Schutz vor Internet-Kriminalität

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Die Internet-Kriminalität nimmt immer weiter zu. Das BKA und der IT-Verband Bitkom informieren, wie sich Internetnutzer vor Online-Kriminellen schützen können.

Virenschutz

Jeder fünfte Internet-Nutzer in Deutschland surft ohne einen wirksamen Virenschutz – eine echte Einladung an Internet-Kriminelle. Die wichtigste Grundregel lautet: Noch vor der ersten Internet-Verbindung muss ein Anti-Viren-Programm installiert sein - und am besten auch eine Firewall, eine Art virtuelle Schutzwand, die Angreifer draußen lässt.

Die Sicherheitssoftware muss regelmäßig aktualisiert werden, denn es kommen immer neue Schadprogramme hinzu. Auch Betriebssysteme, Browser und andere Programme sollten regelmäßig mit einem Update aktualisiert werden. Wer fremde CDs, DVDs und USB-Sticks vor der Benutzung auf Viren prüft, kann sich ebenfalls Ärger ersparen.

E-Mails

Öffnen Sie nur E-Mails, die von vertrauenswürdigen Absendern stammen. E-Mails von gänzlich unbekannten oder dubiosen Absendern sollten am besten ungelesen gelöscht werden. Fragwürdige Anhänge keinesfalls öffnen - denn Schadprogramme verbergen sich oft in Grafiken oder E-Mail-Anhängen.Ein Risiko sind auch Internet-Links in E-Mails, denn sie können zu Webseiten führen, die Viren verbreiten.

Sichere Passwörter wählen

Soweit möglich, sollten Internet-Nutzer nicht das gleiche Passwort für mehrere Dienste verwenden. Je länger ein Passwort, desto schwerer ist es zu knacken. Es sollte mindestens acht Zeichen lang sein und aus einer zufälligen Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Passwörter müssen zudem häufig gewechselt werden.

Online-Banking

Beim Online-Banking sollte man die offizielle Adresse der Bank immer direkt eingeben oder über eigene Lesezeichen (Favoriten) aufrufen. Maßgeblich ist die Adresse, die die Bank in ihren offiziellen Unterlagen angibt. Geldgeschäfte im Netz müssen immer über eine verschlüsselte Verbindung abgewickelt werden: In der Adresszeile steht dann "https", bei manchen Browsern ist dabei ein Schloss-Symbol zu sehen.

Für Überweisungen und andere Kundenaufträge sind Transaktionsnummern (TANs) nötig. Vorsicht, falls mehrere Transaktionsnummern auf einmal abgefragt werden oder zusätzlich Kreditkarten- oder Adressdaten verlangt werden: Dann sind Online-Kriminelle am Werk. Wenn das passiert, informieren Sie am besten gleich Ihre Bank.

Zugangsdaten vor Phishing schützen

Ursprünglich wurde Phishing zum Ergaunern von Bankdaten eingesetzt, mittlerweile machen Kriminelle damit Jagd auf Zugangsdaten aller Art. Hierzu werden Nutzer meist per E-Mail auf gefälschte Websites gelockt, die denen von Unternehmen täuschend ähnlich sehen. Das können beispielsweise soziale Netzwerke oder Seiten wie Ebay sein. Dort sollen Verbraucher dann aus einem fingierten Grund ihre Daten eingeben, die dann von den Betrügern "abgefischt" werden. Internet-Nutzer sollten also aufpassen, wo sie welche Daten eingeben. Ein Blick in die Adresszeile des Browsers kann hier schon helfen. Dort muss der Name der eigenen Bank oder des Online-Händlers stehen.

Online-Shopping

Kennzeichen eines serösen Handelspartners sind klare Adressangaben und Geschäftsbedingungen sowie ein guter Leumund im Netz. Neben der verschlüsselten Übertragung von Zahlungsdaten gibt es auch seriöse Bezahldienste, über die die Zahlung abgewickelt werden kann. Die Siegel "Trusted Shops", "[email protected]" oder "Geprüfter Online-Shop EHI" weisen ebenfalls auf die Vertrauenswürdigkeit von Online-Shops hin.

Software

Nutzer sollten darauf achten, welche Software oder Zusatzprogramme ("Plug-Ins") sie installieren. Eine Gefahr sind Schadprogramme, die in Gratis-Downloads oder Raubkopien von dubiosen Anbietern versteckt sind. Gesundes Misstrauen hilft: Wenn Zweifel an der Seriosität bestehen, besser auf Download und Installation einer Software verzichten.

Wer kostenlose Software aus dem Internet lädt und installiert oder Dateien mit Fremden tauscht, riskiert ebenfalls, einen Virus einzufangen. Daher sollten Daten nur von bekannten oder vertrauenswürdigen Partnern bezogen werden. Von Online-Tauschbörsen ist grundsätzlich abzuraten

Private Informationen

Nur gute Bekannte sollten in Foren oder Online-Netzwerken Zugriff auf Fotos oder Kontaktdaten erhalten. Je weniger von der eigenen Privatsphäre frei zugänglich ist, desto weniger Angriffsfläche wird potenziellen Betrügern und anderen unbefugten Nutzern geboten – denn Betrüger nutzen verstärkt auch Daten aus sozialen Netzwerken, um mit der digitalen Identität Schindluder zu treiben.