Kfz-Versicherung: Punktesünder zahlen bis zu 22 Prozent mehr

08.11.2019 | 08:42

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Wer Punkte in Flensburg hat, muss teilweise bei der Kfz-Versicherung draufzahlen. Bisher unterscheiden aber nur drei Versicherer zwischen vorsichtigen Fahrern und Punktesündern. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Dabei fänden viele Verbraucher einen Zuschlag sogar richtig.

Drei Versicherer unterscheiden nach Punkten in Flensburg

Bis zu 22 Prozent Zuschlag zahlt ein Autofahrer mit Punkten in Flensburg bei der AdmiralDirekt.de. Verivox hat für drei Modellfälle die Tarife von 66 Versicherern analysiert. Drei der Versicherer erheben einen Zuschlag, wenn der Versicherte bei Vertragsbeginn angibt, dass er Punkte in Flensburg hat. Bei den anderen Versicherern haben Einträge im Fahreignungsregister keinen Einfluss auf den Versicherungsbeitrag.

Bei der AdmiralDirekt.de schwankt der Zuschlag zwischen 19 und 22 Prozent. Im Modellfall mit Vollkasko zahlt ein 25-jähriger ohne Punkte bis zu 140 Euro weniger im Jahr. Bei der AXA liegt die Differenz zwischen null und 17 Prozent und beim HDI bei 3 Prozent.

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„Autofahrer sollten deshalb immer korrekte Angaben machen, wenn beim Antrag auf eine Kfz-Versicherung nach den Punkten in Flensburg gefragt wird“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Falschangaben können Nachforderungen oder im Schadenfall Strafen nach sich ziehen.“

Zustimmung für Zuschläge

Bei den Autofahrern kommen Rabatte für vorsichtiges Fahren beziehungsweise Zuschläge für Punktesünder überwiegend gut an. Das Institut für Versicherungswesen der Technischen Hochschule Köln hatte 2017 gefragt, welche Merkmale bei der Preisberechnung Verbraucher für gerecht halten. Die Anzahl der Punkte in Flensburg erhielt die zweithöchste Zustimmung von insgesamt 22 verschiedenen Merkmalen. 69 Prozent der Befragten hielten es eher für gerecht, wenn Punkte im Fahreignungsregister beim Preis der Kfz-Versicherung berücksichtigt werden. Nur 18 Prozent hielten es eher für ungerecht.

Methode

Insgesamt wurden die Preise von rund 350 Kfz-Versicherungstarifen (66 Anbieter) für drei Modellfälle berechnet: 25-jähriger Autofahrer mit Haftpflichtschutz beziehungsweise mit eingeschlossener Vollkasko (jeweils SF-Klasse 5), 70-jähriger Autofahrer mit Vollkasko (SF-Klasse 30).