Bayerns gefährlichste Motorradstrecken

27.06.2018 | 14:26

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Der Kesselberg führt zum idyllischen Walchensee und ist Bayerns gefährlichste Biker-Strecke. Auf der Strecke, ein Teil der Bundesstraße 11 im Landkreis Bad Tölz, verzeichnete die Autobahndirektion Südbayern von 2014 bis 2016 mehr als 80 Motorradunfälle, die Hälfte davon mit Schwerverletzten. Sogar ein komplettes Fahrverbot für Motorräder wurde diskutiert.

Die kurvenreichen und bergigen Strecken in Südbayern locken viele Biker an. Am Alpenrand ballt sich auch die Mehrzahl der gefährlichsten Strecken des Freistaats Bayern. Die Grafik zeigt die Daten der Autobahndirektion aus den Jahren 2014 bis 2016. Weitere Streckenabschnitte mit hoher Unfallquote liegen im oberbayerischen Sudelfeld und bei Balderschwang im Oberallgäu.

Hohes Risiko für Motorradfahrer

Motorradfahrer fahren nicht nur rasant, sie sind auf der Straße auch besonders gefährdet. Das Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, liegt mehr als dreimal so hoch wie bei den Pkw-Fahrern. Laut Statistischem Bundesamt starben 2016 12,7 von 100.000 Motorradfahrern, bei den Pkw-Fahrern waren es 3,4.

Das Vorurteil, dass Motorradfahrer besonders oft gefährliche Unfälle verursachen, bestätigt sich nicht. Wenn sie an Unfällen mit Verletzten beteiligt waren, waren sie in 525 von 1.000 Fällen die Hauptverursacher. Die Pkw-Fahrer waren es in 554 von 1.000 Fällen.

Junge Fahrer – viele Unfälle

Junge Motorradfahrer bis zu 19 Jahren verursachen besonders oft Unfälle. Die Häufigkeit von Haftpflichtschäden ist in dieser Altersgruppe sechs Mal so hoch wie bei den Fahrern über 30. Das geht aus der Versicherungsstatistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hervor.

„Wer jahrelang unfallfrei fährt, wird von seinem Versicherer in eine höhere Schadenfreiheitsklasse mit niedrigen Beitragssätzen eingestuft“, erklärt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Eine Modellrechnung für einen Motorradfahrer aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen zeigt: In der durchschnittlichen Schadenfreiheitsklasse 8 kostet der Rundumschutz für eine BMW R 1200 GS, das meistverkaufte Motorrad, 390 Euro im Jahr.

Der 50-Jährige Fahrer in unserem Modellfall zahlt für seine Motorradversicherung 482 Euro weniger als ein Gleichaltriger, wenn er mit einem Zweitfahrzeug zuerst in Schadenfreiheitsklasse ½ eingruppiert wird. Erheblich teurer wäre übrigens der Beitrag für einen 20-Jährigen in dieser Schadenfreiheitsklasse – nämlich insgesamt 1.842 Euro.