Verbraucher-Atlas: Strompreise in Deutschland

Strompreise in Deutschland

Wo sind die Strompreise in Deutschland besonders hoch? In welchem Bundesland zahlen Stromkunden die niedrigsten Preise und wie viel können Verbraucher durch einen Tarifwechsel sparen? Wie erklären sich die regionalen Preisunterschiede und wie schneidet Ihre Heimatregion ab? Das zeigen wir Ihnen im Verbraucher-Atlas.

Wo ist Strom am teuersten?

Strompreise auf Rekordhoch

Die Strompreise in Deutschland sind aktuell so hoch wie nie. Eine Kilowattstunde kostet derzeit 29,46 Cent. Eine dreiköpfige Familie mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlt nun im bundesweiten Durchschnitt 1.178 Euro pro Jahr.

Strom in Bremen am günstigsten – Hamburg bezahlt die höchsten Preise

In Bremen zahlt ein Musterhaushalt mit drei bis vier Personen für einen Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) 1.109 Euro. Damit ist Bremen das mit Abstand günstigste Bundesland. In Hamburg zahlen Verbraucher im Durchschnitt 1.257 Euro und damit die höchsten Strompreise in ganz Deutschland. Vergleichsweise teuer ist Strom auch in Schleswig-Holstein (1.241 Euro) und Berlin (1.220 Euro).

Regionale Preisunterschiede: Ost-West-Lücke schließt sich

Strom kostet in den neuen Bundesländern mehr als in den alten. Doch die Preislücke zwischen Ost und West schließt sich. Im Durchschnitt zahlen ostdeutsche Verbraucher aktuell nur noch 5 Euro mehr im Jahr für Strom. 2009 lagen noch rund 70 Euro durchschnittlicher Preisunterschied zwischen alten und neuen Ländern.

Unterschiedlich hohe Netznutzungsentgelte sind ein wichtiger Faktor für die Preisunterschiede zwischen Ost und West. Etwa ein Viertel des Strompreises entfällt auf die Netznutzungsgebühren. Diese entrichtet der jeweilige Stromanbieter an den Netzbetreiber, dessen Leitungen er nutzt. Die Kosten werden auf die Verbraucher umgelegt. In dünnbesiedelten Regionen, wie etwa den ostdeutschen Flächenländern, verteilen sich die Kosten auf weniger Verbraucher. Dadurch fallen die Endpreise oft höher aus.

Ein weiterer Kostentreiber bei den Netzgebühren ist die Energiewende: Neue Leitungen, Instandhaltung und der Ausgleich schwankender Stromeinspeisung kosten Geld. Am Ende zahlen die Verbraucher – und das regional unterschiedlich.

Wer kann am meisten bei Strom sparen?

Berliner können jährlich über 360 Euro sparen

Egal, in welchem Bundesland sie leben – Verbraucher können mit einem Anbieterwechsel viele hundert Euro jährlich sparen. Die preislichen Unterschiede zwischen verschiedenen Stromanbietern sind in ganz Deutschland durchweg höher als die regionalen Preisdifferenzen.

Das höchste Sparpotenzial weist dabei die Hauptstadt Berlin auf. Hier liegen zwischen dem Grundversorgungstarif und dem günstigsten Stromtarif zu verbraucherfreundlichen Konditionen 362 Euro. In den meisten Bundesländern liegt das Sparpotenzial bei Strom bei weit über 200 Euro. Und selbst in Bremen, dem Bundesland mit dem niedrigsten Sparpotenzial, können Verbraucher ihre Stromrechnung durch einen Stromvergleich um fast 150 Euro reduzieren. Alle Sparpotenziale beziehen sich auf einen Familienhaushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch.

Sparpotenzial zuletzt stark gestiegen

Das Sparpotenzial ist deutschlandweit in den letzten sechs Monaten um 39 Prozent gestiegen. Je nach Bundesland fällt der Anstieg sogar noch höher aus: In Brandenburg können Stromkunden beim Wechsel des Stromanbieters eine 64 Prozent höhere Ersparnis erzielen. In Bayern sind es 62 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern 60 Prozent.

So errechnen Sie Ihr persönliches Sparpotenzial

Wie viel Geld können Sie persönlich bei Strom sparen? Das finden Sie schnell und einfach heraus – mit einem Online-Strompreisvergleich. Durch die Eingabe Ihrer Postleitzahl und Ihres jährlichen Stromverbrauchs ermitteln Sie mit wenigen Klicks Ihr persönliches Sparpotenzial. Ihren Jahresverbrauch finden Sie auf Ihrer letzten Stromrechnung. Haben Sie diese nicht zur Hand, können Sie anhand der Voreinstellungen im Strompreisvergleich eine Schätzung angeben – je nachdem, wie viele Personen in Ihrem Haushalt leben.

Jetzt Sparpotenzial ermitteln

10-Jahres-Vergleich: Strompreise auf Rekordniveau

Die Preisentwicklung für Strom in Deutschland kannte in den letzten zehn Jahren meist nur eine Richtung: steil nach oben. Ein Haushalt, der im Jahr 4.000 kWh verbraucht, zahlt im laufenden Jahr durchschnittlich 1.179 Euro. Das ist knapp ein Drittel (32 Prozent) mehr als noch 2009. Das zeigt die Verlaufskurve mit den jeweiligen Jahresdurchschnittswerten für den Verivox-Verbraucherpreisindex Strom.

Strompreisentwicklung 2009 bis 2019

Wo sind die Strompreise am stärksten gestiegen?

Greta-Effekt: Nachfrage nach Ökostrom steigt

Deutsche Verbraucher entscheiden sich 2019 wieder häufiger für Ökostrom. Besonders groß ist das Interesse in Bremen, Berlin, Baden-Württemberg und Thüringen. Mehr als jeder Zweite (54 Prozent) griff hier beim Anbieterwechsel zu Ökostrom. Dieser Trend verstärkte sich im Jahresverlauf sogar: Im September wählten bereits 62 Prozent der Verivox-Kunden einen Ökotarif. Eine ähnlich starke Nachfrage gab es zuletzt nach dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima. 2012, im Jahr nach der Katastrophe, entschieden sich drei von vier Verbrauchern (76 Prozent) für Ökostrom. Das Interesse flaute in den Folgejahren kontinuierlich ab, 2018 griff nur noch knapp jeder Dritte (32 Prozent) zu.

Ökostrom nach Bundesländern

Strom und Abgaben machen 53 Prozent des Strompreises aus

Ein wesentlicher Grund für steigende Stromrechnungen ist die Energiewende und die damit verbundene Einführung von immer neuen Steuern und Abgaben auf Strom. Experten sehen in der Höhe der staatlichen Preisbestandteile einen wesentlichen Faktor für die hohen Strompreise in Deutschland.

Eine Kilowattstunde Strom kostet in Deutschland derzeit durchschnittlich 29,46 Cent. 53 Prozent davon setzen sich aus staatlichen Abgaben und Steuern zusammen. Ein weiteres Viertel (23 Prozent) werden für die Nutzung der Stromnetze fällig. So verbleiben für die Energieversorger nur etwa 23 Prozent für Beschaffung, Marge und Vertrieb. „Die Versorger können nur einen Bruchteil des Bruttopreises beeinflussen. Dadurch ist ihr Spielraum bei der Preisgestaltung begrenzt“, erklärt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox.

Raus aus der Grundversorgung – Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung

Wer noch nie seinen Stromanbieter gewechselt hat, befindet sich automatisch in der Grundversorgung und bezahlt dort deutlich höhere Preise als bei durchschnittlich teuren Stromversorgern – egal in welchem Bundesland. Für einen Musterhaushalt sind es aktuell 1.278 Euro im Schnitt.

Kunden in der Grundversorgung kommen immer innerhalb von zwei Wochen aus ihrem laufenden Vertrag hinaus. Außerdem gilt: Erhöht ein Stromanbieter die Preise, muss er dies sechs Wochen vorher schriftlich mitteilen. Für die betroffenen Kunden besteht dann ein Sonderkündigungsrecht.

Jetzt günstige Strompreise finden

3 Tipps: So finden Sie den besten Strom-Tarif

Neben günstigen Strompreisen sollten Verbraucher bei der Wahl ihres Stromanbieters auch auf einige wichtige Vertragsmerkmale achten. Drei besonders wichtige sind:

  1. Kurze Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten
  2. Preisgarantien über die gesamte Vertragslaufzeit und monatliche Zahlung
  3. Tarif jährlich überprüfen: Viele Anbieter gewähren Wechslern einen Neukunden-Bonus, der jedoch nur im ersten Jahr gültig ist. Im zweiten Vertragsjahr entfällt dieser und die Kosten steigen dann. Daher sollten Sie sich frühzeitig informieren, ob Sie durch einen erneuten Wechsel Mehrkosten vermeiden können.

Auf Verivox.de finden Sie umfassendes Expertenwissen und wertvolle Verbrauchertipps, mit denen Sie viel Zeit und Aufwand sowie bares Geld sparen können. Mehr Informationen und Tipps zu den Themen Stromanbieterwechsel und Stromsparen finden Sie in unseren Ratgebern zum Thema Strom.

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Methodik der Auswertung

Die Auswertung basiert auf dem Verivox-Verbraucherpreisindex Strom: Dieser beinhaltet die Preise der Grundversorger und der 30 wichtigsten überregionalen Stromanbieter für einen Jahresverbrauch von 4.000 kWh. Die Gewichtung der unterschiedlichen Preisstände wird dabei anhand der Anzahl der Haushalte in den belieferten Regionen vorgenommen. Ferner erfolgt eine Gewichtung anhand der veröffentlichten Wechselquoten. Stand: 10/2019