Mit winterfesten Smartphones in den Schnee

21.12.2015 | 10:39

Heidelberg. Immer mehr Smartphones sind gegen Umwelteinflüsse wie Schnee, Regen oder Schmutz geschützt. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox erklärt, wie Verbraucher besonders widerstandsfähige Geräte erkennen.

IP-Codes geben eine zuverlässige Orientierung

Moderne Smartphones werden mit einer speziellen Codierung in unterschiedliche Schutzklassen eingeteilt. Diese IP-Codes (kurz für International Protection) bestehen immer aus zwei Ziffern. Zahl eins bezeichnet den Schutz vor Staub und Stößen, Zahl zwei klassifiziert den Wasserschutz. Je höher die Zahl, desto größer ist der Schutz. Verbraucher finden die Angaben zu den IP-Klassen in der Bedienungsanleitung ihres Handys oder auf der Website des Herstellers.

„IP-Kennungen definieren sehr exakt, gegen welche Einflüsse ein Gerät geschützt ist“, sagt Sven Ehrmann, Telekommunikationsexperte und Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. Diese Codes seien eindeutig – anders als die werbewirksame Botschaft vom „wasserfesten“ Smartphone, das am Ende doch nur über einen Spritzwasserschutz verfüge. „Die Normen gelten international und setzen identische Maßstäbe für alle Hersteller“, sagt Ehrmann.

Code-Beispiele: Kleine, aber feine Unterschiede

So kann beispielsweise ein Smartphone, das IP67-zertifiziert ist, als unempfindlich gegen Wasser, Staub und Schmutz gelten – und darf auch einmal in den Schnee fallen oder bei Regenwetter genutzt werden. Die IP68-Klasse wiederum zeigt konkret an, dass dem Modell auch bis zu 30 Minuten in einer Wassertiefe von 1,5 Metern nichts anhaben können.

Doch Vorsicht: Nicht jedes IP-zertifizierte Smartphone übersteht automatisch einen Sturz im Schnee. Der Spritzwasserschutz in niedrigen IP-Klassen kann keinen kompletten Schutz garantieren. Erst Klassen ab IP-Standard X7 schützen auch vor längerem Kontakt mit Feuchtigkeit.  

Schutzstandard muss keine Preisfrage sein

Von klassischen Outdoor-Handys mit Gummimantel und klobigen Tasten sind heutige Smartphones mit Schutzfunktionen weit entfernt. Es gibt sie in verschiedenen Preisklassen – von Topmodellen wie dem Samsung Galaxy S5 oder dem Sony Xperia Z3 bis zu Mittelklasse-Modellen wie dem Motorola Moto X Style.

Die IP-Zertifizierung für Smartphones hat sich durchgesetzt - obgleich die Hersteller nicht verpflichtet sind, ihre Geräte zu klassifizieren.

Wer sein Smartphone zusätzlich gegen Umwelteinflüsse schützen will, kann auf Plastikhüllen oder Klebefolien zurückgreifen. Für knapp 10 Euro gibt es den Rundumschutz zum Anlegen bzw. den Displayschutz zum Aufkleben.