Wer unentgeltlich jemanden pflegt, kann bei der Steuererklärung einen Pflegepauschbetrag als eine Art Aufwandsentschädigung für getätigte Ausgaben geltend machen. Das Finanzamt verlangt keine Nachweise über die einzelnen Ausgaben, sondern zieht vom zu versteuernden Einkommen einen pauschalen Betrag ab. Die zu pflegende Person muss kein Verwandter sein, jedoch wird das Verwandtschaftsverhältnis in der Steuererklärung abgefragt und es muss eine persönliche Beziehung zwischen den beiden Personen bestehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pflegepauschbetrag ist eine Steuererleichterung für alle, die jemanden pflegen.
  • Die Pflege muss dafür unentgeltlich und in privatem Rahmen erfolgen.

Wie hoch ist der Pflegepauschbetrag?

Der Pflegepauschbetrag beträgt gemäß Paragraf 33b Absatz 6 des Einkommenssteuergesetzes 924 Euro pro Jahr (Stand 2018). Übernehmen mehrere Personen die Pflege, teilen sie den Pauschbetrag untereinander auf. Ist jedoch jemand für die Pflege von zwei Personen verantwortlich – beispielsweise, wenn ein Kind beide Elternteile pflegt –, kann er den Pflegepauschbetrag doppelt geltend machen.

Voraussetzungen für den Pflegepauschbetrag

Außer der Bedingung, dass der Pflegende kein Entgelt für seine Hilfe bekommt, sind noch weitere Bedingungen zu erfüllen, damit Anspruch auf den Pflegepauschbetrag besteht. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird der Pflegepauschbetrag im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung unter „Außergewöhnliche Belastungen“ eingetragen. Hinweis: Selbst wenn die Pflege erst im Dezember beginnt, kann der Pauschbetrag für das laufende Jahr in vollem Umfang geltend gemacht werden.

Welcher Pflegegrad muss vorliegen?

Voraussetzung dafür, dass das Finanzamt den Pflegepauschbetrag für die Versorgung einer pflegebedürftigen Person anerkennt, ist deren ständige Hilfslosigkeit. Der Pflegebedürftige muss auf regelmäßige Hilfe oder Überwachung angewiesen sein. Als Nachweis gilt der Pflegegrad 4 bzw. 5 oder ein Schwerbehindertenausweis mit dem Zusatz H für „hilflos“ oder Bl für „blind“.

Wo findet die Pflege statt?

Da es sich um private und persönliche Pflege handelt, ist auch der Ort der Pflege festgelegt: Sie muss in den Wohnräumen des Pflegebedürftigen oder des Pflegenden stattfinden. Diese Regelung ist nicht auf Haushalte innerhalb Deutschlands begrenzt, vielmehr sie gilt für die gesamte Europäische Union sowie für Island, Norwegen und Liechtenstein.

Wie viel Hilfe bei der Pflege ist erlaubt?

Selten übernimmt einer allein die Pflege einer vollständig hilflosen Person. Aus diesem Grund kann der Pflegepauschbetrag für die persönliche Pflege auch dann geltend gemacht werden, wenn sich beispielsweise ein ambulanter Pflegedienst regelmäßig um den Pflegebedürftigen kümmert. Selbst wenn jemand ausschließlich am Wochenende beispielsweise einen erkrankten Elternteil betreut, wird die Steuererleichterung gewährt.

Kosten, die den Pflegepauschbetrag überschreiten

Waren Ausgaben erforderlich, die über die Höhe des Pflegepauschbetrags hinausgehen, können diese ebenfalls von der Steuer abgesetzt werden. Diese Ausgaben können Sie als außergewöhnliche Belastungen angeben; die entsprechenden Nachweise in Form von Rechnungen und Ähnlichem müssen Sie aufbewahren. Bei den außergewöhnlichen Belastungen ist zudem zu beachten, dass die angegebenen Kosten über eine zumutbare Belastungsgrenze hinausgehen müssen, die das Finanzamt individuell berechnet. Nur Kosten, die über dieser Belastungsgrenze liegen, können Steuerzahler geltend machen.

Wer eine Pflegekraft oder Reinigungskraft engagiert, damit diese bei den anfallenden Aufgaben hilft, kann diese Kosten ebenfalls von der Steuer absetzen: als haushaltsnahe Dienstleistung oder als haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis.

Pauschbetrag trotz Pflegegeld?

Der Pflegepauschbetrag wird nur gewährt, wenn der Pflegende keine Entlohnung für seine Hilfe bekommt. Zahlt die Pflegeversicherung Pflegegeld, gilt dies in der Regel als Einkommen. Eine grundsätzliche Ausnahme gilt, wenn der Pflegende sein eigenes Kind versorgt – dann besteht trotz Pflegegeld Anspruch auf den Pflegepauschbetrag.

Ebenfalls unproblematisch ist es, wenn das Pflegegeld direkt an den Pflegebedürftigen gezahlt wird und dieser damit Ausgaben rund um seine Pflege begleicht. Oder wenn der Pflegebedürftige von der Versicherung Pflegesachleistungen statt Geld erhält.

Ist der Pflegebedürftige nicht in der Lage, die Leistungen der Pflegekasse anzunehmen und zu verwenden und erhält deswegen stellvertretend der Pflegende das Geld, stuft das Finanzamt diese Zahlungen als Einkommen ein. Um den Pflegepauschbetrag trotzdem in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie nachweisen, dass Sie das Pflegegeld ausschließlich für die Pflege und Versorgung des Hilfebedürftigen verwendet haben. Um dies zweifelsfrei und lückenlos nachzuweisen, ist ein separates Konto für das Pflegegeld sinnvoll. Dieses nutzen Sie dann ausschließlich dafür, Kosten rund um die Pflege zu begleichen.