Fußball im TV: Wer jubelt beim Tor mit Verspätung?

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Endlich rollt der Ball wieder! Doch wer die Fußball-WM 2018 per Streaming verfolgt hat, dürfte sich an leidige Verzögerungen bei der Übertragung zurückerinnern. Während die Fans vor dem Live-Stream noch dem nächsten Tor entgegen fieberten, konnten die Nachbarn mit Sat-TV schon jubeln. Der Hintergrund: Je nach Empfangsart erscheinen die Fernsehbilder schneller oder mit Zeitverzögerung. Mit welcher Technik bleiben Sie bei dieser EM am Ball?

Satellit und Kabel-TV: Zuschauer jubeln zuerst

Wer Fernsehen klassisch per Satellit oder TV-Kabel empfängt, ist auf der sicheren Seite. Satelliten-TV und Kabelfernsehen haben die geringsten Latenzzeiten von in der Regel unter 10 Sekunden. Beim Kopf-an-Kopf-Rennen ist Sat-TV oft noch ein bisschen schneller. Auch zwischen den einzelnen Fernsehsendern ARD und ZDF kann es Messungen zufolge Unterschiede geben.

Geringe Wartezeit mit IPTV

Auch bei IPTV-Angeboten wie Magenta TV (Telekom) oder Giga TV (Vodafone) werden Zuschauerinnen und Zuschauer nicht gleich abgehängt. Die Verzögerung ist in der Regel nur gering, weil diese auf die IPTV-Streams der Sender zugreifen.

Bei IPTV wird das Fernsehprogramm über den Internetanschluss auf das Fernsehgerät übertragen. Das A und O für ruckelfreies TV-Vergnügen ist also ein stabiler und leistungsfähiger Breitbandanschluss. Für eine flüssige Internetverbindung beim Streamen benötigen Sie eine Datengeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Wer über IP-TV fernsehen möchte, kann die TV-Pakete zum Internet- und Telefontarif hinzubuchen – die Verträge laufen in der Regel über 24 Monate.

Magenta TV können Sie alternativ auch per App oder Stick streamen, unabhängig von Ihrem Internetanbieter. Das Streaming-Angebot der Telekom ist monatlich kündbar, allerdings etwas langsamer in der Übertragung als über IPTV.

Streaming-Dienste haben aufgerüstet

Egal ob Sky, DAZN, waipu.tv oder Zattoo: Für Zuschauerinnen und Zuschauer hört beim Streaming der Spaß auf, wenn die Verzögerung zu groß wird. Doch bei dieser EM soll vieles besser werden: Die großen Streaming-Dienste wie waipu.tv und Zattoo übertragen die Bilder inzwischen fast in Echtzeit. Außerdem wollen die Anbieter mehr Bandbreite zur Verfügung stellen. Die Latenzzeit beträgt nur noch etwa 10 Sekunden, egal in welcher Auflösung. Streaming hängt den anderen Übertragungsarten wie Sat-TV, Kabel-TV oder IP-TV damit kaum noch hinterher. Lediglich bei besonders beliebten Spielen kann es auch mal zu Engpässen kommen, zum Beispiel wenn die Streaming-Server wegen hoher Zugriffszahlen in die Knie gehen. Beim Streaming gilt übrigens dasselbe wie bei IPTV: Wer ruckelfrei streamen möchte, braucht eine verlässliche Breitbandverbindung.

Tipp für mobile Streamer: Wer die Spiele nicht auf dem Sofa am Smart-TV, sondern unterwegs per Smartphone schaut, sollte je nach Endgerät mit Verzögerungen rechnen. Außerdem ist eine gute Netzabdeckung mit ausreichend hoher Datenrate grundlegend.

Analog gewinnt: Radio ist am schnellsten

Das Rennen um die schnellste Übertragung macht immer noch das gute alte, analoge Radio. Radiohörerinnen und -hörer wissen noch vor allen anderen Bescheid, wie das Spiel ausging – auch wenn der Abstand inzwischen geschrumpft ist. Gerade für die wichtigen EM-Spiele dürfte das Radio aber für die meisten ohnehin nicht die erste Wahl sein.