Ökobilanz von Elektroautos

Die Ökobilanz von Elektroautos ist aktuell Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Zwar stößt ein E-Auto beim Fahren keine Emissionen aus, allerdings sind für dessen Herstellung große Mengen an Energie notwendig. Und die bisher zu diesem Thema veröffentlichten Studien kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Wie gut oder schlecht die CO2-Bilanz eines Elektroautos ausfällt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Der Strommix in Deutschland
  3. Verbrauch von Rohstoffen
  4. Energiebilanz: Elektroauto vs. Verbrennungsmotor
  5. Die Ökobilanz von Elektroautos: Ein Ausblick
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links

Das Wichtigste in Kürze

  • Etwa ein Drittel des hierzulande erzeugten Stroms wird durch Kohlekraftwerke erzeugt, was sich negativ auf die Ökobilanz des Elektroautos auswirkt.
  • Die Fertigung der Batterien für Elektroautos erfordert einen hohen Energieaufwand, wodurch Elektrofahrzeuge die Umwelt vor Beginn ihrer Nutzung vergleichsweise stark belasten.
  • Autos mit Elektroantrieb verbrauchen im Betrieb weniger Energie als solche mit Verbrennungsmotor, wodurch sie ab einer bestimmen Laufzeit ökologisch sinnvoller sind.
  • Da der Anteil regenerativer Energien immer weiter steigt und die zur Batterieproduktion benötigte Energie abnimmt, dürfte die Energiebilanz künftig stärker für E-Autos sprechen.

Der Strommix in Deutschland

Jedes Elektroauto benötigt Strom, um fahren zu können. Wie viel Emission ein Wagen mit Elektroantrieb indirekt verursacht, hängt daher immer auch vom Strommix des Staates ab, in dem das Fahrzeug seinen Akku lädt. Im Jahr 2018 sah dieser in Deutschland folgendermaßen aus:

  • Erneuerbare Energien: 35 Prozent
  • Braunkohle: 22,5 Prozent
  • Steinkohle: 12,8 Prozent
  • Erdgas: 12,9 Prozent
  • Kernenergie: 11,8 Prozent
  • Sonstige (Heizöl und andere): 5,1 Prozent

Auch wenn der Anteil regenerativer Energien steigt, machen Braun- und Steinkohle auch heute noch etwa 35 Prozent des Strommix aus. Und das hat auch einen negativen Einfluss auf die Ökobilanz des Elektroautos, da der CO2-Ausstoß bei dieser Art der Stromerzeugung sehr hoch ausfällt. Allerdings verbessert sich die CO2-Bilanz von Elektroautos kontinuierlich, da auch der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Stromerzeugung zunimmt.

Rohstoffe für den Autobau und die Herstellung der Batterie

Zur Produktion von Elektroautos benötigt der Hersteller sogenannte Seltene Erden. Dabei handelt es sich um Metalle, deren Gewinnung nur unter hohem Energieaufwand möglich ist. Allein zur Herstellung des Motors ist mitunter ein halbes Kilo der seltenen Rohstoffe erforderlich.

Wenn Entscheidungsträger in den Medien von der Klimaneutralität von Elektrofahrzeugen reden, dann beziehen sie sich auf den Betrieb eines Elektroautos. Entscheidend hinsichtlich der Ökobilanz von Elektroautos ist aber die Frage, ob ein E-Auto über seinen gesamten Lebenszyklus (insbesondere inklusive der Herstellung) aus ökologischer Sicht Vorteile gegenüber konventionellen Fahrzeugen aufweist.

Energiebilanz: Elektroauto vs. Verbrennungsmotor

Da die wenigsten Autohersteller Daten zur Batterieproduktion herausgeben, basieren die meisten Annahmen zur Ökobilanz von Elektroautos auf Schätzungen. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass bei der Herstellung je Kilowattstunde Speicherkapazität des Akkus rund 150 bis 200 Kilogramm Kohlenstoff-Äquivalente freigesetzt werden.

Aufgrund der energieaufwendigen Batterieproduktion sorgt ein E-Auto zunächst für hohe Emissionen. Zum Vergleich: Bei der Herstellung eines Wagens mit Verbrennungsmotor entstehen Experten zufolge durchschnittlich fünf bis sieben Tonnen an Treibhausgasen, bei Elektroautos sind es zehn bis zwölf Tonnen.

Im Fahrbetrieb fällt bei einem Elektroauto jedoch kaum CO2 an. Ab welcher Laufleistung ein Wagen mit Elektroantrieb insgesamt eine bessere Ökobilanz als ein Auto mit Verbrennungsmotor verzeichnen kann, ist jedoch umstritten. Bei einigen Modellrechnungen fällt die Ökobilanz von Elektroautos bereits ab 50.000 Kilometern besser aus als bei Benzin- und Dieselfahrzeugen. Andere Erhebungen gehen davon aus, dass dies erst bei einer Laufleistung von 100.000 bis 200.000 Kilometern der Fall ist. Tendenziell gilt: Je größer die Akkuleistung, desto länger die erforderliche Strecke, bis E-Autos im Vorteil sind.

Die Ökobilanz von Elektroautos: Ein Ausblick

Viele Experten und Institutionen sind der Meinung, dass sich Elektro-Fahrzeuge über die Dauer ihrer Nutzung rentieren und die Umwelt vergleichsweise wenig belasten. Zu diesem Ergebnis kommen beispielsweise das Bundesumweltministerium sowie die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE). Im Vergleich zu Fahrzeugen mit modernen Diesel- oder Benzinmotoren besteht ein CO2-Vorteil von 16 Prozent (Diesel) beziehungsweise 27 Prozent (Benzin). Was die Zukunft betrifft, gehen die meisten Fachleute davon aus, dass sich die Ökobilanz von Elektroautos signifikant verbessern wird. Dazu tragen insbesondere die folgenden Entwicklungen bei:

  • Der Anteil erneuerbarer Energie steigt stetig.
  • E-Autos werden immer effizienter, sodass sie weniger Energie verbrauchen.
  • Der Energieaufwand für die Batterieherstellung sinkt.
  • Technische Innovationen sorgen für eine leichtere Bauweise.