Unternehmen: Solarparks rentieren sich immer öfter ohne EEG-Förderung

14.02.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Der rheinland-pfälzische Photovoltaik-Anlagenbauer WES Green sieht Solarparks immer häufiger auch ohne EEG-Förderung wirtschaftlich arbeiten. Die Produktion von Ökostrom werde auch aufgrund sinkender Preise für Solarmodule immer wirtschaftlicher. Solaranlagen sollen sich bereits ab dem Jahr 2020/2021 durch den Stromverkauf an den Großhandelsplätzen selbst finanzieren können und dann nicht mehr auf eine Einspeisevergütung angewiesen sein.

Unterschiede zwischen EEG-Förderung und Großhandel werden geringer

Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für Solarparks haben schon Tiefpreise von unter vier Cent pro Kilowattstunde erzielt. Zuletzt wurden in diesen Ausschreibungen durchschnittliche EEG-Vergütungen von ca. 5,3 bis 5,5 Cent je Kilowattstunde zugestanden. Da die Nachfrage industrieller Stromkunden nach ökologisch erzeugtem Ökostrom steigt und die Strompreise sich am freien Markt bzw. Strombörsen leicht steigend entwickeln, werden die finanziellen Unterschiede von Projekten mit und ohne EEG-Vergütung auf der Einnahmenseite geringer.

Voraussetzungen für erfolgreiche Solarparks

Freiflächenanlagen können vor allem dann ohne Förderung realisiert werden, wenn ein langfristiger Stromvertrag mit einem solventen Abnehmer vorliegt. Weitere günstige Faktoren sind insbesondere größere Projekte mit günstigen Anschlussbedingungen und Entwicklungskosten. Solche Projekte will auch WES Green künftig verstärkt umsetzen.

„Solarparks werden immer wirtschaftlicher. Die Anzahl der Projekte, die mittlerweile ohne Förderung auskommt, steigt stetig weiter. Kostengünstige und vor allem wirtschaftliche Ökostromproduktion in Solarparks wird künftig immer wichtiger für das Gelingen der Energiewende und den Ausbau klimafreundlicher Erzeugungskapazität“, erklärt Horst Schneider, Geschäftsführer der WES Green GmbH.

Verfahrensbeschleunigung würde Ausbau beschleunigen

Eingeschränkt wird der Zubau derzeit vor allem auch durch Hürden bei der Genehmigung und Umsetzung von Solarparkprojekten. Die Branche könnte viel mehr Projekte umsetzen, wenn die Politik die Rahmenbedingungen vereinfachen würde. „Flächenbeschränkungen, langwierige Verfahrensschritte und der Zubaudeckel müssen zurückgenommen oder optimiert werden, wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen will“, so Horst Schneider.