Darlehensbetrag: Nettodarlehensbetrag und Gesamtbetrag

Bei einem Darlehen unterscheidet man zwischen dem Nettodarlehensbetrag und dem Gesamtbetrag. Der Nettodarlehensbetrag stellt die Summe dar, die der Kreditnehmer tatsächlich ausbezahlt bekommt. Er muss jedoch weder mit dem beantragten Kreditvolumen übereinstimmen noch ist er mit dem Gesamtbetrag identisch.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Definitionen
  3. Netto-, Brutto- und Gesamtbetrag
  4. Disagio
  5. Restschuldversicherung
  6. Umschuldung
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Jetzt Kreditvergleich starten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nettodarlehensbetrag entspricht der Summe, die der Kunde als Kredit überwiesen erhält.
  • Der Gesamtbetrag schließt Zinsen, Kreditnebenkosten, Beiträge für Restschuldversicherungen oder das Disagio mit ein.
  • Die Prämie für die Restschuldversicherung verzerrt das Ergebnis bei einem Kreditvergleich.
  • Bei einer Umschuldung muss der Kreditnehmer die Vorfälligkeitsentschädigungen berücksichtigen, um den Nettodarlehensbetrag zu berechnen.

Definitionen

Wer einen Kredit aufnimmt, sei es ein Ratenkredit oder eine Baufinanzierung, wird mit mehreren ähnlichen Begriffen konfrontiert. Wir haben sie vom höchsten zum geringsten Betrag aufgelistet.

1. Gesamtbetrag

Der Gesamtbetrag ist die gesamte Summe, die der Kreditnehmer zurückzahlen muss: Das geliehene Geld sowie alle anfallenden Nebenkosten und Zinsen.

2. Bruttodarlehensbetrag (nominaler Kreditbetrag)

Der Begriff Bruttodarlehensbetrag wird manchmal als Synonym zu "Gesamtbetrag" verwendet. Im eigentlichen Sinne bezeichnet der Bruttodarlehensbetrag aber die beantragte Darlehenssumme. Ausgehend von diesem Betrag werden die Kreditzinsen berechnet.

3. Nettodarlehensbetrag (Auszahlungsbetrag)

Der Begriff Nettodarlehensbetrag oder Auszahlungsbetrag bezeichnet das Bruttodarlehen abzüglich aller Kosten. Diese Summe wird dem Kreditnehmer auf das Konto überwiesen.

Netto-, Brutto- und Gesamtbetrag

Der Nettodarlehensbetrag erhöht sich noch um Kosten wie Zinsen, Kreditnebenkosten, das Disagio oder mögliche Aufwendungen für die Schätzung bei einer Immobilienfinanzierung. Die Summe aller rückzahlbaren Beträge – Kredit plus Nebenkosten – nennt man Gesamtbetrag.

Der Bruttodarlehnsbetrag, also die beantragte Kreditsumme, ist in der Regel mit dem Nettodarlehensbetrag identisch. Doch in folgenden 2 Fällen weichen sie voneinander ab:

  • Bei einer Baufinanzierung: Wenn der Kreditnehmer ein Disagio vereinbart.
  • Bei einem klassischen Ratenkredit oder einem Autokredit: Wenn eine Restschuldversicherung mitfinanziert wird.

Disagio

Gerade bei Baufinanzierungen kann es zwischen dem nominalen Kreditbetrag und dem Auszahlungsbetrag eine deutliche Kluft geben, wenn der Kreditnehmer ein Disagio mit der Bank vereinbart. Angenommen, die nominale Kreditsumme beträgt 100.000 Euro. Der Kreditnehmer wünscht ein Disagio in Höhe von fünf Prozent. Dafür zahlt er auch einen geringeren Zinssatz. Der Nettodarlehensbetrag beläuft sich in diesem Fall auf 95.000 Euro. Den niedrigeren Zinssatz entrichtet der Kreditnehmer aber auf die volle Summe in Höhe von 100.000 Euro. Das Disagio ist nichts anderes, als eine vorweggenommene Zinszahlung, die aber die monatliche Belastung senkt.

Berechnung: Wann lohnt sich ein Disagio?

Der Darlehensnehmer benötigt 95.000 Euro. Der Zinssatz für ein Darlehen über 100.000 Euro mit fünf Prozent Disagio fällt niedriger aus, als der Zinssatz für ein Darlehen über 95.000 Euro mit 100 Prozent Auszahlung. Im Fall des Disagios muss der Kreditnehmer 100.000 Euro tilgen. Bei der Berechnung kommt es also darauf an, ob die Summe der Zinsen auf 100.000 Euro zuzüglich der 5.000 Euro Disagio niedriger ausfällt, als die Summe der Zinsen auf 95.000 Euro mit Vollauszahlung.

Restschuldversicherung

Bei einer Restschuldversicherung wird es in Bezug auf die Wortwahl komplex. Der Beitrag für die Restschuldversicherung wird als einmalige Summe auf den gewünschten Kreditbetrag aufgeschlagen.

Brutto- und Nettodarlehensbetrag

Angenommen, der Kreditwunsch beträgt 10.000 Euro, die Versicherungsprämie 1.000 Euro. Der Bruttodarlehensbetrag beläuft sich jetzt auf 11.000 Euro. Der Nettodarlehensbetrag ist mit dem Auszahlungsbetrag identisch und ergibt 10.000 Euro. Verzinst und getilgt werden jedoch in der Summe 11.000 Euro.

Günstigsten Kredit mit Restschuldversicherung berechnen

Bei der Restschuldversicherung lohnt sich eine genaue Berechnung. Angenommen, die Bank mit dem zinsgünstigsten Kredit arbeitet mit dem Versicherer zusammen, der die teuerste Restschuldversicherung anbietet. In diesem Fall läuft das Darlehen deutlich teurer aus, als bei Mitbewerbern, die in beiden Fällen im Mittelfeld liegen. Der Darlehensnehmer finanziert den Beitrag für die Restschuldversicherung mit. Damit steigt der zurückzahlbare Gesamtbetrag. Müssten die Banken die Prämien für die Restschuldversicherung in den effektiven Jahreszins einfließen lassen, wäre dieser in der Regel zweistellig.

Nettodarlehensbetrag bei einer Umschuldung berechnen

In zwei weiteren Fällen wird die Berechnung des Nettodarlehensbetrags komplex. Zum einen, wenn bei einer Baufinanzierung die Gesamtgestehungskosten oder Sanierungskosten noch nicht feststehen. Dies ist allerdings die Aufgabe des Architekten. Zum anderen, wenn der Kreditnehmer im Rahmen einer Umschuldung mehrere Darlehen in einem bündeln möchte.

Grob formuliert entspricht der Nettodarlehnsbetrag dem echten Kreditbedarf des Kreditnehmers. Bei einer Umschuldung sind aber nicht nur die abzulösenden Restschulden zu berücksichtigen, sondern auch die anfallenden Vorfälligkeitsentschädigungen. Die Restschuld zuzüglich der Vorfälligkeitsentschädigung ergibt den Nettodarlehensbetrag.

Für eine genaue Berechnung sollte der Kreditnehmer die Restschuld und die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung bei allen betroffenen Banken für einen bestimmten Stichtag anfordern. Die Darlehenssumme, die am Stichtag im Raum steht, entspricht dem Nettodarlehensbetrag für die Umschuldung.

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