Geldkurs und Briefkurs

Wer sich die Wertpapierkurse ansieht, findet hinter den Kursen von Aktien und Anleihen häufig die Kürzel „B“ und „G“. Die Buchstaben stehen für Geldkurs und Briefkurs. Was hat es damit auf sich?

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Geldkurs
  3. Briefkurs
  4. Spread
  5. Angebot und Nachfrage bestimmen Geldkurs und Briefkurs
  6. bezahlt Geld und bezahlt Brief
  7. Geld-Brief-Kurs
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Jetzt Depots vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Geldkurs gibt an, welchen maximalen Preis ein Anleger bereit ist, für ein Wertpapier zu bezahlen.
  • Der Briefkurs spiegelt die Preiserwartung des Verkäufers wider.
  • Bei Papieren mit hohen Umlaufzahlen fallen Geld- und Briefkurs nahezu identisch aus.
  • Eine hohe Differenz zwischen Geld- und Briefkurs deutet darauf hin, dass das Papier nur schwer erhältlich oder schwer zu veräußern ist.

Geldkurs

Der Geldkurs „G“ bezeichnet den Kurs, den potenzielle Käufer bereit sind, für ein Wertpapier zu bezahlen. „Geld“ steht in diesem Zusammenhang für die Nachfrage nach einer Aktie oder eine Anleihe. Der englische Ausdruck für den Geldkurs lautet „bid“.

Briefkurs

Der Briefkurs „B“ wiederum gibt an, zu welchem Kurs der Besitzer eines Wertpapiers bereit ist, dieses zu verkaufen. Taucht hinter dem Namen des Wertpapiers das englische Wort „ask“, steht es für den Preis des Angebotes, den Briefkurs.

Spread

Da Käufer möglichst wenig für eine Aktie oder Anleihe bezahlen möchten, Verkäufer aber einen möglichst hohen Preis erzielen wollen, liegt zwischen Geldkurs und Briefkurs häufig eine Differenz, der Spread.

Angebot und Nachfrage bestimmen Geldkurs und Briefkurs

Der Spread fällt um so größer aus, je geringer die Nachfrage oder das Angebot nach einem bestimmten Titel sind. Während bei Wertpapieren mit großer Umlaufzahl immer eine Nachfrage und immer ein Angebot vorhanden sind, verhält es sich bei Aktien oder Anleihen kleinerer Unternehmen mit geringerer Stückzahl etwas anders.

Einer hohen Nachfrage kann kein Angebot gegenüberstehen, beispielsweise bei einer Aktie mit hoher Dividendenzahlung, die jedoch in keinem Index gelistet ist. Möchte sich ein Anleger von einem Papier trennen, dass sich als totaler Flop erwiesen hat, besteht möglicherweise keinerlei Nachfrage, da auch andere Anleger erkannt haben, dass sie bei einem Kauf mit Zitronen handeln würden.

„bezahlt Geld“ und „bezahlt Brief“ – die Ergänzung zu Geldkurs und Briefkurs

Neben den beiden Kürzeln „B“ und „G“ gibt es noch zwei weitere Abkürzungen im Kursblatt. Diese lauten „bG“ und „bB“, bezahlt Geld und bezahlt Brief.

Aus dem Begriff „bB“ lässt sich herauslesen, dass es nicht nur ein Angebot für ein Wertpapier „B“ gab. Er besagt, dass dieses Angebot von einem anderen Anleger zu diesem Preis auch angenommen wurde. Im Umkehrschluss bedeutet „bG“, dass eine Nachfrage zu einem bestimmten Kurs erfüllt wurde.

Was besagt der Geld-Brief-Kurs?

Der Spread zwischen Geldkurs und Briefkurs zeigt interessierten Anlegern, wie gut die Aktie oder Anleihe handelbar ist und wie schnell sich das Wertpapier wieder liquidieren lässt. Ein marginaler Spread bedeutet, dass es sowohl ein Angebot als auch eine entsprechende Nachfrage gibt. Der Markt für dieses Wertpapier ist auf beiden Seiten liquide.

Hier ein Beispiel anhand des MDAX-Wertes Morphosys:

REALTIMEKURS MORPHOSYS
6.5.2019 11:28:29 Uhr
BID 88,15 ASK 88,15
BID-Size 320 ASK-Size 208
6.5.2019 11:28:28 Uhr
BID 88,11 ASK 88,19
BID-Size 106 ASK-Size 208

BID-Size und ASK-Size besagen, wie viele Aktien zum Verkauf standen, respektive nachgefragt wurden. Interessant ist, dass sich innerhalb von einer Sekunde die Ungleichheit von Geld- und Briefkurs neutralisiert hat. Aus 88,11 G und 88,19 B wurde ein Kurs von 88,15, mit dem beide Seiten zufrieden sind.

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