Die Kaufkraft gibt Auskunft über den Wert des Geldes. Sie stellt dar, wie viele Güter beziehungsweise Dienstleistungen sich für eine bestimmte Geldmenge erwerben lassen. Mittels Preisindizes wie dem Kaufkraftindex ist es möglich, die Entwicklung ausgewählter Preise darzustellen und diese zwischen verschiedenen Regionen zu vergleichen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Definition von Kaufkraft
  3. Die Kaufkraft berechnen
  4. Der Kaufkraftindex ermöglicht den regionalen Vergleich
  5. Die Kaufkraft in Deutschland
  6. Die Kaufkraftparität zeigt regionale Unterschiede auf
  7. Kaufkraftverlust durch Inflation
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Festgeldangebote vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kaufkraft gibt an, welche Menge an Gütern und Dienstleistungen mit einer Geldeinheit erworben werden können.
  • Der Kaufkraftindex ermöglicht es, die Kaufkraft einer spezifischen Region mit dem nationalen oder internationalen Durchschnitt zu vergleichen.
  • Fällt der jährliche Lohnanstieg geringer aus als die Inflation, sinkt die Kaufkraft.

Definition von Kaufkraft

In der Volkswirtschaftslehre gilt die Kaufkraft als Austauschverhältnis zwischen Geld und Gütern beziehungsweise Dienstleistungen. Sie bezeichnet die für einen bestimmten Geldbetrag käufliche Gütermenge und stellt somit einen Maßstab für den Wert des Geldes dar. Dieser ist grundsätzlich variabel. Steigt das Preisniveau, handelt es sich um eine Inflation. Im umgekehrten Fall spricht man von einer Deflation.

Für die Kaufkraft sind vor allem der Binnenwert und der Außenwert von Bedeutung. Der innere Geldwert wird mittels eines Preisindexes bestimmt. Von sinkender Kaufkraft ist beispielsweise die Rede, wenn eine Person in einem Währungsraum für die gleiche Menge an Geldeinheiten zu einem späteren Zeitpunkt weniger Güter erhält. Der äußere Geldwert resultiert dagegen aus dem Wechselkurs eines Landes und berücksichtigt auch das dortige Preisniveau.

Die Kaufkraft berechnen

Um die Kaufkraft berechnen zu können, ist zunächst der Begriff des Preisniveaus zu klären. Dabei handelt es sich um eine volkswirtschaftliche Kennzahl, die angibt, wie viele Geldeinheiten in einem Staat für einen Warenkorb aus ausgewählten Produkten und Dienstleistungen anfallen. Prinzipiell gilt: Erhöht sich das Preisniveau, sinkt die Kaufkraft gemäß der folgenden Formel: Kaufkraft = 1 / Preisniveau. Das aktuelle Preisniveau wiederum berechnet sich anhand der Formel: (Altes Preisniveau / Neues Preisniveau x 100) − 100.

Erhöht sich das Preisniveau innerhalb eines bestimmten Zeitraums beispielsweise um zehn Prozent, reduziert sich der Wert des Geldes um 9,1 Prozent auf 90,9 Prozent. Aufgrund des konstanten Zählers hängt die Entwicklung der Kaufkraft somit stets vom prozentualen Anstieg des Preisniveaus beziehungsweise der Inflationsrate ab. Aufgrund seiner hohen Aussagekraft ist das Preisniveau von großer Wichtigkeit für die Wirtschaft.

Der Kaufkraftindex ermöglicht den regionalen Vergleich

Die Kaufkraft eines Verbraucherhaushalts hängt nicht nur von der Höhe der Gehälter der einzelnen Mitglieder ab. Zusätzlich gibt es signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen. Diese sind vor allem für die Konsumgüterindustrie von Bedeutung. Schließlich besteht die Notwendigkeit, das Angebot an die regionalen Gegebenheiten anzupassen, um nicht an den Kundenbedürfnissen vorbei zu produzieren.

Der Kaufkraftindex – auch als Kaufkraftkennziffer bezeichnet – gibt an, wie hoch die Kaufkraft einer spezifischen Region im Vergleich mit dem nationalen Durchschnitt ausfällt. Die Kennzahl bezieht sich demnach etwa auf ein Bundesland, einen Bezirk oder ein bestimmtes Postleitzahlengebiet. Es ist aber ebenso möglich, einzelne Länder miteinander zu vergleichen. Die Berechnung des Kaufkraftindexes erfolgt im Wesentlichen mithilfe von Lohn- und Einkommensstatistiken sowie Daten zu staatlichen Transferleistungen. Der Normwert für den nationalen Durchschnitt beträgt stets 100. Wie die Kaufkraftkennziffer zu interpretieren ist, zeigt die folgende Liste:

  • Kaufkraftindex > 100: Gebiet besitzt überdurchschnittliche Kaufkraft
  • Kaufkraftindex = 100: Kaufkraft entspricht dem nationalen Durchschnitt
  • Kaufkraftindex < 100: Gebiet besitzt unterdurchschnittliche Kaufkraft

Die Kaufkraft in Deutschland

Der Kaufkraftindex für Deutschland ist das Ergebnis einer jährlich veröffentlichten Studie des Marktforschungsunternehmens GfK. In diesem Zusammenhang stellt die Kaufkraft das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung dar. Mit inbegriffen sind außerdem Transferleistungen wie Renten oder Kindergeld.

In Deutschland steigt die nominale Kaufkraft kontinuierlich an. Diese Entwicklung basiert einerseits auf einem stabilen Arbeitsmarkt und andererseits auf den in vielen Branchen steigenden Löhnen. Allerdings existieren signifikante regionale Unterschiede. Im Jahr 2018 besaß Hamburg die höchste Kaufkraftkennziffer aller Bundesländer (109,8), dicht gefolgt von Bayern (109,2). Bei den Großstädten mit einer Bevölkerung von über einer Million führte München (134,8) mit deutlichem Abstand vor Hamburg. Der Landkreis mit der höchsten Kaufkraft ist Starnberg (144,0).

Die Kaufkraftparität zeigt regionale Unterschiede auf

Kaufkraftparität zwischen zwei abgegrenzten Gebieten desselben Währungsraumes liegt vor, wenn sich Produkte und Dienstleistungen eines repräsentativen Warenkorbes für wertmäßig gleiche Beträge erwerben lassen. Im Falle unterschiedlicher Währungsräume besteht Kaufkraftparität, wenn die Wechselkurse der einzelnen Währungen dieselbe Kaufkraft besitzen. Dieses Konzept ermöglicht es insbesondere,

  • Aussagen über die Unterschiede in den Lebenshaltungskosten zwischen verschiedenen Ländern zu treffen sowie
  • volkswirtschaftliche Größen wie das Bruttoinlandprodukt (BIP) oder das Pro-Kopf-Einkommen einzelner Staaten international zu vergleichen.

Kaufkraftverlust durch Inflation

Die Inflation stellt einen der wesentlichen Gründe für die Minderung der Kaufkraft dar. Sie bezeichnet die anhaltende Teuerung von Gütern sowie Dienstleistungen. Grundsätzlich gilt die Preisstabilität als eines der obersten Ziele von Zentralbanken. Trotzdem ist ein leichter Anstieg von etwa zwei Prozent im Gegensatz zu einer Deflation seitens der Europäischen Zentralbank ausdrücklich erwünscht. Da die durchschnittlichen Preise über die Zeit kontinuierlich ansteigen, ist in diesem Zusammenhang oftmals von einer Geldentwertung die Rede. Fällt das Ausmaß der Inflation bei Löhnen und Preisen gleich groß aus, bleibt die Kaufkraft dagegen unverändert.

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