Finanzen 2021: Deutsche gehen optimistisch ins neue Jahr

04.01.2021 | 08:56

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Mitten in der Pandemie sind 60 Prozent Deutschen davon überzeugt, dass sich ihre finanzielle Situation im neuen Jahr positiv entwickeln wird. Laut einer aktuellen Umfrage sind junge Menschen unter 30 Jahren allerdings weniger zuversichtlich als noch vor einem Jahr.

60 Prozent glauben an positive finanzielle Entwicklung

Für die Umfrage hat das Marktforschungsinstitut Kantar im Auftrag der Postbank schon Anfang November 2020 insgesamt 1.001 Befragte ab 16 Jahren befragt. Trotz schwächelnder Konjunktur und Lockdowns erwarteten immer noch 60 Prozent Befragten, dass sich ihre Finanzen – Einkommen, Geldanlage, Ausgaben – 2021 positiv entwickeln.

Ein Jahr zuvor gingen noch 64 Prozent der Befragten positiv gestimmt ins neue Jahr. Die Zahl der Pessimisten wuchs im Jahresvergleich von 24 auf 27 Prozent. Zwölf Prozent der Befragten gehen heute von einer neutralen Entwicklung aus, 2019 waren es elf Prozent.

Einkommen stabil, Kredite günstig

Für Marco Bargel von der Postbank ist die insgesamt optimistische Stimmung auch eine Folge der umfassenden staatlichen Hilfen. „Selbst am vorläufigen Höhepunkt der Corona-Krise im Frühjahr ist das verfügbare Einkommen der Privathaushalte kaum zurückgegangen, inzwischen liegt es sogar schon wieder über dem Vorkrisenniveau.“

Außerdem stütze die anhaltend lockere Geldpolitik die finanzielle Situation der Haushalte, da größere Investitionen – wie in die eigenen vier Wände – wegen historisch günstiger Kredite finanzierbar blieben.

Junge Menschen nicht so zuversichtlich wie vor einem Jahr

Jedoch treffen die Folgen der Corona-Beschränkungen die Bevölkerung anscheinend unterschiedlich hart: Durch den „Lockdown light“ zum Umfragezeitpunkt im November 2020 erlitten vor allem junge Menschen finanzielle Verluste. Laut der Umfrage büßten im November 27 Prozent der 16- bis 29-Jährigen Einkommen durch die Corona-Krise ein, im Mai waren es in dieser Altersgruppe nur knapp 20 Prozent.

„Viele Aushilfstätigkeiten im Hotel- und Gaststättengewerbe, die oft von Studenten wahrgenommen werden, sind während des Lockdowns weggefallen“, sagt Bargel. „Zugleich profitieren diese Altersgruppe weniger von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen als ältere, fest angestellte Arbeitnehmer.“ Außerdem dürfte der Berufseinstieg in Zeiten der Corona-Pandemie für viele junge Bewerber schwieriger geworden sein, so der Postbank-Experte.

Während 2019 noch 87 Prozent der unter 30-Jährigen die Entwicklung ihrer Finanzen im kommenden Jahr positiv bewerteten, sind heute nur 69 Prozent dieser Meinung. Jeder Siebte dieser Altersgruppe (14 Prozent) zweifelt an seinem wirtschaftlichen Erfolg, im Vorjahr sagte dies nur jeder Zehnte (zehn Prozent). 16 Prozent erwarten weder eine positive noch eine negative Entwicklung, ein Plus von 13 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (drei Prozent).