Zum neuen Antennenfernsehen: Was ist rund um die Umstellung wichtig?

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1. Was ändert sich und wer ist betroffen?

Ab dem 29. März stellen die TV-Sender zunächst in Ballungsräumen Antennenfernsehen auf den neuen Standard DVB-T2 um. Die technische Weiterentwicklung bedeutet gleichzeitig die Umstellung auf Bezahl-Fernsehen: Private Sender werden ihr Signal künftig nur noch in HD ausstrahlen und dafür eine Gebühr erheben.

Betroffen sind Verbraucher, die ihr Fernsehprogramm per Antenne empfangen. Die Übertragungswege über Kabel, Internet oder Satellit sind von der Umstellung nicht betroffen.

2. Wofür fallen die Gebühren an?

Mit der Umstellung wird es erstmals möglich sein, Fernsehen über Antenne in HD-Qualität zu empfangen. Die Privatsender ProSieben, Sat.1 und RTL lassen sich den Empfang jedoch bezahlen. Die Abwicklung erfolgt über die Plattform Freenet TV. Vom 1. Juli 2017 an sind 69 Euro pro Jahr fällig, also 5,75 Euro im Monat. Die öffentlich-rechtlichen Programme strahlen weiterhin kostenlos aus.

In einer Übergangsphase von drei Monaten (bis 30. Juni 2017) werden die privaten Sender noch kostenlos empfangbar sein. Danach müssen die Nutzer einen Voucher bzw. ein Guthaben erwerben und die Sender freischalten.

3. Was ist bei der Umstellung technisch zu beachten?

Für einen störungsfreien Empfang über Antenne müssen die meisten Fernsehzuschauer selbst aktiv werden. Wer das Signal empfangen will, benötigt ein kompatibles Empfangsteil – sonst wird man über das digitale Antennenfernsehen keinen Empfang mehr haben.

Neue Fernseher-Modelle können DVB-T2 ohne Zusatzbox empfangen. Die Alternative ist ein neuer Receiver: Gute Modelle gibt es ab 70 Euro. Zum Empfang von Freenet TV Privatsendern sollten Verbraucher auch darauf achten, dass ihre Geräte über ein entsprechendes Entschlüsselungssystem verfügen. Die Beschriftung „Irdeto-Verschlüsselungssystem" oder "geeignet für Freenet TV" kennzeichnet dieses. Wer nachrüsten muss, kann ein sogenanntes CI+ Modul für ca. 80 Euro erwerben.

Eine neue Antenne ist meist nicht nötig: In der Regel funktioniert das alte Gerät auch mit dem neuen Standard. Wer sich ein neues Modell zulegen möchte, zahlt etwa 30 Euro.

4. Wie hilft mir das grüne Logo weiter?

Ob Receiver oder Fernseher das neue Format beherrschen, signalisiert in der Regel ein grünes DVB-T2-HD-Logo auf der Verpackung. Die Deutsche TV-Plattform vergibt dieses Logo an die Hersteller jener Receiver, die etwa auch den richtigen Codierungs-Standard unterstützen und damit zukunftssicher sind. Alle DVB-T2-HD-Geräte sind abwärtskompatibel und können bis Ende März auch noch das alte Signal DVB-T empfangen.

5. Welche alternativen Fernseharten gibt es?

Sofern vor Ort verfügbar, können Verbraucher Kabelfernsehen (Unitymedia, Vodafone Kabel Deutschland, Tele Columbus) nutzen. Allerdings ist auch hier mit Kosten zu rechnen: mindestens 15 Euro werden fällig, HD-Sender müssen meist zusätzlich gezahlt werden. Für Internetfernsehen beim DSL-Anbieter (Telekom, 1&1, Vodafone) liegen die Kosten bei knapp 10 Euro – zusätzlich zum Internettarif. Der TV-Empfang via Satellit ist zwar für eine riesige Anzahl an Sendern kostenlos. Trotzdem fallen auch hier für Privatsender in HD monatlich Gebühren von 5 Euro an.

Große Nutznießer des Kostenaufschlags beim Antennenfernsehen könnten TV-Streaming-Dienste wie MagineTV oder Zattoo sein. Die technische Erreichbarkeit für Streaming-Anbieter steigt mit neuen internetfähigen Fernsehern sowie mit Geräten wie Amazons Fire TV oder Apple TV deutlich an. Mitte Februar startet auch Vodafone mit GigaTV erstmals einen eigenen Streaming-Dienst.