Mit der Kreditkarte in den Urlaub

29.06.2015 | 12:48

Heidelberg. Die Deutschen reisen gern mit Bargeld ins Ausland. 58 Prozent halten es für ein sicheres Zahlungsmittel – so eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Populus (2015). Diebe haben aber bei Bargeld leichtes Spiel, bei Kreditkarten hingegen ist das Verlustrisiko schlimmstenfalls auf 150 Euro begrenzt. Um sicher zu gehen, sollten Reisende zwei verschiedene Kredit- oder Girokarten mitnehmen, empfiehlt Verivox.

Bezahlen und Abheben ohne Gebühren

Vier Prozent Gebühren fürs Geld abheben und bis zu zwei Prozent beim Bezahlen: Bei einigen Kreditkarten fallen zahlreiche Gebühren an. Eine Analyse von Verivox hat aber gezeigt, dass es Karten gibt, die komplett auf Gebühren verzichten und teilweise auch keine jährliche Grundgebühr erheben.

Oft verlangen ausländische Geldautomatenbetreiber selbst eine Gebühr beim Abheben. Darauf haben die Kartenfirmen keinen Einfluss. Es gibt jedoch Banken, die auch diese Gebühr erstatten. Dazu genügt eine Mail an die Bank nach dem Abheben.

Haftung bei Verlust der Kreditkarte ist begrenzt

Reisende können mit Kreditkarten weltweit kostenlos Geld abheben und bezahlen – ohne Sorge. Sorglos sollten sie mit der Karte aber nicht umgehen: „Solange der Urlauber nicht fahrlässig handelt, zahlt er bei einem Verlust im schlimmsten Fall 150 Euro, je nach Vertragsbedingungen. Bei Nachlässigkeit, wenn die Karte zum Beispiel unbeaufsichtigt war, muss der Kunde unter Umständen für den kompletten Schaden aufkommen“, sagt Ingo Weber, Geschäftsführer und Chief Financial Officer bei Verivox. Darüber hinaus sollte der Urlauber die Kreditkarte bei Verlust umgehend sperren und bei der Polizei Anzeige erstatten. Nur dann bleibt die Haftung begrenzt.

Die sicherste Methode auf Reisen ist die Kombination aus einer kleinen Summe Bargeld und mehreren – mindestens aber zwei – Kredit- oder Girokarten. So können Reisende immer das Zahlungsmittel mit den niedrigsten Gebühren wählen und der Urlaub ist nicht in Gefahr, falls doch eine Karte verloren geht.

Vorsicht vor dynamischer Währungsumrechnung

Geldautomaten, Restaurants und Hotels bieten in Nicht-Euroländern immer öfter die Währungsumrechnung als Service an. Das Kartenlesegerät zeigt den zu zahlenden Betrag direkt in Euro an. Dennoch kann die Rechnung teuer werden, weil dabei oft ein sehr ungünstiger Wechselkurs berechnet wird. „Bezahlen Sie lieber in der Landeswährung. Dann ist der Wechselkurs günstiger“, sagt Ingo Weber.

Monatlichen Kreditrahmen vor Urlaubsreise überprüfen

Vor dem Start überprüfen Urlauber am besten den Kreditrahmen ihrer Karte. Ist das Limit ausgeschöpft, funktioniert sie nicht mehr. Erst wenn die offenen Rechnungen bezahlt sind, kann die Karte wieder benutzt werden. Die PIN sollte man sich gut einprägen. Immer mehr Kartenlesegeräte verlangen auch bei der Kreditkarte die Eingabe des Sicherheitscodes. Ein kleiner Notfallzettel mit Konto- und Kartennummer und der Nummer des Sperrnotrufs ist ebenfalls sinnvoll – aber getrennt vom Portemonnaie.

Bank über Urlaubsreise informieren

Manchem Urlauber wurde schon unvermittelt die Kreditkarte gesperrt. Das ist zwar ärgerlich, kann aber eine hilfreiche Vorsichtsmaßnahme der Bank sein. Wird zum Beispiel mehrmals innerhalb kurzer Zeit an entfernten Orten Geld abgehoben, vermutet die Bank Unregelmäßigkeiten und lässt keine weiteren Zahlungen zu. Für Weltenbummler, die zahlreiche Länder bereisen, ist es deshalb ratsam, die Bank über den Urlaub zu informieren.