Diabetes, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Stoffwechselkrankheit. Das chronische Leiden geht mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel einher. Unbehandelt ist Diabetes mit schweren Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Augenerkrankungen und Nierenschäden verbunden. Für Patienten heißt die Diagnose eine Umstellung im Lebenswandel.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Überblick: Diabetestypen
  3. Was sind die ersten Anzeichen?
  4. Therapiemöglichkeiten
  5. Versicherungen bei Diabetes
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Private Krankenversicherung: Vergleich der Tarife

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Diabetes handelt es sich um eine chronische Stoffwechselkrankheit.
  • Die Form der Erkrankung wird spezifiziert in Typ 1, Typ 2, Typ 3 und Schwangerschaftsdiabetes.
  • Je nach Form der Erkrankung unterscheiden sich die Therapiemöglichkeiten: Während bei Typ 1 lebenslang Insulin gespritzt werden muss, bezieht sich bei Typ 2 die Behandlung auf das Bewegungs- und Ernährungsverhalten.
  • Zu den ersten Symptomen gehören unter anderem Harndrang, starker Durst und trockene Haut.

Überblick: Diabetes Typ 1, Typ 2, Typ 3 und Schwangerschaftsdiabetes

Die Diabetes-Erkrankung wird in die beiden Hauptformen, dem Typ 1 und 2, sowie den selten auftretenden Formen Typ 3 und Schwangerschaftsdiabetes unterteilt.

Diabetes Typ 1

Der Typ-1-Diabetes beginnt in der Regel im Kindes- oder Jugendalter. Ausgelöst wird die Krankheit durch ein Zusammenspiel von erblicher Veranlagung, äußeren Faktoren wie einer Virusinfektion und Fehlsteuerung des Immunsystems. Dieser auch als jugendlicher Diabetes bezeichnete Typ beruht auf körpereigenem Insulinmangel. Er ist Folge einer Zerstörung von insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Ohne Insulin kann Glukose nicht aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden. Das führt zum Ansteigen des Blutzuckerspiegels.

Diabetes Typ 2

Beim Typ-2-Diabetes sprechen die Körperzellen weniger auf Insulin an. Ungesunde, fettreiche Ernährung, Übergewicht und fehlende Bewegung befördern diesen Krankheitstyp. Oft macht er sich nach dem 40. Lebensjahr erstmals bemerkbar, weshalb man auch von Alterszucker spricht. Diese Form der Diabetes wurde allerdings auch schon bei Jugendlichen beobachtet.

Diabetes Typ 3

Der Diabetes Typ 3 wird als Sonderform bezeichnet und betrifft – vereinfacht ausgedrückt – jene Erkrankung, die nicht dem Typ 1 oder 2 zugeordnet werden kann. Hierzu gehört zum Beispiel eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse, bei der kein Insulin mehr produziert werden kann. Außerdem zählen Gendefekte oder Nebenwirkungen bei der Medikamenteneinnahme als spezifische Diabeteserkrankungen zum Typ 3. Neben den benannten Symptomen des Typ-1- und Typ-2-Diabetes, können die Symptome auf die eigentlich Grunderkrankung zurückzuführen sein. So leiden Patienten mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung beispielsweise häufig an Verdauungsproblemen.

Schwangerschaftsdiabetes

Bei einer Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, entsteht eine Stoffwechselstörung. Dabei gelangt nicht mehr ausreichend Glukose aus dem Blut in die Zellen. In der Folge steigen die Zuckerwerte im Blut stark an. Körperliche Aktivitäten und eine gesunde Ernährung wirken präventiv gegen eine Schwangerschaftsdiabetes. Diese Maßnahmen können aber auch eingesetzt werden, wenn es bereits zu einer Erkrankung gekommen ist. In der Regel ist die Insulinresistenz auf die Dauer der Schwangerschaft begrenzt. Allerdings haben betroffenen Frauen ein erhöhtes Risiko in Laufe ihres Lebens an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Was sind die ersten Anzeichen?

Zunächst erkennen viele Patienten die Krankheit nicht. Denn im Allgemeinen entsteht Diabetes schleichend und zunächst ohne akute Beschwerden. Symptome, die auf Diabetes hindeuten können, sind:

  • Harndrang: Der Körper scheidet den vermehrten Blutzucker über den Urin aus, häufiges Wasserlassen ist die Folge.
  • Starker Durst: Der verstärkte Harndrang führt zu Wassermangel, es entsteht das Bedürfnis zu trinken.
  • Trockene Haut: Verstärkter Flüssigkeitsverlust verursacht trockene Haut, oft ist zusätzlich ein Juckreiz zu spüren.
  • Gewichtsverlust: Außerdem kann der Flüssigkeitsverlust zur Gewichtsreduktion führen.
  • Müdigkeit und Antriebsarmut: Der Betroffene fühlt sich schlapp, kraftlos und unmotiviert.
  • Verlangsamte Wundheilung: Diabetes schwächt das Immunsystem, was zusammen mit einer schlechteren Hautdurchblutung die Wundheilung verzögert.
  • Erhöhte Infektionsgefahr: Diabetes-Patienten sind anfälliger für verschiedene Infektionskrankheiten wie Harnwegsinfektionen, Fußpilz und andere Hautinfektionen.

Bei einer Schwangerschaftsdiabetes können außerdem folgende Symptome auftreten:

  • Harnwegsinfekte oder Scheidenentzündungen: Durch den hohen Zuckergehalt im Urin können sich Infektionen einfach ausbreiten.
  • Erhöhte Fruchtwassermenge
  • Auffallende Gewichts- und Größenzunahme des ungeborenen Kindes
  • Bluthochdruck, auch arterielle Hypertonie genannt

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Typ-1-Patienten müssen lebenslang Insulin spritzen, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Auf die Krankheit abgestimmte körperliche Bewegung und Ernährung haben unterstützende therapeutische Wirkung. Typ-2-Diabetiker können mit einem bewegungsintensiveren Lebensstil, Gewichtsreduktion, gesunder, fettarmer Ernährung und eventuell einer begleitenden Therapie mit Medikamenten den Blutzuckerspiegel und die Symptome lindern. Beim Diabetes Typ 3 wird zunächst die Ursachenerkrankung behandelt. Mit den erhöhten Blutzuckerwerten wird genauso verfahren wie bei Typ 1 und Typ 2. Im Falle einer Schwangerschaftsdiabetes hilft häufig eine Bewegungs- und Ernährungsumstellung. Wenn beide Maßnahmen zu keiner Verbesserung führen, muss zusätzlich Insulin gespritzt werden.

Versicherungen bei Diabetes

Weil die Krankheit chronisch ist, ist es für Menschen mit Diabetes nicht schwieriger, Risikoversicherungen gegen Unfälle, Krankheit oder Invalidität abzuschließen. Oft fallen Risikozuschläge an, die das Doppelte der normalen Versicherungsprämie betragen können. Versicherer greifen auch zu anderen Instrumenten, um ihr Risiko zu minimieren:

  • Bestimmte Leistungen ausschließen;
  • Die Dauer der Leistungen beschränken;
  • Die Versicherungssumme begrenzen;
  • Eine geringere Rentenhöhe vereinbaren;
  • Die Dauer der Versicherung auf ein Endalter des Versicherten begrenzen;
  • Im Kleingedruckten vereinbaren, dass eine Zahlung nur dann erfolgt, wenn kein Zusammenhang zwischen Schadensfall und Diabetes besteht.

Solche Versicherungsverträge schränken den Nutzen für Betroffene ein.

Hoffnung dank Einzelprüfung

Die Fragen zum Gesundheitszustand und den bisherigen Erkrankungen und Behandlungen müssen umfassend und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Diabetes zu verschweigen, ist ungesetzlich und führt dazu, dass sich die Versicherung weigert, im Schadensfall zu zahlen. Das Risiko vor Vertragsabschluss prüft und bewertet die Versicherung jedoch immer im Einzelfall. Für gut eingestellte Diabetiker bestehen heute durchaus Chancen auf einen Versicherungsvertrag ohne die oben aufgeführten Sonderkonditionen.

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