abnutzung unterliegen, sondern im Laufe der Zeit an Wert gewinnen, etwa Immobilien, Kunstgegenstände oder Antiquitäten.
  • Ein weiteres Merkmal für ein Spekulationsgeschäft kann die Verknappung eines Gutes und die daraus resultierende Wertsteigerung sein.
  • Ein Spekulationsgewinn wird anhand der Differenz zwischen Ankaufspreis und Verkaufspreis eines Gutes festgestellt.
  • An- und Verkauf müssen dabei innerhalb eines zeitlichen Rahmens, der Veräußerungsfrist, stattgefunden haben, der die Vermutung auf eine Gewinnerzielungsabsicht zulässt.

Die Veräußerungsfristen

Gerade bei Immobilien hat der Gesetzgeber die Fristen für eine Spekulationsbesteuerung massiv ausgedehnt. Eine fremd vermietete Wohneinheit kann erst nach Ablauf von zehn Jahren veräußert werden, ohne, dass eine Spekulationsbesteuerung stattfindet. Etwas anders verhält es sich bei einer selbst genutzten Immobilie. Diese kann nach einer Frist von drei Jahren wieder verkauft werden, ohne dass ein möglicher Gewinn besteuert werden muss.

Bei beweglichen Wirtschaftsgütern beträgt die Haltedauer ein Jahr, um die Spekulationsvermutung zu vermeiden. Betrug die Haltedauer jedoch mehr als ein Jahr und das Wirtschaftsgut diente mindestens einmal als Einkunftsquelle, ist die Veräußerungsfrist von einem Jahr hinfällig.

Die Besteuerung von Spekulationsgeschäften

Erträge aus Veräußerungsgeschäften sind nichts anderes als Einkommen. Einkommen wird mit der Einkommensteuer belegt. Eine Spekulationsbesteuerung durch eine spezielle Steuerart findet nicht statt, lediglich das einkommensteuerpflichtige Einkommen erhöht sich. Eine zusätzliche Besteuerung entfällt, wenn der Veräußerungsgewinn bereits einer anderen Einkunftsart zuzurechnen ist. Ein Autohändler, der mit Oldtimern handelt, versteuert diese Quasi-Spekulationsgewinne bereits über seinen Gewerbebetrieb. Der einmalige Verkauf einer fremd vermieteten Immobilie vor Ablauf von zehn Jahren beispielsweise hätte noch einen anderen, unangenehmen Nebeneffekt. Der Verkaufserlös würde einmal für dieses Jahr das Einkommen deutlich nach oben schieben und damit auch die Steuerprogression für alle anderen Einkünfte erhöhen. Dazu würden für das Folgejahr, trotz wieder gesunkener Einkünfte, die Steuervorauszahlungen angehoben werden.

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