Heizperiode: Die Gaspreise beginnen zu steigen

21.12.2009 | 09:12

Heidelberg - Während die Temperaturen fallen, klettern die Gaspreise. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox.de hat ermittelt, dass die Gaspreise mitten in der Heizperiode wieder zu steigen beginnen. Nachdem die Gaspreise im Laufe des letzten Jahres um rund 25 Prozent gefallen sind, weist der Verivox-Verbraucherpreisindex Gas zum Jahreswechsel erstmals wieder ein steigendes Preisniveau aus.

Im Dezember 2009 liegt der durchschnittliche Preis laut Verivox-Verbraucherpreisindex für eine Kilowattstunde Gas bei 5,93 Cent pro Kilowattstunde. Zum Januar 2010 steigt der Preis auf 5,94 Cent. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh kommt somit auf jährliche Kosten von 1190 Euro. Der Grund für diesen Anstieg sind 51 Gasanbieter, die Preiserhöhungen von durchschnittlich 5,2 Prozent angekündigt haben. Das sind jährliche Mehrkosten von durchschnittlich 60 Euro. Da sich unter diesen Anbietern mehrere große Gasversorger befinden, sind mehr als 2 Millionen Haushalte von diesen Erhöhungen betroffen.

Doch die Preise auf dem Gasmarkt gestalten sich derzeit keineswegs einheitlich. 48 Gasversorger senken im gleichen Zeitraum die Gaspreise um durchschnittlich 5,4 Prozent. Die Preisunterschiede zwischen den Gasversorgern erklären sich aus der jeweiligen Beschaffungsstrategie. Wer in erster Linie auf langfristige Verträge mit Ölpreisbindung setzt, hat mit zusätzlichen Kosten zu kämpfen, denn der Ölpreis ist im Laufe des Jahres von rund 30 Dollar auf knapp 70 Dollar pro Barrel gestiegen. Gasversorger mit kurzfristigeren Beschaffungsstrategien profitieren von günstigen Preisen an den Spotmärkten. Hier ist Erdgas aufgrund des im Zuge der Wirtschaftskrise gesunkenen Verbrauches derzeit billiger zu haben. Diesen Beschaffungsvorteil geben einige Gasanbieter in Form von günstigeren Preisen an die Verbraucher weiter.

„Da die Bedeutung der Ölpreisbindung langsam abnimmt, werden die Preisunterschiede zwischen den Gasanbietern immer größer“, so Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.de. „Während Gasanbieter mit langfristigen Lieferverträgen bereits jetzt die Preise erhöhen müssen, können Versorger mit einer kurzfristigeren Strategie die Preise sogar noch senken.“ Der Experte von Verivox.de rät zum kostenlosen Gas-Preisvergleich im Internet. Je nach aktuellem Tarif und Liefergebiet können Verbraucher durch einen Gasanbieterwechsel mehrere hundert Euro jährlich einsparen.

Methodik

Die üblichen Preiskurven zur Entwicklung der Strom- und Gaspreise berücksichtigen in der Regel lediglich die Preise der klassischen Grundversorger. Damit werden die Energiekosten der Verbraucher ausgeblendet, die den Strom- oder Gasanbieter bereits gewechselt haben. Gleichzeitig wird der Preiseffekt der Wettbewerber auf den liberalisierten Energiemärkten nicht dargestellt. Der Verivox-Verbraucherpreisindex schließt diese Lücke.

Während die Preisänderungen von Grundversorgern mit einem festen Versorgungsgebiet vergleichsweise leicht verfolgt werden können, lassen sich die Preise der Wettbewerber sehr viel schwerer erfassen. Denn neben den bundesweiten Anbietern gibt es viele überregionale Energieversorger, die nur ausgewählte Versorgungsgebiete beliefern. Zusätzlich verlangt derselbe Energieanbieter unterschiedliche Preise in verschiedenen Liefergebieten.

Um die Preise der überregionalen Wettbewerber erfassen zu können, hat Verivox.de die Preise der jeweils 30 wichtigsten „Market Maker“ für Strom und Gas in den Verivox-Verbraucherpreisindex integriert. Die Kriterien für die Aufnahme in die Liste der Market Maker sind die Reichweite des überregionalen Angebotes, das Preisniveau der angebotenen Tarife und ihre historische Rolle bei der Entwicklung des Wettbewerbs auf den liberalisierten Energiemärkten. Die Preise der wichtigsten Wettbewerber werden entsprechend der aktuellen Wechselquoten des BDEW (10 Prozent bei Gas, 21 Prozent bei Strom) gewichtet. Die dargestellten kWh-Preise sind brutto und enthalten die jeweiligen Grundgebühren. Da einige Energieversorger ihre Preisdaten erst nachträglich zur Verfügung stellen, können sich die jeweils neuesten Werte des Verbraucherpreisindex noch leicht verändern.