Der Fahrzeugschein ist ein Dokument zur Identifizierung von Straßenfahrzeugen. Bis zum Oktober 2005 eigenständig, stellt er heute einen Teil der Zulassungsbescheinigung (Teil 1) für Kraftfahrzeuge dar. Trotzdem darf er - rechtlich gesehen - immer noch als Fahrzeugschein bezeichnet werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kraftfahrzeugschein wird bei der Zulassung oder Ummeldung eines Straßenfahrzeugs ausgestellt.
  • Rechtlich gesehen gilt der Fahrzeugschein als Urkunde.
  • Am 1. Oktober 2005 wurde in Deutschland die neue Zulassungsbescheinigung eingeführt.

Kraftfahrzeugschein

Der Kraftfahrzeugschein wird bei der Zulassung oder Ummeldung eines Straßenfahrzeugs ausgestellt. Er enthält unter anderem den Namen und die Anschrift der Person, welche die Verfügungsgewalt über das Fahrzeug besitzt, sowie das amtliche Kennzeichen und alle wichtigen technischen Angaben, die für die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges ausschlaggebend sind. Auch die durchgeführten Hauptuntersuchungen werden im Fahrzeugschein vermerkt. Wird ein Fahrzeug abgemeldet, so wird der dazugehörige Fahrzeugschein eingezogen und entwertet. Das bedeutet: Bei einer Wiederzulassung wird jeweils ein neuer Fahrzeugschein ausgestellt.

Rechtlich gesehen gilt der Fahrzeugschein als Urkunde. Somit gelten auch die in § 267 Strafgesetzbuch verankerten Vorschriften hinsichtlich der Urkundenfälschung.

Weiterhin ist die Polizei im Rahmen von Verkehrskontrollen dazu berechtigt, Einsicht in den Fahrzeugschein zu nehmen. Aus diesem Grund muss der Fahrzeugschein bei jeder Fahrt mit dem betreffenden Kraftfahrzeug stets mitgeführt werden. Eine Aufbewahrung im Fahrzeug ist jedoch verboten, der Schein muss beim Verlassen stets mitgenommen werden. Grund dafür ist, es Fahrzeugdieben so schwer wie möglich zu machen, an ordnungsgemäße Dokumente über ein Fahrzeug zu gelangen.

Änderungen im Oktober 2005

Am 1. Oktober 2005 wurde in Deutschland die neue Zulassungsbescheinigung eingeführt. Sie besteht aus zwei Teilen, wovon Teil 1 den bis dahin ausgegebene Fahrzeugschein darstellt, Teil 2 das als Fahrzeugbrief bekannte Dokument. Die neue Zulassungsbescheinigung enthält allerdings nicht mehr sämtliche Daten, die zuvor im Fahrzeugschein niedergeschrieben waren. So wird beispielsweise in die Zulassungsbescheinigung Teil 1 nur noch eine Reifengröße eingetragen, wohingegen im Fahrzeugschein mehrere Reifengrößen verzeichnet werden konnten.

Allerdings existiert in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil 1 ein spezielles Feld (Nummer 22), in das sämtliche eintragungspflichtigen technischen Änderungen gegenüber dem Serienzustand des Fahrzeugs eingetragen werden können. Bei einigen Zulassungsstellen werden hier auch alternative Reifengrößen eingetragen, dies ist allerdings bundesweit nicht einheitlich geregelt.

Zusätzlich kann zur Zulassungsbescheinigung Teil 1 ein Beiblatt ausgegeben werden, falls der Platz im Hauptdokument für alle Eintragungen nicht ausreicht. Wer heute noch mit dem alten Fahrzeugschein unterwegs ist und die darin angegebenen Änderungen in die neue Zulassungsbescheinigung übertragen möchte, der sollte sich den entwerteten alten Fahrzeugschein unbedingt aushändigen lassen. Anhand der dortigen Informationen können bei einer Wiederzulassung bzw. einer Neuzulassung die entsprechenden Daten übernommen werden.

Unklarheit besteht immer wieder darüber, ob die im Fahrzeugschein eingetragene Person auch gleichzeitig der Halter des Fahrzeugs ist. Rechtlich gesehen muss es sich bei dieser Person nicht zwangsläufig um den Halter handeln. Halter ist laut Gesetz nur derjenige, welcher das Fahrzeug dauerhaft und auf eigene Rechnung gebraucht und die Verfügungsgewalt darüber ausübt. So gesehen kann der Halter auch eine andere Person in den Fahrzeugschein eintragen lassen. Sogar eine Konstellation aus drei Personen ist in diesem Zusammenhang möglich. Während Person Nr. 1 der Eigentümer des Fahrzeugs ist, wird dieses auf Person Nr. 2 zugelassen, wohingegen Person Nr. 3 die Verfügungsgewalt über das Fahrzeug ausübt und die Fahrzeugkosten bestreitet. In diesem Fall ist einzig und allein Person 3 der Halter des Fahrzeuges und kann im Falle von Verstößen etc. haftbar gemacht werden.

Wer bei einer Verkehrskontrolle den Fahrzeugschein der Polizei nicht vorlegen kann, der begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld von zehn Euro rechnen.