Weltverbrauchertag: Fünf Kostenfallen, die jeder kennen sollte

15.03.2018 | 08:20

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Seit 35 Jahren macht der „Weltverbrauchertag“ immer am 15. März auf die Interessen der Verbraucher aufmerksam. Die Tarifexperten von Verivox beleuchten fünf Kostenfallen, die Verbraucher häufig übersehen.

Haftpflicht: Millionenschäden können Verbraucher ruinieren

Etwa jeder fünfte Verbraucher ist bei Privathaftpflicht-Schäden nicht versichert. Dahinter steckt ein enormes Risiko, denn Privatpersonen haften mit ihrem gesamten Vermögen für Schäden, die sie Dritten zufügen. Bei Personenschäden mit lebenslanger Invalidität oder bei Brandschäden können sich die Forderungen auf mehrere Millionen Euro summieren. Eine Privathaftpflichtversicherung schafft Sicherheit: Schon für rund 40 Euro im Jahr gibt es leistungsstarke Verträge, die im Schadenfall bis zu 10 Millionen Euro zahlen.

Kredite: Eine echte Null-Prozent-Finanzierung gibt es nicht

Eine Null-Prozent-Finanzierung beim Autokauf ist sehr beliebt. Was viele nicht wissen: Eine echte Null-Prozent-Finanzierung gibt es gar nicht, denn der Autohändler subventioniert den Kredit und kürzt dafür bei der Rabattierung. Wer also stattdessen einen günstigen Kredit im Internet abschließt, tritt beim Händler wie ein Barzahler auf und bekommt auf sein Auto einen Barzahler-Rabatt.

Wer nur 5,4 Prozent Rabatt heraushandelt, zahlt mit einem günstigen Online-Kredit (2,79 Prozent Zinsen, 4 Jahre Laufzeit) genau so viel wie mit der Null-Prozent-Finanzierung – ohne Rabatt. Tatsächlich liegen die durchschnittlichen Rabatte bei Neuwagenvermittlern im Internet sogar bei 18,5 Prozent. Diesen Wert hat das „Center Automotive Research“ der Universität Duisburg-Essen ermittelt. Der Autohändler vor Ort müsste 13,8 Prozent Nachlass auf den Listenpreis gewähren – zusätzlich zur Null-Prozent-Finanzierung –, um ebenso günstig abzuschneiden.

Gebuchte Internetgeschwindigkeit kommt oft nicht an

Die Bundesnetzagentur hat bei ihren Breitbandmessungen für das Jahr 2017 festgestellt, dass nur 12,4 Prozent aller Internetnutzer die volle gebuchte Geschwindigkeit an ihrem heimischen Anschluss erreichen. Beim mobilen Internet sind es mit 1,6 Prozent noch viel weniger. Doch Kunden können handeln: Wenn dauerhaft viel weniger Speed ankommt als gebucht, muss der Anbieter nachbessern – oder der Kunde darf kündigen. Ein Vergleich kann sich lohnen: Bisweilen erreichen andere Anbieter vor Ort bessere Werte.

Tarife mit Handy: Nach 24 Monaten zahlen Kunden drauf

Es ist ein gängiger Vorgang in der Mobilfunkbranche, der von Kunden oft zu spät oder gar nicht bemerkt wird: Ein Handyvertrag, mit dem ein Smartphone subventioniert wurde, verlängert sich nach 24 Monaten automatisch – jedoch ohne reduzierte Kosten. Obwohl die Hardware bereits abbezahlt ist, wird derselbe monatliche Preis fällig: Die Mobilfunkanbieter sehen die Zusatzkosten nicht als Abzahlung des Smartphones, sondern als Vertragsbestandteil. Kunden sollten also rechtzeitig vor Ablauf der zwei Jahre kündigen – sonst zahlen sie bis zu 20 Euro im Monat zusätzlich, ohne eine Gegenleistung dafür zu erhalten.

Strom: Verbraucher verschenken durch Anbietertreue 2,8 Milliarden Euro

Seit 20 Jahren ist die Monopolstellung der Grundversorger durchbrochen. Trotzdem: Laut Bundesnetzagentur hat jeder dritte Haushalt seinen Stromanbieter noch nie gewechselt. Das sind 14,8 Millionen Abnahmestellen. Würden diese Haushalte zum günstigsten Versorger wechseln, brächte das 2,8 Milliarden Euro – pro Jahr! Pro Postleitzahl können Verbraucher durchschnittlich aus 176 Stromanbietern wählen und mehrere hundert Euro im Jahr sparen.