Tages- und Festgeldkonten lohnen sich trotz niedriger Zinsen

17.01.2013 | 14:55

Heidelberg - Das Jahr 2012 war für Sparer kein gutes. Der Leitzins ist im Zuge der Euro-Schuldenkrise auf ein historisches Tief gesunken. Auch für deutsche Anleger blieb die Entwicklung am Geldmarkt nicht folgenlos. Wer sein Geld auf Tagesgeldkonten geparkt hat, musste im Jahresverlauf einen deutlichen Zinsverfall in Kauf nehmen. Auch die Zinsentwicklung beim Festgeld kannte nur eine Richtung: nach unten.

Deutlicher Zinsrückgang im Jahresverlauf

Wegen des anhaltend schwachen EZB-Leitzinses waren im Jahresverlauf auch die großen Anbieter gezwungen, die Zinsen für Tages- und Festgeld zu senken. So fiel innerhalb der letzten zwölf Monate der durchschnittliche Zinssatz fürs Tagesgeld von 0,92 auf 0,53 Prozent. Das entspricht einem Zinsrückgang um 42 Prozent.

Auch beim Festgeld sind die Durchschnittszinsen deutlich gesunken. Während Sparer im Januar für ein Festgeld mit einer Laufzeit von drei Jahren bei bundesweit tätigen Banken noch 2,57 Prozent erhielten, waren es im Dezember nur noch 1,83 Prozent. Damit sind die Festgeldzinsen binnen eines Jahres um 29 Prozent gefallen. Bei den regional verfügbaren Festgeldangeboten ist der durchschnittliche Zinsverlust mit 53 Prozent sogar noch eklatanter.

„Damit das Ersparte nicht auf Girokonten verwaist, ist die Anlage eines Tagesgeldkontos trotz Zinstief attraktiv. Aber auch für Festgeld gilt: Lieber jetzt noch die Zinsen für einen längeren Zeitraum festschreiben, bevor sie weiter in den Keller rutschen“, sagt Thomas Prangemeier, Geschäftsführer des unabhängigen Vergleichsportals Verivox. Beim Festgeld wird das Ersparte über eine feste Laufzeit zu einem festen Zinssatz angelegt. Der Sparer weiß bereits im Vorfeld, über welchen Zinsertrag er sich am Ende freuen darf.

Regionale Angebote deutlich schlechter

„Der Gang zur Bank um die Ecke lohnt sich meistens nicht“, sagt Prangemeier. „Betrachtet man den Durchschnittszins für Tagesgeld, wird deutlich, dass dieser bei bundesweiten Banken mindestens doppelt so hoch ist wie bei Regionalbanken“, so Prangemeier weiter.

Positive Trendwende ist nicht in Sicht

Da Volkswirte auch in den kommenden Monaten keine Anhebung des EZB-Leitzinses erwarten, wird sich der Trend der fallenden Tages- und Festgeldzinsen unweigerlich fortsetzen. Ein Vergleich lohnt sich dennoch: Die besten Angebote liegen immer noch über der Inflationsrate, die aktuell 1,9 Prozent beträgt.