Die sogenannte Umweltplakette geht zurück auf die „Verordnung zum Erlass und zur Änderung von Vorschriften über die Kennzeichnung emissionsarmer Kraftfahrzeuge“, welche im Volksmund auch Feinstaubverordnung genannt wird. Ziel dieser Verordnung ist es, dass in als Umweltzonen bezeichnete Bereiche insbesondere in deutschen Großstädten nur Fahrzeuge einfahren dürfen, die einer festgelegten Euro-Abgasnorm entsprechen und mit einem Katalysator oder Feinstaubfilter ausgerüstet sind. Immer mehr Großstädte im Ausland führen ebenfalls Umweltzonen ein. So hat Paris 2017 als erste französische Stadt die Schadstoff-Plakettenpflicht eingeführt. Andere Städte setzen auf die sogenannte Innenstadtmaut.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die als Feinstaubverordnung bezeichnete Regelung wurde von der deutschen Bundesregierung am 10. Oktober 2006 verabschiedet.
  • Die Plakette zur Kenntlichmachung der Einstufung in die jeweilige Schadstoffklasse ist rund, hat einen Durchmesser von 80 mm und ist mit einer Ziffer der Schadstoffgruppe versehen.
  • In der Regel kostet die Feinstaubplakette etwa fünf Euro. Sie kann bei allen Zulassungsbehörden und Prüforganisationen wie TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS erworben werden.

Grundlagen der Feinstaubverordnung

Die als Feinstaubverordnung bezeichnete Regelung wurde von der deutschen Bundesregierung am 10. Oktober 2006 verabschiedet. Erstmals in Kraft trat die Verordnung dann am 1. März 2007. In ihrem Rahmen ist eine Einschränkung des Kraftfahrzeugverkehrs dahingehend vorgesehen, dass für das betreffende Gebiete ein Luftreinhalte- oder Aktionsplan nach § 47 Abs. 1 oder 2 BImSchG vorsehen ist. Ausgenommen von dieser Einschränkung sind Fahrzeuge mit einem lediglich geringen Beitrag zur Schadstoffbelastung.

Personenkraftwagen und Lastkraftwagen werden im Rahmen der Verordnung in vier Schadstoffgruppen eingeteilt. Die Einstufung in die jeweilige Schadstoffgruppe wird anhand einer Plakette deutlich gemacht, die an der Windschutzscheibe des Fahrzeugs angebracht wird.

Das Plakettensystem

Die Plakette zur Kenntlichmachung der Einstufung in die jeweilige Schadstoffklasse ist rund, hat einen Durchmesser von 80 mm und ist mit einer Ziffer der Schadstoffgruppe versehen. Zur besseren Unterscheidung gibt es sie in drei verschiedenen Farben: grün, gelb und rot. Zusätzlich ist auf der Plakette ein Schriftfeld vorhanden, in das mit einem lichtechten Stift das Kennzeichen des Fahrzeugs eingetragen wird.

Trotz drei verschiedener Plakettenfarben gibt es vier Schadstoffgruppen. Grund für diese Ungleichheit ist, dass Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 1 keine Plakette erhalten. Die Plaketten werden also wie folgt zugeteilt:

  • Schadstoffgruppe 2: Rote Plakette
  • Schadstoffgruppe 3: Gelbe Plakette
  • Schadstoffgruppe 4: Grüne Plakette

Welche Fahrzeuge fallen in die jeweiligen Schadstoffgruppen?

Grundsätzlich wird die Einteilung in die einzelnen Schadstoffgruppen anhand der Emissionsschlüsselnummern vorgenommen. Da dieses System für den Laien jedoch recht schwer zu durchschauen ist, bietet die folgende Zuordnung einen deutlich besseren Überblick:

Schadstoffgruppe 1 (Ohne Plakette)

  • Fahrzeuge mit Ottomotor ohne Katalysator
  • Fahrzeuge mit Ottomotor und ungeregeltem Katalysator
  • Fahrzeuge mit US-Katalysator der ersten Generation
  • Ältere Fahrzeuge mit Dieselmotor (Schlüsselnummern 0-24, 34, 40, 77, 88, 98)

Schadstoffgruppe 2 (Rote Plakette)

  • Ältere Fahrzeuge mit Dieselmotor (Schlüsselnummern 25–29, 35, 41, 71)

Schadstoffgruppe 3 (Gelbe Plakette)

  • Ältere Fahrzeuge mit Dieselmotor (Schlüsselnummern 30, 31, 36, 37, 42, 44–52, 72)
  • Dieselfahrzeuge mit Partikelminderungsstufe (Schlüsselnummern 14, 16, 18, 21, 22, 25–29, 34, 35, 40, 41, 71, 77)

Schadstoffgruppe 4 (Grüne Plakette)

  • Fast alle Fahrzeuge mit Ottomotor und geregeltem Katalysator
  • Fahrzeuge mit Erdgas-, Flüssiggas- und Ethanolantrieb
  • Neuere Fahrzeuge mit Dieselmotor (Schlüsselnummern 32, 33, 38, 39, 43, 53–70, 73–75)
  • Fast alle Fahrzeuge mit Dieselmotor und Partikelfilter

Wo können Umweltplaketten erworben werden?

In der Regel kostet die Feinstaubplakette etwa fünf Euro. Sie kann bei allen Zulassungsbehörden in Deutschland erworben werden, aber auch bei den Prüforganisationen wie TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS. Zusätzlich bieten auch Werkstätten, die zur Durchführung von Abgasuntersuchungen berechtigt sind, die Plaketten an.

Zum Erwerb einer Plakette muss entweder der Fahrzeugschein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil 1 oder der Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil 2) vorgelegt werden. Das Kennzeichen des Fahrzeugs wird in der Regel von einem Mitarbeiter der ausgebenden Institution in die Plakette eingetragen, der diese dann auch oft gleich hinter der Windschutzscheibe anbringt.