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Verivox rechnet mit weiterem Anstieg der Strompreise

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg - Den meisten Verbrauchern wurde eine Strompreiserhöhung zu Beginn des Jahres 2011 angekündigt. 609 Stromanbieter haben zum Jahreswechsel ihre Preise um durchschnittlich 7 Prozent angehoben und ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen. Denn auch zum Februar und März werden 78 Anbieter die Preise um durchschnittlich 6 Prozent erhöhen. Für Mai haben zwei Töchter des E.ON-Konzerns Preiserhöhungen angekündigt.

„Derzeit deuten alle Anzeichen auf weitere Strompreissteigerungen im Laufe des Jahres hin“, sagte Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. „Das würde bedeuten, dass die durchschnittlichen Strompreise für Privatkunden in Deutschland im elften Jahr in Folge ansteigen. Seit dem Jahr 2000 hat sich der Preis pro Kilowattstunde um über 70 Prozent erhöht“.

Strompreise steigen vor allem für Privatkunden

Diese gleichförmige Entwicklung gilt ausschließlich für Privatkunden. Industriekunden und die Stromanbieter selbst konnten seit der Wirtschaftskrise 2008 deutlich günstigere Einkaufskosten verbuchen. Der Erzeugerpreisindex Strom des Statistischen Bundesamtes ist zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 um 20 Prozent gefallen. Bisher gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass diese Kostensenkungen auch den privaten Verbrauchern zugute kommen werden.

Die Stromversorger rechtfertigen die ungebrochene Preisspirale mit langfristigen Beschaffungsstrategien und den gestiegenen Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Viele Versorger hätten sich zu Zeiten hoher Großhandelspreise eingedeckt und könnten daher die Preise nicht senken. Dieses Argument verliert im Lauf der Zeit allerdings an Stichhaltigkeit, denn die wenigsten Anbieter decken sich für mehr als zwei Jahre im Voraus mit Strom ein. Im Oktober 2011 werden die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage für das Jahr 2012 verkünden. Ob diese Abgabe steigen oder sinken wird, hängt von den politischen Rahmenbedingungen, den Energiebörsenpreisen und dem Zubau regenerativer Energieerzeugung in diesem Jahr ab. Sollte die Abgabe auch nur geringfügig steigen, dürfte das Jahr 2011 so enden, wie es angefangen hat – mit Strompreiserhöhungen.

Verbraucher können sich wehren

Die stetigen Strompreissteigerungen müssen von den Verbrauchern nicht klaglos hingenommen werden. Preiserhöhungen sollten mit dem Wechsel zu einem günstigeren Anbieter beantwortet werden. Wer sich noch nie um einen preiswerteren Stromtarif gekümmert hat, kann durch den Wechsel zum günstigsten verfügbaren Angebot mit vergleichbaren Konditionen im Durchschnitt 229 Euro sparen. Verbraucher, die sich bereits für den billigsten Tarif des örtlichen Grundversorgers entschieden haben, können durch den Wechsel immer noch durchschnittlich 148 Euro einsparen.