Wenn die Medien von einer Rezession sprechen, steht es um die Wirtschaft eines Landes nicht zum Besten. Viele Menschen wissen zwar, dass der Begriff im Zusammenhang mit der Konjunktur steht. Doch was sie konkret ist und bei welchen Anzeichen Experten von einer Rezension sprechen, ist den meisten Menschen nicht geläufig.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine Rezession?
  3. So entsteht sie
  4. Vorzeichen
  5. Folgen einer Rezession
  6. Mögliche Maßnahmen
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Tagesgeldangebote vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Rezession liegt vor, wenn das Wirtschaftswachstum eines Landes in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zum Vorjahr negativ ist.
  • In der Regel entsteht eine solche Abschwungphase durch die Überhitzung des Marktes während einer Hochkonjunkturphase.
  • Die ersten Anzeichen einer Rezession können beispielsweise ein Rückgang der Nachfrage, steigende Lagerbestände sowie sinkende Aktienkurse und ein pessimistischer Wirtschaftsausblick sein.
  • Durch eine Anpassung ihrer Währungs- und Steuerpolitik sowie durch Fördermaßnahmen können Staaten und Staatengemeinschaften einem Wirtschaftsabschwung entgegenwirken.

Was ist eine Rezession?

Eine Rezession bezeichnet eine Konjunkturphase des wirtschaftlichen Abschwungs. Laut gängigen Definitionen liegt sie vor, wenn das Wirtschaftswachstum eines Staates im Vergleich zum Vorjahr in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. Ausschlaggebend hierfür ist das Bruttoinlandsprodukt. Hält eine Rezession über einen längeren Zeitraum an, sprechen Fachleute von einer Depression.

Wie entsteht eine Rezession?

Um zu verstehen, wie eine Phase des Abschwungs entsteht, ist ein Blick auf den Konjunkturzyklus von Volkswirtschaften notwendig. Dieser besteht aus vier Konjunkturphasen, die ein Land im Laufe der Zeit durchläuft:

  • 1. Aufschwungphase (Expansion/Prosperität)
  • 2. Hochkonjunktur (Boom)
  • 3. Abschwungphase (Rezession)
  • 4. Tiefphase (Depression)

Allerdings können sich die einzelnen Phasen hinsichtlich ihrer Dauer unterscheiden. Da es sich um ein Modell handelt, gibt es im konkreten Einzelfall immer Abweichungen. Dennoch geht einer Rezession für gewöhnlich eine Phase des Aufschwungs voraus, die in einer Hochkonjunktur mündet. Zu den charakteristischen Merkmalen dieser expansiven Phase gehören unter anderem wachsende Auftragsbestände, die zu einem Anstieg der Produktion und infolgedessen zu einer höheren Nachfrage nach Arbeitskräften führen.

Eine Hochkonjunktur zeichnet sich durch Vollbeschäftigung und ausgelastete Kapazitäten aus, wodurch die Löhne und Preise anziehen. Auch die Nachfrage nach Krediten erhöht sich, was zu steigenden Zinsen führt. Früher oder später sorgen die hohen Produktionsraten jedoch dafür, dass sich die Märkte überhitzen. Selbst an einem solchen Scheitelpunkt kann das Bruttoinlandsprodukt noch weiter ansteigen, obwohl die Wachstumsraten bereits auf eine Rezession hinweisen. Den konjunkturellen Tiefpunkt bildet schließlich die Depression.

Was sind die Vorzeichen einer Rezession?

Im Allgemeinen kündigt sich eine Rezession durch mehrere Anzeichen an. Je mehr Warnsignale auftreten, desto wahrscheinlicher beginnt die Abschwungphase. Zu den charakteristischen Merkmalen dieser Phase gehören insbesondere:

  • Nachfragerückgang
  • steigende Arbeitslosenzahlen
  • Anwachsende Lagerbestände
  • Pessimistische Erwartungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung
  • Zurückgehende Investitionen
  • Sinkende Börsenkurse
  • Stagnierendes oder sinkendes Preis-, Lohn- und/oder Zinsniveau
  • Vorübergehende Stilllegung von Produktionsstätten

Welche Folgen hat eine Rezession?

Eine Rezession beeinflusst sowohl die Wirtschaft im ganzen als auch die Bürger. Die Unternehmen haben mit einem zu hohen Lagerbestand zu kämpfen. Infolgedessen entsteht ein Überangebot, und die Preise sinken, denn der Handel versucht, unter anderem mit beträchtlichen Rabatten entgegenzusteuern. Viele Unternehmen bauen zudem Überstunden ab, stellen auf Kurzarbeit um und/oder entlassen Arbeitskräfte. Ebenso ist es möglich, dass unrentable Produktionszweige vorübergehend stillgelegt werden.

In einer Rezession steigen die Arbeitslosenzahlen in der Regel merklich an. Verständlicherweise sorgen sich die Menschen um ihre Arbeitsplätze, kostenintensive Anschaffungen verschieben sie erst einmal. Eine Ausnahme sind diejenigen Kunden, die schon seit längerem mit einem bestimmten Produkt liebäugeln und angesichts der gesunkenen Preise den Kauf nicht weiter hinausschieben.

Darüber hinaus sinken während einer Rezession auch die Aktienkurse. Denn auch diese unterliegen dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Gute Anlageberater empfehlen ihren Kunden in der Regel jedoch bereits vor dem Wirtschaftsabschwung, sich aus den Märkten zurückzuziehen beziehungsweise das Portfolio umzuschichten.

Welche Maßnahmen gegen eine Rezession sind möglich?

Um die Wirtschaft vor einer Rezession zu bewahren beziehungsweise ein Abdriften in eine Depression zu verhindern, stehen dem Staat oder einem Staatenbund wie der Europäischen Union verschiedene Steuerungsinstrumente zur Verfügung. Um die Kreditvergabe und damit Investitionen anzukurbeln, können Notenbanken beispielsweise die Leitzinsen senken und Strafzinsen einführen. Zusätzlich ist es möglich und bereits geschehen, dass eine Zentralbank öffentliche und/oder private Wertpapiere aufkauft. Dieses Vorgehen ist unter der Bezeichnung „Quantitive Easing“ beziehungsweise als Quantitative Lockerung (QE) bekannt.

Der Staat kann die Wirtschaft insbesondere durch Steuersenkungen unterstützen. Infolge der Steuererleichterung sinken die Kosten des Unternehmens, sodass es besser durch die Abschwungphase kommt. Allerdings zeigt sich die Wirkung dieser Maßnahme erst mit einiger Verzögerung. Außerdem kann der Staat Förderpakete – beispielsweise für die Infrastruktur oder einzelne Branchen – auflegen.

Darüber hinaus haben Länder und Staatengemeinschaften die Möglichkeit, durch ihre Geldpolitik die Währung zu beeinflussen. In der Regel führt die Abwertung einer Währung zu steigenden Exportumsätzen. Dies begründet sich folgendermaßen: Verliert beispielsweise der Euro gegenüber dem Dollar, können US-amerikanische Unternehmen deutsche Produkte günstiger kaufen.

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