Die Abgasuntersuchung (kurz: AU, früher auch: ASU) gibt es heute als eigenständige Untersuchung nicht mehr. Sie wurde Anfang 2010 in die Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge eingegliedert und ist seitdem ein Bestandteil von dieser. Auch auf die Vergabe der bis dahin bekannten, sechseckigen Plakette für die bestandene Abgasuntersuchung, die am vorderen Nummernschild angebracht wurde, wird in diesem Zusammenhang verzichtet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Abgasuntersuchung in Deutschland wurde unter der Bezeichnung „Abgassonderuntersuchung“ am 1. April 1985 eingeführt.
  • Seit dem 1. Januar 2010 ist die Untersuchung der Abgase ein integraler Bestandteil jeder Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge.
  • Für PKW und Wohnmobile bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen ist die Abgasuntersuchung in einem Zeitabstand von 24 Monaten Pflicht.

Die Abgasuntersuchung bis Ende 2009

Eingeführt wurde die Abgasuntersuchung in Deutschland unter der Bezeichnung „Abgassonderuntersuchung“ am 1. April 1985. Sie war zunächst nur für Fahrzeuge mit Benzinmotor gesetzliche Pflicht, erst am 1. Dezember 1993 wurde sie auch für Dieselfahrzeuge verpflichtend. In diesem Zuge änderte man den Namen in „Abgasuntersuchung“. Ziel dieser Untersuchung war und ist, dem vermehrten Ausstoß von Schadstoffen mit zunehmendem Alter eines Fahrzeugs durch die Prüfung sämtlicher relevanten Bauteile entgegenzuwirken.

Im Laufe der Jahre wurde die Abgasuntersuchung mehrfach bearbeitet und um verschiedene Leitfäden ergänzt. Dies wurde beispielsweise durch die Einführung der geregelten Katalysatoren sowie den On-Bord-Diagnosesystemen (OBD) notwendig. Während die Messung der Schadstoffe im Abgas zunächst durch eine Sonde im Endrohr der Abgasanlage vorgenommen wurde, läuft diese bei neueren Fahrzeugen ausschließlich über die eingebauten On-Bord-Diagnosesysteme.

Änderungen bei der Abgasuntersuchung seit 2010

Seit dem 1. Januar 2010 ist die „Untersuchung der Abgase“ (so die neue amtliche Bezeichnung) ein integraler Bestandteil jeder Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge. Damit entfällt auch die bisherige AU-Plakette am vorderen Kennzeichen des jeweiligen Fahrzeugs. Somit fließt das Ergebnis der Abgasuntersuchung in den HU-Prüfbericht mit ein, und die als TÜV-Plakette bekannte runde Plakette am hinteren Nummernschild dient auch dem Nachweis für eine bestandene AU.

Am 01. Juli 2012 wurden für die Untersuchung der Abgase strengere Grenzwerte (sogenannte Plakettenwerte) verpflichtend, die den EU-Richtlinien von 2009 und 2010 entsprechen. Dazu sind teilweise auch neue Messgeräte notwendig, zum Beispiel zur Bestimmung des sogenannten Trübungswertes im Abgas.

Für welche Fahrzeuge ist die Abgasuntersuchung Pflicht?

Für PKW und Wohnmobile bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen ist die Abgasuntersuchung in einem Zeitabstand von 24 Monaten Pflicht. Eine Ausnahme bildet der Zeitraum direkt nach der Erstzulassung, welcher eine Frist von 36 Monaten beinhaltet. Ein Neufahrzeug muss also nach drei Jahren zum ersten Mal zur Abgasuntersuchung. Gewerblich genutzte Fahrzeuge wie Taxis und Mietwagen müssen zum ersten Mal nach 24 Monaten zur Abgasuntersuchung, danach alle 12 Monate. Für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen gilt die 12-Monatsfrist von Anfang an.

Ausnahmen

Folgende Fahrzeuge sind als Ausnahmen zu betrachten und unterliegen daher nicht der Pflicht zur regelmäßigen Durchführung der AU:

  • Kraftfahrzeuge mit Ottomotor mit einem zulässigen Gesamtgewicht von weniger als 400 kg und weniger als vier Rädern.
  • Kraftfahrzeuge mit Ottomotor und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 50 km/h.
  • Kraftfahrzeuge mit Ottomotor und einer Erstzulassung vor dem 1. Juli 1969.Kraftfahrzeuge mit Dieselmotor und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h.
  • Kraftfahrzeuge mit Dieselmotor und einer Erstzulassung vor dem 1. Januar 1977.Kraftfahrzeuge mit Händler-, Oldtimer- oder Kurzzeitkennzeichen.
  • Land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen, selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Stapler.

Durchführung der Abgasuntersuchung

Die Durchführung der Abgasuntersuchung ist nicht bei allen Fahrzeugen gleich. Welchem Ablauf die Untersuchung folgt, hängt davon ab, ob es sich um ein Fahrzeug mit geregeltem, ungeregeltem oder ohne Katalysator handelt. Des Weiteren unterscheidet sich der Ablauf der Abgasuntersuchung bei Otto- und Dieselmotoren sowie dahingehend, ob das Fahrzeug über ein On-Board-Diagnosesystem verfügt oder nicht.

Zunächst werden die entsprechenden Fahrzeugdaten in das Testgerät eingegeben. Dazu gehören zum Beispiel die Emissionsschlüsselnummer, der Fahrzeughersteller, der Fahrzeugtyp, die Kraftstoffart, die Fahrgestellnummer sowie der Tachostand. Das Diagnosegerät sucht nun selbstständig die entsprechenden Daten aus einer Datenbank heraus.

Anschließend erfolgt eine Sichtprüfung, bei der alle schadstoffrelevanten Bauteile auf Vorhandensein, Vollständigkeit und Beschädigungen überprüft werden. Eine Demontage von Fahrzeugteilen wird dabei nicht vorgenommen. Nach der Sichtprüfung erfolgt der Anschluss des On-Board-Diagnosesteckers (bei Fahrzeugen, die über ein entsprechendes System verfügen), bzw. der Anschluss der Messsonde am Endrohr der Auspuffanlage. Um die eigentliche Messung durchführen zu können, müssen der Motor und – falls vorhanden – der Katalysator über bestimmte, vorgeschriebene Temperaturen verfügen. Anschließend kann die Messung durchgeführt werden. Bei Dieselmotoren wird zudem die Abregeldrehzahl gemessen. Sind alle Werte innerhalb der zulässigen Toleranz, gilt die Abgasuntersuchung als bestanden.