Arztbesuche in der Corona-Krise: Zwei Drittel wünschen sich Online-Sprechstunden

01.04.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Die Mehrheit der Bundesbürger würde in Zeiten des Corona-Virus am liebsten das Wartezimmer vermeiden – und den Arztbesuch ins Internet verlegen. Der Zuspruch für virtuelle Arztbesuche ist seit der Corona-Krise deutlich gestiegen.

66 Prozent wollen digitale Sprechstunde

Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) möchten, dass Ärzte Online-Sprechstunden anbieten, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Das ergab eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom. Virtuelle Arztbesuche erhalten deutlich mehr Zuspruch als vor der Krise: Im Frühjahr 2019 konnte sich erst jeder Dritte vorstellen, eine Online-Sprechstunde in Anspruch zu nehmen.

Bei der Online-Sprechstunde sprechen Arzt und Patient über einen zertifizierten Videodienstanbieter miteinander. Neben einer stabilen Internetverbindung benötigen Nutzer eine Kamera (z. B. eine Webcam), einen Lautsprecher und ein Mikrofon. In modernen Smartphones, Tablets oder Laptops ist diese technische Ausstattung bereits standardmäßig enthalten.

Online-Sprechstunden können das Gesundheitssystem entlasten

"Während der Corona-Pandemie wird das Gesundheitssystem über seine Grenzen hinaus belastet. Online-Sprechstunden sind besonders jetzt hilfreich, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten und gleichzeitig Patienten, Ärzte und Pflegende zu schützen – insbesondere auf dem Land, aber auch in den Städten. Vor allem Ältere und alle Risikogruppen sollten jetzt jedes Risiko einer Ansteckung vermeiden", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Viele Anbieter der Videodienste für Online-Sprechstunden stellen ihre Angebote den Ärzten derzeit kostenfrei zur Verfügung, so Berg weiter.

Bürger vertrauen auf Potenziale der Digitalisierung

Ein Großteil der Befragten hat großes Vertrauen in die Potenziale der Digitalisierung bei der Bekämpfung des Coronavirus. 84 Prozent sind der Meinung, digitale Technologien können dabei helfen, ein Gegenmittel zu finden, etwa durch das Analysieren von Patientendaten. Auch Berg spricht digitalen Technologien eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Pandemie zu. "Digitale Technologien können die zentrale Rolle spielen, um das Coronavirus zu entschlüsseln, die Ausbreitung zu beobachten und die richtigen Maßnahmen gegen die Pandemie zu ergreifen".