Die passende Kreditkarte finden: Darauf sollten Sie achten

09.11.2016

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Heidelberg - Viele haben sie in ihrem Portemonnaie: die Kreditkarte. Es gibt unzählige Kartentypen. Welche Kriterien muss da eine „gute“ Kreditkarte eigentlich erfüllen und worauf sollten Verbraucher achten?

1. Ist kostenlos gleich kostenlos?

Viele Banken werben mit kostenlosen Kreditkarten-Angeboten. Doch hier sollten Verbraucher genauer hinschauen. Denn oftmals verstecken sich im Kleingedruckten hinter vermeintlich kostenfreien Angeboten Gebühren. Eine absolut kostenfreie Kreditkarte kommt ohne eine Jahresgebühr aus. Zudem muss der Karteninhaber weder beim Geldabheben noch beim Bezahlen im In- und Ausland Gebühren zahlen. Diese komplett kostenfreien Kreditkarten werden immer seltener, denn die Banken drehen wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase an der Gebührenschraube.

Tipp: Um die kostenfreien Angebote herauszufiltern, lohnt sich ein Kreditkartenvergleich im Internet. Hier können Verbraucher schnell und einfach die Konditionen der Anbieter miteinander vergleichen.

Auf folgende Gebühren sollten Verbraucher achten:

  • Jahresgebühr der Kreditkarte
  • Bargeldgebühren beim Abheben am Automaten (In-und Ausland)
  • Fremdwährungsgebühren beim Abheben und Bezahlen von Fremdwährungen
  • Gebühren für eine Zweit-/Partnerkarte

Kreditkarten vergleichen

2. Wo und wie kann ich meine Kreditkarte einsetzen?

Kreditkarten gelten weltweit als beliebtes Zahlungsmittel und werden sowohl beim Bezahlen in Geschäften, Restaurants und Co. als auch beim Bargeldabheben am Automaten eingesetzt. Außerdem kommt die Kreditkarte beim Online-Shoppen häufig zum Einsatz, da die meisten Händler diese Zahlungsmethode anbieten. Viele Kartenbesitzer bevorzugen sogar die Zahlung mit der Kreditkarte, denn die Rechnung wird sofort beglichen. Vom Girokonto abgebucht wird das Geld meist erst am Ende des Monats – zusammen mit allen Kreditkartenzahlungen des Monats. So bleibt der Kunde über den Monat hinweg liquide.

Doch nicht jeder Anbieter akzeptiert jede Karte. Besonders kleinere Händler haben häufig nicht die technischen Voraussetzungen, um die Kreditkarten ihrer Kunden einlesen zu können. Sie scheuen die Interbankenentgelte, also die Gebühren, die sie an die Banken bei jeder Transaktion zahlen müssen.Die beiden bekanntesten Marken MasterCard und Visa haben aber weltweit Millionen Akzeptanzstellen – über 29 Millionen bzw. 24 Millionen. Andere Marken wie Diners Club oder American Express verfügen über weitaus weniger Akzeptanzstellen – jedoch liegen diese immer noch im Millionenbereich.

Tipp: Verbraucher sollten vor ihrer Entscheidung für eine Kreditkarte überprüfen, wie viele Akzeptanzstellen und Geldautomaten für die jeweilige Kreditkarte bereitstehen.  

3. Die wichtigsten Kreditkartentypen

Es gibt nicht nur viele Kreditkartenanbieter, sondern auch viele Kartentypen und Abrechnungsmodelle. Die wichtigsten sind folgende:

  • Charge-Kreditkarte: Dieser Kreditkartentyp wird in Deutschland am häufigsten verwendet und beinhaltet einen zeitlich begrenzten, zinslosen Kredit. Die innerhalb eines Monats getätigten Umsätze werden addiert und nach 30 Tagen vom Konto des Kunden per Lastschrift abgebucht.
  • Revolving-Kreditkarte: Bei diesem Kreditkartentyp kann der Kunde den Rechnungsbetrag in einer Summe begleichen oder eine Ratenrückzahlung vereinbaren, wofür jedoch hohe Zinsen veranschlagt werden.
  • Debit-Kreditkarte: Bei dieser Kreditkarte wird das Konto sofort mit dem Rechnungsbetrag belastet ähnlich wie bei einer Girocard. Das bargeldlose Zahlen ist dennoch weltweit mit der Karte möglich.
  • Prepaid-Kreditkarte: Dabei handelt es sich um eine Kreditkarte auf Guthabenbasis. Der Kreditrahmen kann vom Karteninhaber selbst bestimmt und per Überweisung oder am Bankautomaten wieder aufgeladen werden.

Tipp: Die Wahl des Kreditkartentyps sollten Verbraucher von ihrer bevorzugten Abrechnungsmethode abhängig machen. Wer seine Ausgaben und sein Zahlungsverhalten gut im Griff hat, kann die Charge-Variante wählen. Besonders für Jugendliche geeignet ist die Prepaid-Variante. Dann haben Eltern auch die Ausgaben relativ gut im Griff, wenn ihre Sprösslinge einmal flexibel Geld auf Reisen benötigen.

4. Zusatzleistungen: Sinnvoll oder nicht?

Ob Zusatzleistungen sinnvoll oder nicht sind, hängt vom Nutzungsverhalten ab. Verbrauchern, die ihre Kreditkarte nur selten oder vorwiegend als Zahlungsmittel nutzen, reicht eine einfache, kostenlose Kreditkarte ohne zusätzliche Leistungen. Vielnutzer hingegen profitieren eventuell von Extra-Leistungen wie Reisekranken- und Gepäckversicherungen, Restkreditversicherungen, Unfallversicherungen oder auch Boni-und Rabattpunkten beim Shoppen. Doch auch dann lohnt es sich zu prüfen: Sind zum Beispiel in der Reisekrankenversicherung alle Leistungen enthalten oder ist eine separate Versicherung (ab 10 Euro pro Jahr für eine Einzelperson) nicht günstiger und besser?

Tipp: Bei der Auswahl der passenden Kreditkarte sollte jeder Verbraucher zuvor genau überlegen, für welchen Zweck er die Karte benötigt. Testen Sie, ob die Zusatzpakete wirklich einen Mehrbeitrag lohnen.

5. Immer ein Auge auf die Ausgaben

Trotz der zahlreichen Vorteile, die Kreditkarten bieten, können diese auch in die Schuldenfalle führen. Wer beispielsweise seine Kreditkarte nutzt, um bei einem nicht gedeckten Konto an Geld zu kommen, verschuldet sich schnell. Denn die kurzzeitige Liquidität, die die Kreditkarte bietet, kann teuer werden. So fallen beispielsweise hohe Überziehungsgebühren an, sobald die Kreditkartenrechnung fällig  wird und das Konto nicht gedeckt ist. Ähnlich verhält es sich mit Kreditkarten, bei denen der Saldobetrag in Raten abgezahlt werden kann. Auch hier verlangen viele Banken für die Ratenzahlung einen hohen Zinssatz.

Tipp: Jeder Karteninhaber sollte regelmäßig seine Abrechnungen überprüfen und sein Konsumverhalten bzw. seine Ausgaben dementsprechend anpassen.